Archiv für November 2006

Who knows Poldi?

Vor einiger Zeit habe ich Poldi das erste Mal auf einem Beitrag auf Indymedia gesehen, in der folgenden Zeit tauchte er immer wieder auf Fotos von antifaschistischen Demos oder zum Beispiel der Gleichheitsparade in Warschau.
Manche mögen sich jetzt fragen „Wer zum Teufel ist Poldi?!“, dass kann man ganz einfach, ma besten per Bild erklären:

Die Antifa Gruppe Venceremos aus Dresden schreibt kurz zu Poldi

Poldi wird aus dem Neo-Nazi-Club „Thor“ bei dessen Schließung gekidnappt. Das Polizei-Maskottchen war dort am Hals aufgehängt.

Mehrere Stories mit Poldi gibt es auch auf deren Seite, insgesamt momentan 11 Stück.

Poldi-Stories HIER

Gestoßen bin ich wieder auf Poldi auf Grund der neusten Geschichte mit Poldi auf der Homepage der Gruppe.

Edeka und die Objektophilen

Nachdem ich gestern nacht auf ivo´s blog auf das tolle Lied „Wir lieben Lebensmittel“ gestoßen bin, hat dies ersmal einen mindestems 5 Minuten langen Lachanfall ausgelöst.

Weil ich „total begeistert“ von dem Lied bin, will ich sozusagen das Lied „supporten“ und verlinke es hier erneut, damit alles dies Lied hörne können.



Lied Downloaden

Quelle: http://www.stroetmann.de/

und irgendwie hat mich das Lied total an das hier erinnert:


Objektophil @ www.polylog.tv/videothek

Stellungnahme von USP

Stellung nahme von Ultra Sankt Pauli zu den Übergriffen der Polizei am 17.11. aus USP, St.Pauli Fans und den Fanladen.

visit: http://www.ultra-stpauli.com/

*Angriff auf den Fanladen – gemeint sind wir alle! Stellungnahme zum
17.11.2006*

Am Freitag, 17. November, kam es zu einem in dieser Dimension nicht vorher da gewesenen Angriff auf den von USP organisierten Marsch und Besucher des Fanladens. Des Weiteren wurde die Unantastbarkeit der Institution Fanladen massiv mit Füßen getreten. Um eine genaue Übersicht zum Ablauf des Abends zu geben, wollen wir nachfolgend das Ganze chronologisch auflisten um die Tragweite der Vorfälle aufzuzeigen:

Um eine Eskalation mit den zahlreich anwesenden und schon vor dem Spiel negativ aufgefallenen Gästefans sowie der Polizei zu vermeiden, blieb Ultrà Sankt Pauli nach dem Spiel noch eine dreiviertel Stunde länger am Stadion. Somit sollte gewährleistet sein, dass die misslungene Taktik der Polizei aus den letzten Wochen nicht erneut dazu führt, dass Heim- und Gästefans auf der Budapester Straße aufeinander treffen und es zu Eskalationen zwischen den verschiedenen Fangruppen kommt. Als sich der Marsch mit großer zeitlicher Verzögerung in Bewegung setzte, waren sämtliche Erfurter schon auf dem Kiez oder in den S- und U-Bahnen bzw. in ihren Bussen. Dies konnte aus verschiedensten Gesprächen der Polizeibeamten untereinander entnommen werden.

Nichts desto trotz wurde die Budapester Straße von zwei transportablen Flutlichtmasten erhellt, an beiden Seiten standen Wasserwerfer und von Beginn an wurde die ca. 300 Personen große Gruppe von einem zweireihigen, doppelseitigen Spalier begleitet.

An der Kreuzung Detlef-Bremer- und Clemens-Schultz-Straße, direkt vor der Kneipe „Café Miller“, gab es eine Streitigkeit zwischen herumstehenden Personen und einem Autofahrer, welcher wild in die Menge fuhr, immer wieder vor- und zurücksetzte und damit in Kauf nahm, Anwesende zu verletzen. Einer der Herumstehenden soll dort die Seitenscheibe des Wagens eingeschlagen haben – zu diesem Zeitpunkt befand sich die Spitze des Marsches jedoch noch an der Einmündung Budapester Str./ Clemens-Schultz-Str., also etwa 50 Meter vom „Café
Miller“ entfernt. An der betreffenden Kreuzung angekommen, entstand kurzzeitig Verwirrung ob eines eventuellen Angriffes von Erfurtern, da die Polizei den Marsch in zwei Teile spaltete und bereits hier die Teilnehmer massiv bedrängte und schlug. Der deeskalierenden Einwirkung
eines Fanladenmitarbeiters und verschiedenen USPlern ist es zu verdanken, dass der Marsch sich nicht provozieren ließ und seinen gewohnten Weg durch die Annenstraße fortsetzten konnte. Bereits hier konnten Gespräche zwischen verschiedenen Polizeieinheiten mitgehört werden, welche auf absolute Unkenntnis der Örtlichkeiten schließen ließ. Offensichtlich wussten einige Polizisten weder wen sie dort begleiteten, noch wo sie waren („Ist das der Hans Albers Platz?“), oder wohin die Reise gehen sollte.

Höhe Hein-Hoyer-/ Annenstraße reihte sich eine weitere Polizeieinheit vor den Marsch ein und bewegte sich im Laufschritt die Brigittenstraße hoch. Kurz vor dem Marschende zählten die ersten Reihen lachend von zehn herunter und liefen die letzten Meter am Paulinenplatz vorbei bis zum Parkplatz vor dem Fanladen. Dieses „Ritual“ wurde von USP schon häufiger benützt, ohne dass es hierbei zu Zwischenfällen kam. Am Freitag nahm eben jene Einheit dies zum
Anlass von ihrem Standort auf Höhe des Kinos B5 auf den Fanladeneingang zuzurennen und unter Einsatz ihrer Schlagstöcke wahllos auf alle einzuschlagen, die in ihrer Reichweite waren. Obwohl viele der Betroffenen die Hände sichtbar über ihre Köpfe hoben, wurde weiterhin auf die Leute eingeprügelt. Nachrückende Personen aus dem Fanladen wurden ebenfalls attackiert, sowohl durch Schlagstöcke als auch durch Pfefferspray. Nach minutenlangen Auseinandersetzungen, wobei es vereinzelt zu Flaschenwürfen aus dem Pulk kam, zog sich die
betreffende Einheit Richtung Gilbertstr. zurück. Dieser Einsatz hatte zahlreiche Verletzungen zur Folge: Ein Sankt Paulianer erlitt eine Schädelprellung, verlor für mehrere Stunden seinen Gleichgewichtssinn und konnte auf einem Ohr nicht hören. Unzählige Personen hatten mit
den Folgen des Pfeffersprays zu kämpfen, selbst ein Vater mit seinem sechsjährigen Sohn auf dem Rücken ist geschlagen worden.

In der nächsten dreiviertel Stunde sammelten sich nun Polizeieinheiten in den umliegenden Straßen. Aufmerksame Beobachter hatten das Gefühl, dass der Fanladen gekesselt werden soll, da die Polizei Straßen absperrte. Das Ziel sollte wohl eine Personenkontrolle in größerem Stil sein.

Die Einheit der Polizei, welche den Schlagstockeinsatz zuvor begann, wartete immer noch in der Bleicherstraße, also nur wenige Meter vom Fanprojekt entfernt. Um ca. 23 Uhr, das Spiel und der Vorfall waren schon fast 2 Stunden vorbei, wurde von der Polizei tatsächlich der
Fanladen gekesselt, und es gab die Ankündigung den Fanladen zu betreten um eine Person wegen Beamtenbeleidigung festzunehmen.

Hatte die Polizei an diesem Abend bereits mehrmals das Maß absolut überschritten, drang sie nun auch noch in die Räume eines sozialpädagogischen Projekts ein, welches seine Unantastbarkeit zu bewahren hat, um bestmögliche Arbeit leisten zu können. Circa 10-15
uniformierte Polizisten betraten den Fanladen, nahmen dort von allen Anwesenden die Personalien auf und fotografierten sie. Davon betroffen waren nicht nur diverse Sankt Paulianer von außerhalb und Erfurter Fans, sondern auch ein Mitarbeiter des Fanladens, sowie eine Person aus dem Vorstand von Jugend und Sport e.V., dem Trägerverein des Fanladens. Zudem trat die Polizeieinheit, die den Marsch attackiert hatte, erneut in Erscheinung und betrat ihrerseits den Fanladen, um dort den Keller noch einmal zu durchsuchen. Auch hier
blieb die Suche, nach wem oder was auch immer, erfolglos.

Während dieser absolute Skandal im Fanladen vonstatten ging, spielte sich in den umliegenden Straßen ein weiterer ab. Über den Zeitraum einer halben Stunde machten Polizeieinheiten in Autos und zu Fuß dort Jagd auf einzelne Sankt Paulianer auf dem Nachhauseweg. Hierbei wurde in mindestens einem Fall ein Jugendlicher in ein Auto gezwungen und ihm dort mehrmals mit Schlägen und Festnahme gedroht, sobald er sich bewege. Eine Person wurde mit der Androhung von der Schusswaffe Gebrauch zu machen zum Stehen bleiben aufgefordert, an anderen Stellen jagten Polizisten Sankt Paulianer mit offener Autotür durch das Viertel.

Dieser Vorfall reiht sich in die jüngere Geschichte ein. So wurden einem jungen Sankt Paulianer nach dem Osnabrück-Spiel durch einen Polizeibeamten mit protektorenverstärktem Handschuh das Jochbein und der Kiefer gebrochen, sowie 4 Zähne ausgeschlagen.

Nicht nur das unverhältnismäßig gewalttätige Auftreten der Polizei ist zu verurteilen, insbesondere muss die Taktik der Einsatzleitung, die Taktik des Herrn Polizeioberrat Matthias Tresp, hinterfragt werden. Eingesetzte Beamte sind uninformiert über den Weg und das
Ziel des Marsches, dessen Teilnehmer werden durch ein martialisches Aufgebot an Einsatzkräften und schwerem Gerät kriminalisiert.

Das 16 Jahre alte Fanprojekt – der Fanladen St. Pauli – wird in seiner sozialpädagogischen Arbeit behindert, indem man die Räumlichkeiten erstürmt und somit der gesamten Fanszene einen geschützten Rückzugsraum nimmt. Ebenfalls muss die Arbeit der zivilgekleideten Szenekundigen Beamten hinterfragt werden. Ihre angebliche Szenekundigkeit hätten sie deeskalierend einsetzen können und müssen, um zu klären, dass der Fanladen kein Angriffsziel für die ankommenden Sankt Paulianer darstellt, sondern das Ziel ihres Marsches ist.

*Auch nach dem Magdeburgspiel wird es wieder einen Marsch gemeinsam mit den Stadionverbotlern vom Stadion zum Fanladen geben, wie nach jedem Heimspiel seit Sommer 2004. Er startet kurz hinter dem AFM-Container in Höhe des Telekomgebäudes. Am Marsch zum Fanladen nehmen erfreulicherweise nicht mehr nur USPlerInnen teil, sondern seit geraumer Zeit auch viele andere Fangruppen und Einzelpersonen. Ein weiteres Ansteigen der
Teilnehmerzahl, insbesondere nach dem Magdeburgspiel, wünschen und erhoffen wir uns nun von der Sankt Pauli Fanszene. Wir werden uns, wie bereits die letzten 2 Heimspiele, deutlich später in Bewegung setzten, um eine Konfrontation mit den Gästefans zu vermeiden. Wir werden geschlossen auf der Straße gehen und laut unsere Solidarität mit dem Fanladen kundtun um zu zeigen, dass wir einen Angriff auf unser Fanprojekt nicht akzeptieren. Lasst uns zeigen, dass nicht wir es sind, die beständig die Eskalationsschraube anziehen. Der Marsch ist friedlich, Provokationen seitens der Polizei werden keine Beachtung finden. Beweisen wir, dass Sankt Pauli auf Repressionen und Polizeigewalt mit einer viel stärkeren Waffe antwortet: mit braun- weißem Zusammenhalt.

Freiheit für die Fans! Der Fanladen bleibt unantastbar! Gegen Polizeigewalt und willkürliche Repression!

27. November 2006

Ultrà Sankt Pauli
Abteilung Förder Mitglieder
BallKult e.V.
Blödes Volk
FC42
Skinheads St. Pauli
Südzecken
Utrecht Pöbeln Saufen
Arschrock Jugend St. Pauli
Millerntoristen
FG Intergalactic
Blunties
West Brigade
Carpe Diem
www.stpauli-forum.de
Alte Knochen
FC Kopfschuss
St. Pauli 1. Alte Herren
Enfant Terribles
Braun weiße Mongos
PunkTown
Scenario Freak
Hotzenplotz Crew
Bolzinferno Sankt Pauli
Wilder Westen
www.kiezkicker.de

Solltet auch Ihr die Stellungnahme unterstützen wollen, schreibt uns
einfach an! *

Wieder mal nen Beitrag

Habs endlich mal wieder geschafft mich dazu zu zwingen nen Beitrag zu schreiben. Davor verhinderten Krankheit, Umzug und akute Lustlosigkeit, sowie viele Termine dieses.

An diesem Wochenende mal wieder beim RischRusch – Club Tel Aviv im Konsum gewesen. Mal wieder nen netter Abend dort.

Dieses nette Video möchte ich niemand vorenthalten. Family Guy zu deutscher Geschichstaufarbeitung.

Dann noch aktuelles in Hamburg:

zu allererst, die schon von Phex beworbenen Veranstaltungen.

Diskussionsveranstaltung am 01.12.2006

»Der Iran – zwischen eliminatorischem Antizionismus und Atomstaat«

Dr. Wahied Wahdat-Hagh ( Middle East Media Research Institute, Berlin)

Nicht erst seit der Wahl Mahmud Ahmadinedschads zum Präsidenten steht der Iran unter Verdacht, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Zerstörung Israels ist ein Ziel der „islamischen Revolution“ seit Gründung der „Islamischen Republik Iran“. Eine besondere Brisanz erhält die mögliche atomare Aufrüstung des Iran durch die gleichzeitig eskalierende antisemitische Propaganda gegen Israel. Einerseits gibt es eine alte Geschichte des Judentums im Iran, andererseits aber muss man inzwischen von einem eliminatorischen Antizionismus und Antisemtismus sprechen.
Das Problem verstärkt sich dadurch, dass in der totalitären Diktatur, die reformislamistischen Kräfte mit den sogenannten Hardlinern in den Fragen des Revolutionsexportes, d.h. der Unterstützung von terroristischen Kräften, aber auch des islamistischen Atomstaates prinzipiell einig sind.

Freitag, 01.12.2006, 18:00 Uhr im Hörsaal C des Hauptgebäudes auf dem Campus der Uni Hamburg

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Hochschulgruppe.
In Kooperation mit dem Deutsch-Israelischen Jugendforum Hamburg und der Gruppe Negative Assoziation

und dann 2 Wochen später:

Veranstaltung mit Matthias Küntzel

bad-weather lädt ein – Vortrag: Warum leugnet der Iran den Holocaust?

Montag den 18.12.2006 /// Bucerius Law School – Hamburg /// Jungiusstr. 6 /// Lovells-Saal /// 19.30 Uhr

Im Deutschland des Jahres 2006 hat jeder Nazi, der auch nur verklausuliert die Shoa leugnet, mit harten strafrechtlichen Sanktionen zu rechnen. Im Iran ist die Leugnung der Vernichtung der europäischen Juden Staatsräson. Die Achse der Unterstützer des Regimes im Iran reicht von lateinamerikanischen Populisten wie Hugo Chavez über militante deutsche Neonazis bis nach links außen. Es verwundert nicht, dass sich im sogenannten „Holocaust Karikaturen Wettbewerb“ eine französische Rechtsradikale und ein brasilianischer Linksradikaler den zweiten Platz und das Preisgeld für die gelungensten Shoa-Relativierung teilen. Selbst dass im Iran im Dezember 2006 eine Konferenz veranstaltet wird, zu der die Crème de la Crème der Internationalen Holocaustleugner eingeladen ist, ficht die linken und friedensbewegten Freunde des Irans nicht an, während sie aus gleichem Anlass in der Bundesrepublik wohl eine ihrer – längst zum Ritual verkommenen – „Anti-Rechts“-Demonstrationen oder Mahnwachen organisieren würden.

Im Oktober 2005 forderte der neue iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad die Auslöschung Israels. In den Folgemonaten milderte er seine Angriffe auf Israel und die Welt nicht ab, sondern verschärfte sie. Hierbei wurde er von den obersten Autoritäten des Iran unterstützt und von Teilen der iranischen Gesellschaft gefeiert. So brachte die Massenbewegung der Bassitschi [“Mobilisierung der Unterdrückten“], die Ahmadinejads Wahlkampagne im Sommer 2005 maßgeblich getragen hatte, im November 2005 neun Millionen Menschen zur Unterstützung ihres Präsidenten auf die Straße. Gleichzeitig organisierte der Iran eine „Holocaust-Konferenz“. Einziges Ziel dieser „wissenschaftlichen Konferenz“: die Leugnung der Shoa. Was aber treibt die iranischen Machthaber zu diesen antisemitischen Exzessen? Eine Antwort auf diese Fragen suchen wir gemeinsam mit dem Autor und Publizisten Matthias Küntzel, der über die aktuelle Situation im Iran und die „Holocaust-Konferenz“ berichten wird.

außerdem, don´t miss:

Freitag 1.Dezember´06: [Infoveranstaltung] Repressionen gegen Antifas: Christian aus Berlin berichtet über seine U-Haft, Prozesse und staatlichen Repressalien…[Café] Mit HipHop-Beatz, Glühwein und Gebäck gehts in den Advent

im Antifa-Cafe in der Hafenvokü in Hamburg ab 18Uhr.

Außerdem

Antifa-Soli-Tresen im Ahoi (Hamburg Hafenstraße)
am 9.Dezember

Deutscher/Hamburger 9.November

Nächsten Donnerstag ist der 9. November und somit wieder Zeit für Deutschland zu zeigen wie ach so gut es doch mit der Geschichte umgehen können und was für eine tolle Gedenkkultur sich inzwischen in der BRD etabliert hat.
Dass in diesem Erinnerungs/Gedenkkanon auch die Stadt Hamburg nicht fehlen darf ist klar, und so hat man sich dies Jahr etwas „ganz tolles“ ausgedacht. Man veranstaltet die „Nacht der Jugend“ im Hamburger Rathaus!
Was bedeutet das genau?

Wenn es in Deutschland um Geschichte geht, halten Erwachsene oft langatmige Reden und sitzen still zusammen. So auch, wenn wir uns jedes Jahr daran erinnern, wie am 9. November 1938 „ganz normale“ Bürger Scheiben jüdischer Geschäfte einwarfen, Synagogen verwüsteten, Menschen verletzten und verschleppten. Aus scheinbar netten Nachbarn wurden Täter, Helfer und Weggucker. Sind Gedenkstunden der einzige Weg, um sich zu erinnern?
Wie wollt Ihr gegen Vorurteile, Ignoranz, Ausgrenzung und Gewalt eintreten?

Kommt am 09.11.2006 ab 19 Uhr zur 1. Nacht der Jugend in das Hamburger Rathaus, zeigt, dass es anders geht: gefühlvoll und doch mit schnellen Rhythmen, inhaltlich sensibel und zugleich locker

* mit Live-Acts aus Pop, HipHop, Swing, Reaggae, Jazz, Rock etc.
* mit Kurzfilmen, Lesungen und Fragen an Zeitzeugen
* mit Kunst, Gedichten und vielen anderen Attraktionen

Viel Spass auf diesen Seiten wünscht Euch,

Eure Hamburgische Bürgerschaft

9. November 2006

Gestern ist vorbei, oder? Manchmal sind leise Zweifel angebracht: Fremdenfeindlichkeit, Terrorismus, Intoleranz, Gewalt. Kann es wieder passieren? Entscheidend ist, dass Du Dich einmischst. Denn den Soundtrack unserer Welt mixt Du! Bei der Nacht der Jugend kommt, wer mitmischen will – auf den Bühnen, bei Aktionen oder als Zuhörer. Jugendliche spielen HipHop, Reaggae, Pop, Funk, Rock, Jazz, Swing und Folk. Sie zeigen Nachdenkliches durch Videoclips, Gedichte, Theater, Tanz, eine Radiowerkstatt, Kurzinterviews und Kunstwerke.

So scheint man nun lieber ein Konzept von Attraktionen und Musik und sonstigem Entertaiment wählen zu wollen um die Geschichtsschreibung Deutschlands der Jugend näher zu bringen anstatt “ langatmige Reden zu halten und still zusammen zu sitzen“.
Wirkte der erste Teil des Textes nicht ganz so furchtbar, wo immerhin ekrannt wird, dass „ganz normale“ Bürger, besser scheint hier wohl „Deutsche“ zu zurteffen, sich an der Reichsprogromnacht beteiligten.
Jedoch bringt mich das restliche Programm doch sehr zum Zweifeln. So erscheint die Frage nach dem Sinn von Gedenkstunden schon zweifelhaft, und der Gegenvorschlag der nun offeriert wird verstärkt dies. Man will zusammengefasst durch Entertaiment, Kultur und Musik sich erinnern. Der Gedanke, dass das ganze zu einer reinen Party Veranstaltung zur Reinwaschung des deutschen Gewissens mutieren könnte, kommt den Veranstaltern wohl nicht. Aber dies passt auch sehr gut in die neue Linie der Erinnerungskultur, wo Kultur und immer einen größeren Teil einnimmt und eher zu einer Erlebnis- und Entertainingfunktion verkommt. (Davon abgesehen, dass man die deutsche Gedenkkultur eh wenig begeistert betrachten kann.)
Weiter verdeutlicht der Text wieso, das ganze wohl recht widerlich werden wird, denn wieso wird in einem Zusammenhang wie der Reichsprogromnacht von „Vorurteile, Ignoranz, Ausgrenzung und Gewalt“ gefaselt, anstatt von Antisemitismus und Nationalsozialismus zu reden und diese als klare Ideologie zu bennen, in welchem Kontext die so genannte „Reichskristallnacht“ (allein dieser beschönigende Name…) stattfand. Dann wird einem zu guter letzt auch noch „Viel Spass“ bei dem ganzen gewünscht, ich wüsste gerne was sich die Autoren dabei gedacht haben, dass sie zu einem derartigen Abend „Spaß“ wünschen…

Dann kommen wir ma zu dem ach so tollen Programm.
Neben einigen langweiligen Musik und Gedichtstheater bekommt man das kalte Kotzen, denn wer sich dort tummeln darf ist mehr als nur widerlich.
Zuerst sei der „Hamburger Verein der Deutschen aus Russland“, der auch mal „tolle“ Veranstaltungen zum „Jahrestages der Deportation der Russlanddeutschen“ veranstaltet, genannt. Dessen Revisionistische Haltung und seine Unterstützung für „Russlanddeutsche“ die „Heim ins Reich“ kehren, wird unter einem kulturellen Schein verpackt und als Integrationsverein bezeichnet.
Dann begeben wir uns weiter Richtung Totalitarismusgedanken, eine Veranstaltung mit dem Titel „Verfolgung Jugendlicher in der DDR“, wo Corinna Mertz und Sarah Kegat „ihre Geschichte erzählen“ dürfen und wir daraufhingewiesen werden, dass dies geschieht

damit auch das Unrecht unter der zweiten großen deutschen Diktatur des letzten Jahrhunderts nicht in Vergessenheit gerät.

Wer dachte die Grenze der Widerlichkeit sei erreicht wird eines besseren belehrt, denn zu guter letzt darf nicht der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ fehlen. Blumige fabuliert dieser:

Kriegsgräberstätten sind Zeugnisse von Krieg und Gewaltausübung. Sie sind uns eine Mahnung, an einer friedlichen Zukunft zu arbeiten. Wir müssen uns im Alltag schon mit den Anfängen von Intoleranz und Uninformiertheit auseinandersetzten.
Einen Beitrag gegen Intoleranz und Vorurteile soll unsere Ausstellung liefern. Sie soll anregen über Gewalt im Alltag nachzudenken und eine Hilfe sein, zu erkennen, dass mit Gewalt keine Lösung von Problemen erzwungen werden kann.

Glaubt man diesem nicht und recherchiert ein bischen stößt man da auf anderes, die Antifa Freiburg schreibt zu diesem Bund:

Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) kümmert sich nicht nur um Gräber von Soldaten der Wehrmacht und der Waffen-SS (was an sich schlecht genug wäre) sondern auch um die Gräber von Wachmannschaften der Konzentrationslager und anderer Massenmörder

Dieser widelrich volkstümmelnde Verbund der zahlreiche Gräber von deutschen Mördern betreut und daz uauch noch mit SS-Angehörigen Verbänden zusammenarbeitet, darf also nun sein Gedankengut am 9.November verbreiten, „ganz im Sinne“ von „gegen Vorurteile, Ignoranz, Ausgrenzung und Gewalt eintreten“…

Eigentlich ruft dieser „Tag“ nach einem Besuch…

sehr guter Artikel von german-foreign-policy zum Bund

Webseite zum Tag