Aus aktuellem Anlass, nämlich dem Release des ersten Teils der „Steal this Film“ Dvd, in diesem Beitrag zum Thema Copyrightz, Filesharing und Repression.

Die „Steal this Film“ Dokumentation ist auf mehrere Teile ausgelegte Doku und wird von einer „Gruppe von Freunden“ der Piratebay, Piratbyran und der schwedischen Piratenpartei produziert.
Der erste Teil befasst sich mit „den Geschehnissen um die Serverbeschlagnahmung bei TPB, den Hintergründen zu dem Bust im Rechenzentrum und dem folgenden immensen Popularitätszuwachs der schwedischen Piratenpartei behamdelt der Film Fragen nach der Zukunft der Kreativität und dem Umgang mit Medien und digitalen Gütern. Zur Veranschaulichung bedient er sich stilgerecht aus einer Reihe populärer Filme.
Neben einer Reihe spannender O-Töne von Antipiraterie-Organisationen, Aktivisten und Leuten von der Straße stellt der Film Ziele der Piratenbewegung in Schweden dar – dies durchaus mit Anspruch. Für die Fortsetzungen sind unter anderem Gespräche mit Noam Chomsky oder dem Journalisten Robert Fisk geplant.“ (Quelle: http://www.gulli.com/)
Der zweite Teil soll in rund 2 Monaten erscheinen (Planungen und Unterstützungsmöglichkeiten im Wiki zur Doku)
Der erste Teil (Länger: über eine halbe Stunde) ist in mehreren Versionen downloadbar (via Bittorrent):
(Für Downloads im Bittorrent Netzwerk empfehle ich den Azureus Client)
„regulären“ Version (336 MB)
iPod-Version (kleiner)
DVD-Version
Aber warum geht es dabei eigentlich?
Es sollte nix neues sein, dass die Musik- und Filmindustrie verzweifelt gegen alle vorgeht, die ihre Musik weiter verbreiten. Gerade die MPAA (Motion Picture Association of America, die Lobby der amerikanische Filmindustrie) hat eine klare Vorreiterrolle was Repression gegen FilesharerIn und ihre Unterstützter anbelangt.
Dies durfte am 31. Mai 2006 auch die Betreiber der schwedischen Seite The Pirate Bay, einer größten BitTorrent-Tracker der Welt erfahren, denn an diesem Tag beschlagnahmte die schwedische Polizei nicht nur den Server von TPB, sondern alle 160 Server des Provider PRQ(obgleich alle Rechner eindeutig gekennzeichnet waren – welche Sites auf welchem Server gehosted sind, konnte man schlicht vom Gehäuse ablesen), außerdem wurden 3 Mitglieder der Gruppierung verhaftet.
Verantwortlich dafür zeichnet sich zum einen die schwedische Anti-Filesharer Gruppierung AntiPiratByrån, die allen Anschein nach zusammen mit der MPAA, mit falschen Behauptungen, wie, dass diese Warez (d.h. Raubkopien) verbreite, für diese Durchsuchung sorgte.
Der Plan, der Schwächung der FileSharerGemeinde, schlug glücklicherweise fehl, da die Seite nach 2Tagen wieder online war, und international und besonders in Schweden starke Unterstützung erhielt.
Dies liegt in Schweden daran, dass dort bis vor kurzem noch ein relativ liberales Copyright-Recht existierte, rund 20% der Bevölkerung FilesharerIn sind und die Piraten-Partei existiert, welche sich für die endgültige Legalisierung von Filesharing und die drastische Verkürzung von Copyright-Fristen einsetzt.
Außerdem ist laut den Anwälten von TPB die Seite nach schwedischen Recht legal und so jedes Verfahren gegen diese mehr eine Farce und sogar illegal.
Zu dem Fall TPB und schwedisches Recht schreibt gulli.com:
„Der Bust bei der Piratebay sei auf Druck der MPAA zurückzuführen, vermeldet das schwedische Fernsehen. Diese habe sowohl bei der amerikanischen wie auch der schwedischen Regierung Lobbyarbeit betrieben. Eine schwedische Delegation, bestehend aus Mitgliedern der Polizei und des Justizministeriums habe bei einer Diskussion in Washington den Fall Piratebay erörtert. Nach Rückkehr sei dann die Razzia angeordnet worden, obgleich die Rechtslage in Schweden nach wie vor unklar sei – unklar jedenfalls laut TheLocal. Trackerdaten seien auch nach dem geänderten schwedischen Copyrightgesetz nicht illegal, die Beschlagnahme damit ungerechtfertigt, so die Piratenpartei, deren Server vom Bust ebenfalls betroffen sind.
Nach dem USA-Ausflug habe Staatssekretär Dan Eliasson den Bust angeordnet. Eliasson dementierte, in Washington konkret über The Pirate Bay gesprochen zu haben – es sei nur im allgemeinen Sinn über Copyright und Filesharing geredet worden. Er habe natürlich auch mit der MPAA gesprochen, dabei könne er sich aber nicht erinnern, ob The Pirate Bay erwähnt wurde. Die MPAA rühmte sich hingegen in ihrer Presseerklärung lautstark der engen Kooperation mit Vertretern der us-amerikanischen wie auch der schwedischen Regierung, um „diese illegale Seite schließen zu lassen“. Heute spuckt die Organisation leisere Töne: gegenüber Slyck gab man nur an, dass „…jeder größere Besitzer digitaler Medien gegen TPB aktiv gewesen sei – über Microsoft zu Spieleherstellern zur BSA zur IFPI und der MPA.“ Im schwedischen Parlament wurde der Fall inzwischen dem Verfassungskommitee vorgelegt: das Verhalten des Justizministers Bodström und anderer Beteiligter soll überprüft werden.“
Auch wurde aktuell deutlich, dass US-Diplomaten schwedischen Politikern mit Handelssanktionen gedrohten haben, falls diese nicht die Beschlagnahmung durchführen würden (Artikel dazu auf gulli.com).
Des weiteren bedeutet der Fall für die schwedische Justiz wohl auch Schadensersatzkalgen, denn zum einen denkt die TPB über eine solche Klage nach und auch viele Personen, die auf den 160 beschlagnahmten Servern gehostet waren, kündigten rechtliche Schritte an.
Des weiteren leistete sich die Justiz weitere grobe Fehler, „der Rechtsberater der Pirate Bay, Mikael Viborg, wurde im Rahmen des Busts ebenfalls festgenommen, sein komplettes Equepment beschlagnahmt sowie die Abgabe einer DNA-Probe gefordert. Im Gegensatz zum TPB-Betreiber anakata sei ihm wenigstens auf Wunsch ein Anwalt beigestellt worden, berichtet er in seinem Blog.“
Soweit die Lage in Schweden, wo zum Glück die FileSharerBewegung einen recht starken Rückhalt genießt und dafür sorgte, dass der Fall TPB tagelang das Topthema in den Nachrichten blieb und die FileSharer einigen Zuwachs verzeichnete und eher gestärkt, statt geschwächt aus dem Konflikt hervor ging.
Blog mit vielen Infos zu TPB (auf Englisch): http://tpbeng.blogspot.com/
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