Naziaufmarsch in HH

Das Wochenende ist vorbei und man durfte in Hamburg den kläglichen Aufmarsch von ca. 130 bis 150 Neonazis (laut NPD Hamburg 200, laut Polizei 227) anschaun/anbrüllen/bewerfen/angreifen.
Aber von Anfang an. Die Hamburger NPD hatte für den 14.10. eine Demo unter dem Motto „Nationale Arbeitsplätze statt internationale Profite“ in der Hamburger Innenstadt angemeldet und wollte vom Hachmannplatz aus durch die Innenstadt maschieren. Dies scheiterte jedoch auf Grund der Anmeldung von einer Kundgebung auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz (von der GAL angemeldet) und einer Demo ab Gänsemarkt durch die Innenstadt (vom Hamburger Bündnis gegen Rechts). Dies führte dazu, dass die Polizei eine Gefahrenprognose abgab die offensichtlich dazu führte, dass die vermeintliche Route der Nazis stark gekürzt wurde (wahrscheinlich nur eine stationäre Kundgebung) und diese so nach Wandsbek auswichen.

Die antifaschistische Demonstration, die um 10:30 am Gänsemarkt begann, war mit über 2000 Teilnehmern (die Polizei spricht von 1900) erfreulich groß und lief zügig und lautstark durch die Innenstadt, denn es galt ja noch nach Wandsbek zu gelangen um den geplanten Aufmarsch zu verhinden /behindern. Auf Grund der schnellen Durchführung bot die Demo leider nicht viel viel inhatliches in Sachen Redebeiträge von linksradikaler Seite. Einzigst die neue Kampagne „Move Ya!“, welche sich gegen neonazistische Vertriebstrukturen in Norddeutschland richten wird, wurde vorgestellt.

Die neue Route sah vor, dass die Neonazis von der Kreuzung Hammer Steindamm/Wandsbeker Chaussee, zum Wandsbeker Markt, über die Hasselbrookstraße zu S-Bahn Station Landwehr maschieren sollten. Doch dazu sollte es nicht kommen…
AB 11 Uhr sammelte sich zuerst ein kläglicher Haufen an der Kreuzung um den NPD Verband Hamburg, welcher sich später um sogenannte Kameradschaftler erweitern sollte. Von Anfang an war es möglich an die Demo, trotz des Aufgebots von 1700 Polizisten, zu gelangen. So ging auch die Auftaktkundgebung in einem Pfeiff- und Parolenkonzert unter. Außerdem konnte schon die Auftaktkundgebung mit Transparenten und Fahnen gestört werden.
Auch einige Skinheads der RASH störten die Sammlung der Neonazis am Beginn mit einem Transparent mit der Aufschrift „RASH – Red and Anarchist Skinheads Hamburg“, sowie Antifa- und „Skins gegen Nazis“-Fahnen und sorgten für einige Verwirrung bei der Polizei und einem gelungenen Auftakt der Gegenaktionen.

Bis zum Abmarsch der Neonazis blockierten Antifas den späteren Teil der Route auf der Hasselbrookstraße, welche später durch BFE und Wasserwerfer geräumt wurde.
Um ca. 13Uhr maschierte der rechte Mob, geschützt durch einen Polizeikessel und 2 Wasserwerfern Richtung Wandsbeker Markt los. Trotz der Schätzung der Polizei auf 227 Teilnehmer und der NPD auf 200, wäre eine realistische Schätzung nach Zählungen eher 130 bis 150 Teilnehmer. Das Spektrum der Transpis der Neonazis sprach eine eindeutige Sprache die rassistische und antisemitische Weltsicht dieser betreffend. Neben NPD Standardpopulismus „NPD …aus der Mitte des Volkes“ und möchtegern Autonome Nationalisten „wir kopieren alles 1zu1 beiden Linken“ „Den roten Sumpf trocken legen – linksradikale Strukturen zerschlagen“ Transpis, wartete die Demo auch mit „feinstem“ Antisemitismus auf: „Fuck ZoG, Fuck USA, Fuck the System – Fight back“ und „Nur das Kapital ist international, wahrer Sozialismus ist national“.

Auch wenn die Neonazis von „sichtbarer Zustimmung von Anwohnern“ fantasiert, entsprach die Realität wohl eher dem, dass der klägliche Haufen nebst dem Polizeiwanderkessel dauernd von einem weiteren Kessel aus Antifas und Anliegern umgeben war, der durch Transparente, Antifa- und Israelfahnen, Parolen und Wurfgeschossen ihre Ablehnung mehr als deutlich machten. So ging auch jeglicher Redebeitrag und sämtliche Parolen bis nacher der ersten Zwischenkundgebung der Neonazis völlig im Protest unter. (Später sorgte die Polizei dafür das der Protest etwas stärker abgedrängt wurde, was aber eher schlecht als recht gelang, und so wurde der komplette Demoverlauf gestört und der Weiterzug der Neonazis immer wieder gestoppt.)
Der Haufen war sich mit der „schieren Masse“ von 130 bis 150 Personen nicht mal selbst zu peinlich um „Wir sind das Volk“ und „Hier maschiert die deutsche Jugend“ zu skandieren. Ihre gewünschte Route konnten sie nicht ablaufen und so wurde der Aufmarsch über die Anfangskundgebung gen S-Bahn Hasselbrook zu Ende gebracht und auch die Endkungebung konnte nicht vollständig durchgeführt werden.

Die Hamburger Polizei war währenddessen damit beschäftigt primär jugendliche Antifas die die Route blockierten mit WaWes anzugreifen und zusammenzuschlagen, außerdem griff sie ohne Vorwanung den Lautsprecherwagen der PDS Kundgebung an, welcher sich ebenfalls der Neonazidemo in den Weg stellte. Sonst wirkte die Polizei zum Tei lvöllig desorientiert und so schnauzte auch mal der WaWe“kommandant“ die „Fußtruppen“ an, dass sie endlich ma vorrücken sollten, oder dies und jenes tuen sollten.

Sonst bleiben als Randerscheinungen einige dänische Antifas die lieber vor einer Israelfahne flüchteten als weiter die Demo zu stören und ein verwirrter, vermeintlicher Antiimp, der das Bedürfniss verspürte uns mitzuteilen, dass er schockiert sei, dass die Neonazis eine Iranfahne mitführen würden und verzapfte weiteren Unfug, der nicht weiter wiedergebenswert ist.

Sonst scheint ein holländischer Antifaschist immer noch im Knast zu sitzen, mehr Infos gibt es dazu leider noch nicht.

Presse:
Taz
Mopo
Hamburger Abendblatt
Hamburger Polizei
Antifaninfo


1 Antwort auf “Naziaufmarsch in HH”


  1. 1 Urgh // riot propaganda Pingback am 09. Dezember 2006 um 13:04 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.