„Gefährliche“ Betonfußbälle??

Erst dachte ich, dass es bei einem lustigen Artikel zu dem Thema bleibt, aber dem ist nicht so ^^

Der Berliner Kurierschrieb am 4.07 unter dem Titel „Polizei warnt vor heimtückischen Beton-Fußbällen“


Das ist so gemein! Fußball-Gegner nutzen jetzt schon unsere gute Laune für ihre miesen Spielchen. Unbekannte haben in der ganzen Stadt Fußbälle ausgelegt, die mit Beton gefüllt sind. Tritt jemand schwungvoll dagegen, sind die Zehen gebrochen. Und die WM-Feier-Laune ist erstmal dahin!

Die Polizeisprecherin Claudia Frank warnte „Wenn jemand so einen Beton-Ball sehen sollte: Bitte nicht dagegen treten.“, aber wie soll der gemeine, besoffene Fußballfan die Bälle erkennen die „wie echte Fußbälle“ aussehen.
Zwei „Intelligente“, welche im Artikel als „Mutige“ tituliert werden endeten auf Grund ihres „Mutes“ im Krankenhaus…
Aber die Sprecherin der Polizei ist frohen Mutes, denn die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung gegen diese „miesen Spaßvögel“ und wusste zu berichten „Wir haben schon eine heiße Spur, ermitteln in Richtung Fußball-Gegner.“.

dann ma frohes Schaffen…

Am 6.07 wurde dan aufgeklärt, die Polizei lag wohl völlig falsch…

Der „grandiosen“ Artikel „Beton-Bälle: Zwei Ösis festgenommen“ im Berliner Kurier enthüllte am 6.07.

Schuld an der versauten WM-Laune haben zwei Österreicher (26, 29), die ihre hundsgemeinen Fußbälle mit Beton gefüllt an Laternen ketteten (KURIER berichtete). Kunst nennen die das dreist.

Gestern Nachmittag sind die selbst ernannten Künstler einer „Anti-WM-blog-Guppe“ endlich gefasst worden. Staatsschützer entdeckten die Fußball-Werkstatt in der Strelitzer Straße in Mitte, ertappten dort die beiden Österreicher auf frischer Tat. Sie waren gerade dabei, neue Bälle zu präparieren. Die Männer wurden festgenommen.

Also mein Kunstgeschmack scheint sich von dem des Berliner Kurier Reporters massive zu unterscheiden, ich bin immer noch hellauf begeistert!

Jedoch lässt mich einiges an dem Artikel zweifeln, denn der Spiegel berichtet auch „16 Betonfußbälle und jede Menge Ärger“.
Dort wird die Künstlergruppe doch anders vorgestellt

Eigentlich operiert die Künstlergruppe „Mediengruppe LM/LN“ lieber im Verborgenen. Die Mitglieder platzieren Objekte an öffentlichen Orten und verschwinden wieder, ohne Kommentar. Straßenkunst nennen sie das. Gedanken sollen sich die Betrachter selbst machen, wenn sie mögen. Oder auch nicht, ganz nach Belieben.

Aber auch hier wird behauptet, dss die Aktion „gründlich schief ging“.
Bei dem Bericht über die Festnahme erspart uns der Spiegel das rassistische gerpägtes „Ösis“…

Die Fahnder nahmen gestern zwei 26 und 29 Jahre alte Mitglieder der Gruppe vorübergehend fest. Nun droht ein juristisches Nachspiel. Auf die beiden Künstler kommt ein Verfahren wegen gefährlicher und fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu.

DIe Gruppe gibt nach der Festanhme auch ein Statement zu dem ganzen ab

Wir wollten das Massenphänomen Fußball darstellen“, sagte eine Sprecherin der Gruppe SPIEGEL ONLINE, „in Beton gegossen“. Warum Beton? Warum nicht Sand? Das sei im Nachhinein schwer zu beantworten, sagte die Sprecherin. Sie seien gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass jemand die Bälle nicht eindeutig als Kunst hätte identifizieren können. Viele der Bälle seien auch gar nicht auf dem Boden, sondern „nicht tretbar“ an Wänden angebracht gewesen. Als Gefahrenquelle oder Falle seien die Fußbälle nicht gedacht gewesen.
[…]
„Als wir erfahren haben, dass sich Leute verletzt haben, sind wir sofort losgefahren und haben die Bälle wieder eingesammelt“, sagte sie. „Es tut uns leid, dass Menschen dabei zu Schaden gekommen sind.“ Um sich zu erklären, habe sich die Gruppe dann als Urheber geoutet. „Wir sind Fußballfans, keine ‚Fußballhasser mit fiesen Ideen‘“, heißt es in einer Erklärung, die die Künstler herausgegeben haben.

Das negative Bild des Berliner Kuriers zerstört die Sprecherin auch, da „Kinder hätten mit den Kugeln gespielt, Passanten hätten geschmunzelt, und einige habe man sogar dabei beobachtet, wie sie die Kunstobjekte „als begehrte Fan-Trophäe“ mitgenommen hätten“.

Also ich kann der Gruppe nur gratulieren und danke für die humorvolle Zeit dank dieser Ereignisse und finde die Idee einfach großartig!!
In diesem Sinne „Can U kick it?!“ ^^