Archiv für Februar 2007

Homophobie in der (deutschen) Reggaeszene

Roots of Reggae.
Der Bericht aus Babylon wirft einen Blick in die Abgründe des Reggae: Hinter der dem vermeintlichen smoothen Sound stecken die reaktionärsten Attacken.
Außerdem stellen wir Euch die Gruppe „Leipziger Kamera“ vor. Die Musikauswahl stammt von Benedikt.

Im Schwerpunkt geht es um die Roots of Reggae – was steckt denn so hinter den Texten, denen die meisten Leute hierzulande wahrscheinlich gar nicht zuhören? Das Problem ist den meisten KonsumentInnen wohl gar nicht bewußt, aber dahinter finden sich weitgehend reaktionäre, religiöse Mythen, wo man(n) keinerlei Probleme mit Feudalismus, Romantizismus und Schwule-Verbrennen hat. Im Beirag werden Begriffe wie Babylon und Zion erklärt, es geht um Haile Selassie, um Zivilisationskritik, um das Wörtchen ‚bun‘, um Jamaika und den Rest der Welt und nicht zuletzt um Homophobie und Sexismus. Das Ganze bekommt Ihr natürlich an der Originalmusik demonstriert.

Roots of Reggae

Dauer: 60:33 min
Download unter http://www.public-ip.org/

Der Teil über Reggae ist ca. 30 Minuten lang.

Homophobie in der deutschen Reggaeszene am Beispiel hallescher Szeneevents
Der Radiobeitrag wendet sich homophoben Tendenzen der Reggaekultur zu. In Interviews werden kulturelle und historische Hintergründe der homophoben Trends vergleichend in Bezug auf die jamaikanische und deutsche Reggaeszene beleuchtet. Im speziellen gehen die Befragten dabei auf Trends in der halleschen Reggaeszene ein. Der Beitrag wurde am 24. Juni 2006 im halleschen nichtkommerziellen Lokalsender RadioCorax95.9 ausgestrahlt und kann hier oder auf Freie-Radios.net heruntergeladen und weiter verbreitet werden.

Homophobie in der deutschen Reggaeszene am Beispiel hallescher Szeneevents

Dauer: 23:26 min
Download unter http://nokrauts.antifa.net/

Vortrasch: Robert Kurz „Über das Unbehagen in der Theorie“

ROBERT KURZ (EXIT!) über die notwendige Eigenständigkeit von kritische Theorie gegenüber der „Praxis“

Was hinten rauskommt, was praktisch zu tun und was verwertbar sei – das sind die üblichen Anforderungen, denen sich eine kritische Theorie ausgesetzt sieht. Hieran wird allzuoft ihr Wert bemessen. Das Aufzeigen der stummen Voraussetzungen und Verstrickungen des Alltagsverstandes mit dem System durch eine kritische Theorie wird regelmä?ig abgewehrt; ein Masterplan wird eingefordert, eine utopische Idee, so als ob Emanzipation nur eine konzeptionelle Frage sei. Mit Neckermann in die befreite Gesellschaft.
Doch Tickets hat kritische Theorie nicht zu verteilen. Vielmehr hat sie sich gegenüber dem Druck praktischer Verwertbarkeit zu behaupten.
Das Ziel kritischer Theorie ist die radikale praktische Umwälzung der Verhältnisse. Um dieses Ziel im Auge zu behalten, muss aber kritische Theorie als eigenständige Form gesellschaftlicher Praxis ernst genommen werden. Die „Was tun?“-Frage im Sinne einer unmittelbaren Handlungsanleitung droht gerade die praktische Relevanz der theoretischen Reflexion zu verfehlen. Unter dem Diktat der falschen Unmittelbarkeit eines Praxisanspruchs verwandelt sich kritische Theorie in bürgerliche instrumentelle und strukturell männliche Vernunft, wie es für den Arbeiterbewegungsmarxismus im Zeichen „nachholender Modernisierung“ kennzeichnend war. Heute, nach dem Ende der Arbeiterbewegung, erscheinen in der Linken Ersatzkonzepte auf derselben problematischen Basis. In einer Zeit, in der soziale Bewegungen ohne reale Eingriffsmacht bislang auf symbolische Praxis beschränkt bleiben und sich ein linker Drang zur Pseudo-Aktivität geltend macht, drohen die Vermittlungen zwischen Reflexion und Handeln erst recht durchgestrichen zu werden. Demgegenüber gilt es, im Prozess einer historischen „Gegenvermittlung“ die Spannung von kritischer Theorie und praktischen Handlungsmöglichkeiten auszuhalten.

Zu diesem Vortrag gibt es einen Artikel in der Theoriezeitschrift EXIT! Informationen und weitere Texte finden sich auf der Homepage www.exit-online.org

Teil 1

Dauer: 59:47 min
Download unter http://www.freie-radios.net/

Teil 2

Dauer: 59:44 min
Download unter http://www.freie-radios.net/

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Heute die Jungle World aus‘m Briefkasten geholt und ersmal gefreut!
Mit 519 neuen Abos steht der weiteren Existenz der Wochenzeitung ersmal nix mehr im Wege :)

jw

Bei der Homepage scheint das noch nicht angekommen zu sein, dort wird immer noch die Abo-Rettungs-Kampagne beworben.

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Hamburg wird hingegen immer weniger „safe“…

Zahl rechtsextremer Straftaten in Hamburg um 40 Prozent gestiegen

Hamburg (dpa/lno) – Die Zahl rechtsextremer Straftaten in Hamburg ist im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Laut einer Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion sind 2006 insgesamt 400 derartige Delikte verübt worden. 2005 seien es 285 Taten gewesen. Bei den rechten Gewaltdelikten verzeichnete die Polizei eine Steigerung von 20 auf 29. «Die Zahlen zur Entwicklung im rechtsextremen Bereich sind leider noch dramatischer als bisher befürchtet», sagte der SPD-Innenexperte Andreas Dressel am Mittwoch in Hamburg. Rückläufig ist dem Bericht zufolge dagegen die Kriminalität aus dem linksextremen Lager.

(Quelle: Hamburger Abendblatt)

Immerhin sind die Genossen ungefährlicher geworden ^^

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Im Stilwerk gibtz vom 21. bis 25. Februar ne coole von Rik Reinking organisierte Ausstellung unter dem Titel „WE ARE THE PEOPLE DARKER THAN BLUE – Skulpturen und Bilder“.

Zu sehen werden unteranderem folgende Künstler sein, die jedem Graffitiinteressierten was sagen sollten:
Daim, Stohead, Tasek, Tilt und Os Gemos

Ausstellungs Homepage: http://www.stillonandnonthewiser.de/

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Was tuen am Wochenende?

Samstag beehrt uns Dj Plastikstuhl mal wieder mit ner neuen Runde „RischRusch – Club Tel Aviv“ im Konsum.
Und (ich weiß nicht ob schon berichtet) aber:

Ab Samstag, den 24. Februar 2007 gibt es den RischRusch – Club Tel Aviv (Hamburgs einzige regelmäßige israelische Musiknacht) einmal im Monat im Konsum (Stresemannstraße 13). Jeweils ab 22:00 Uhr.

eigentlich müsste ich ja dahin: Mass Hysteria Jam aber meine Finanzen lassen das nicht zu…

Befindlichtkeiten

Deutsche Befindlichkeiten

„USA und Israel drohen Abbas mit Boykott“ tituliert die Sz heute. Die deutsche Zeitung schreibt dazu

Vor einem Vermittlungsversuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in Nahost haben Israel und die USA den Palästinensern mit Boykott gedroht.

und sieht dies dadurch gegeben, da

Der israelische Premier Ehud Olmert sagte, eine neue Palästinenserregierung müsse das Existenzrecht Israels anerkennen.

Auf der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag sagte Olmert, er habe in einem Telefongespräch mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush am Wochenende Übereinstimmung darin erzielt, jede palästinensische Regierung zu ignorieren, falls die drei Bedingungen des Nahost-Quartetts nicht erfüllt würden.

„Die amerikanischen und israelischen Positionen dazu sind völlig identisch“, sagte der Premierminister. Das Nahost-Quartett besteht aus Vertretern der USA, der Vereinten Nationen, Russlands und der EU und verlangt von den Palästinensern die Anerkennung von Israels Existenzrecht und bereits bestehender Verträge sowie ein Ende des Terrors.

Die indirekte Empörung darüber, dass das Quartett die Anerkennung des Existenzrechts von Israel durch die Palästinenser als Grundlage nennt ist bezeichnend für deutsche Befindlichkeiten in Bezug auf Israel.

So scheint es gewissen Kreisen, besonders in Deutschland, immer noch nicht vorgedrungen zu sein, dass die Hamas auf Grund ihrer politisch/religiösen Ausrichtung niemals das Existenzrecht anerkennen wird. Daran wird auch die Forderung Abbas

Die internationale Staatengemeinschaft müsse der neuen Palästinenserregierung die Gelegenheit geben, die Forderungen des Nahost-Quartetts zu erfüllen.

nicht viel ändern.

So ist auch die implizierte Empörung über einen eventuellen Boykott wieder symptomanisch. In Deutschland würde man anscheind lieber wieder die Zahlungen an Terrororganisationen wie die Hamas wieder aufnehmen und kann die Einstellung dieser immer nocht nicht nachvollziehen…

Ist der Widerstand in Hamburg bestechlich?

Das Hamburger Abendblatt hat heute einen sehr amüsanten Artikel zum Widerstand gegen den Bau eines Hotels im Schanzenpark abgedruckt.

Der Widerstand gegen den Bau scheint eingeschlafen zu sein, denn

Statt Sitzblockaden, „No-Hotel“-Parolen und Polizeieinsätzen wegen Ausschreitungen herrscht nun Frieden rund um den Wasserturm im Schanzenpark.

Doch Martin Wittmaack, Landeschef der Hamburger Linkspartei, klärt uns auf

„Das ist nur ein erkaufter Frieden“[…]Und weiter: Die Patrizia Immobilien AG habe mit ihrer Spende von einer Million Euro versucht, die Gegenstimmen im Stadtteil abzuwürgen, um so in der Schanze Ruhe zu schaffen.

Schock! Bitte was?! Die haben sich alle bestechen lassen?
Aber lesen wir ersmal weiter…

Das Unternehmen, das den Wasserturm zu einem Vier-Sterne-Hotel umbaut, hat dem Bezirksamt Eimsbüttel eine Million Euro für kulturelle Projekte rund um den Schanzenpark zur Verfügung gestellt. „Die Zuwendung war ein Ausgleich dafür, dass der Wasserturm künftig ausschließlich als Hotel genutzt werden wird“, sagt Axel Vogt vom Bezirksamt Eimsbüttel. Er ist neben Vertretern von der CDU, GAL, SPD selbst Jurymitglied und verwaltet die „Wasserturm-Million“. Ursprünglich sollte ein Teil des Turms für Vereine aus dem Stadtteil zur Verfügung stehen. „Wir vertrauen darauf, dass das Geld im besten Sinne für die Bürger verwendet wird“, sagt Astrid Schüler, Sprecherin der Patrizia Immobilien AG.

Bisher wurden 560 000 Euro ausgeschüttet. Erst vor Kurzem ist das Antragsverfahren für die übrigen 440 000 Euro abgelaufen. „Wir hatten 34 Bewerber und haben uns für die Projekte entschieden, die die öffentliche Nutzung des Parks fördern“, sagt Vogt.

Man könnte einfach auch von Bestechung sprechen, aber das klingt so hässlich. ;)
Aber nun wollen wir wissen wer die „Verräter“ sind, dass sind unteranderem:

- Der Verein Bunte Kuh mit 70 000 Euro, der Lehmbau-Aktionen für Kinder organisiert
- das Projekt „Hotelgäste – Akrobatik & Theater“ bekommt 3400 Euro
- Die Multikulturelle Bühne erhielt für Lichttechnik, Stühle und eine Musikanlage 17 600 Euro
- Verein BaSchu, 6600 Euro für eine Spielplatzausstattung.
- Mädchenoase Dolle Deerns, 5400 Euro für Honorarmittel für „mädchen-/frauengerechte Stadt- und Parkplanung“
- SC Sternschanze, 350 000 Euro für den Bau eines Klubhauses
- Verein für Stadtteilbezogene milieunahe Erziehungshilfe, 20 000 Euro Zuschuss für die Ausrichtung der Schanzenspiele
- NASchEi-Agentur bekommt 19 000 Euro für Radiosendung „Schanzenpark on Air“
- Der Verein Bajazzo erhält 17 000 Euro

Diese „Neuigkeit“ die uns das Abendblatt da anbietet ist zwar keine, denn die Zahlung der Millionen an den Stadtteil ist seid langen bekannt. Einzigst ist jetzt genau bekannt, welche PRojekte nun genau vom Bezirke mit Geld versorgt wird.
Doch die genauen Summen und Stellungnahmen der Begünstigten zeigen noch anderes auf. So stellt der Koordinator Dirk Hellmann des Vereins Bajazzo fest

„Ohne die Summe hätten wir das Zeltfestival nicht mehr auf die Beine stellen können.“

So dienen die Zahlungen dem Stadtteil wohl auch zur Kassenentlassung, damit sie Kulturprojekte nicht mehr unterstützen muss.

Außerdem macht dies erneut deutlich, dass das Gelaber von einem vermeitlichen Zusammenhalt und der Vertretung eines gemeinsamen Interesses im Kiez, nichts als heiße Luft ist. Nicht umsonst waren die Demos relativ schnell nur von Autonomen dominiert. Denn primär kann man den Protest als x. Versuch sehen, wieder eine Mobilisierung wie zu Bambule-Zeiten zu erreichen und die Hoffnung an den „Erfolg“ selbigens anknüpfen zu können.

Referrs in der letzten Zeit

Google: vergewaltigung von Männern
Google: hitlers rede zur reichskristallnacht videoclip
Google: Schädel zertrümmert
“ escape(ref) “
Google: hamburg riot crew
Google: kennt jemand die email christian worch
Google: hitlers kriegserklärung o-ton
Google: buissness
Google: „kauf nicht beim juden“
Google: „scenario freak“
Google: Kinderspielzeug nach 1945
Google: winter durchführung kindergarten

ich glaube es wird niemand fündig geworden sein ^^

und Samstag gehtz dahin…