Archiv für Juli 2007

It´s Over

Ein weiterer Zeitschriftentod…

Nun wurde auch die Context XXI vom Printausgabensterben erfasst:

Liebe Freundinnen und Freunde von Context XXI,
Seit 1999 existiert Context XXI, so wie Ihr es kennt: als Zeitschrift, Internetplattform und Radioproduktionsstätte. Context XXI war von Anfang an ein ziemlich anachronistisches Unterfangen. Wieso das?

Frau/Man kann eben nicht als zeitgemäß gelten lassen, was ohne nennenswerte finanzielle Mittel und ohne Profitorientierung Öffentlichkeit schaffen will.
Frau/Man kann eine Redaktion als von Gestern bezeichnen, die sich wissentlich und mit viel Elan übernimmt und fast in den privaten Ruin treibt, einfach um Öffentlichkeit zu schaffen.

Eine Zeitschrift kann als zivilgesellschaftliches Projekt mit dem Aufzeigen von Antisemitismus in der Zivilgesellschaft eigentlich nur Unzufriedenheit und Abokündigungen vieler LeserInnen provozieren. Harte Kritik am eigenen Publikum, am eigenen Umfeld, an und innerhalb der eigenen Redaktion ist eben ein schlechter, wenn auch eigentlich die einzig sinnvolle Grund, um Öffentlichkeit zu schaffen.
Viele LeserInnen, die Context XXI als Zeitschrift der ARGE Wehrdienstverweigerung empfingen, regten sich über uns auf, als keine einseitige und vehemente Kritik an der Irak-Politik der US-Regierung erschien, sondern irakische Flüchtlinge zu Wort kamen, die sich mehr über den Sturz der Baath-Diktatur freuten, als sonst was. Die ARGE selbst beschloss, ihre HerausgeberInnenschaft zu kündigen. An ihre Stelle trat die österreichische Sektion der Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus, was inzwischen inhaltlich auch besser passte. Viele LeserInnen fanden es indiskutabel, dass die von ihnen vertretene Israelkritik von uns meist als unhaltbar, auf Unwissenheit und Vorurteilen basierend kritisiert wurde.
Viele LeserInnen aus der Antiglobalisierungsbewegung sahen sich ebenfalls vor den Kopf gestoßen, als unsere AutorInnen darlegten, dass ihre Kapitalismuskritik verkürzt war und somit oft den Kriterien von sekundärem Antisemitismus entsprach.

Es gab aber auch viele LeserInnen, die unsere Kritik annahmen, fallweise, weil sie selbst so dachten, meist aber, weil man als kritischer Mensch Kritik am eigenen Handeln und Denken braucht, um weiter zu kommen, um nicht genau solche Fehler zu machen, wie jene, die man selbst kritisiert.
Auch gab es viele, meist neue LeserInnen, die unsere historischen Aufarbeitungen schätzten, vor allem, weil sie immer einen Bezug zur Aktualität behielten, eben wegen der sehr engagierten AutorInnen. Diese AutorInnen lieferten für Context XXI nicht einfach nur journalistische oder wissenschaftliche Arbeiten, sondern Essays, Versuche einer Auseinandersetzung, was natürlich die Qualität der Beiträge oft Höhenflüge antreten ließ. Und dieser Qualität Öffentlichkeit zu ermöglichen, war einer der zentralen Gründe, warum Context XXI überhaupt existierte. Spaltungen innerhalb der Redaktion gab es ebenfalls viele, die schlimmste war wohl der teilweise vollzogene Bruch mit Café Critique, dem unterschiedliche Auffassungen darüber, wo Rassismus beginnt (vgl. Context XXI 08/2004), zugrunde lagen.

Doch Kritik hat ihren Preis. Unser Preis war eine etwas überforderte Redaktion, hohe Druckkosten, viele Stress ohne Ende, inklusive gebrochener Freundschaften und Burnouts.
Die Restredaktion beschloss mit diesem Jahr, die Druckversion von Context XXI nicht mehr zu produzieren. Das, was zu schreiben ist, findet auch im Internet Platz. Das schöne Papier bleibt vorerst einmal leer und hört auf, eine „selbstverständliche Ausnahme“ zu sein.
Was bleibt, sind über 30 gedruckte Ausgaben, die für etliche Beteiligte in vielen Diskussionen Meilensteine oder zumindest prägnante Ecksteine gesetzt haben.

Auch wenn nicht mehr so bald gedruckt wird, die Kritik geht weiter, denn mit einer Zeitschrift geht noch lange nicht der Wunsch der AutorInnen unter, etwas zu sagen, auch wenn es ohne Druckfahne und Druckerschwärze schwieriger zu fassen und verstreuter wird. Vielleicht so verstreut, dass bald wieder eine Gruppe von Leuten sich wissentlich übernehmen wird, um die Worte dorthin zu bringen, wo sie fürs Auge und Gedächtnis hingehören, nämlich auf per Post verschicktes Papier.

Ihr werdet dann die Ersten sein, die davon erfahren. Bis dahin Danke für Euer Lesen und für eure jahrelange Unterstützung, die aus Context XXI keine Eintagsfliege gemacht hat. Aktuelles und hoffentlich auch bald neue Texte findet Ihr weiterhin auf www.contextxxi.at.

(Quelle: Context XXI)

Leider scheinen auch die Radiobeiträge ihr Zeitliches gesegnet zu haben, denn den letzten gab es im November 2006.
Schade dies… bleibt zu hoffen das die eigenen Erwartungen oder Hoffnungen erfüllt werden:

„die Kritik geht weiter“

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Bleibt was?

Nachbereitung zum Ersten beim Freien Sender Kombinat, Studio- Telefondiskussion und Interview mit jemand von T.O.P. Berlin.

Inszenierung und symbolischer Protest in Ermangelung realer Interventionen? Partizipation am Event bzw. Spektakel? Praxis und Kritik – gibt es Reflektionen?

G8 Nachsitzen – Erste Studiodiskussion Nach-No-G8 – Teil 1
Dauer: 25:56 min
Download/Stream unter http://www.freie-radios.net/
(leider *.ogg Dateien, daher keine Streaming Möglichkeiten über den Blog…)

G8 Nachsitzen – Erste Studiodiskussion Nach-No-G8 – Teil 2
Dauer: 21:31 min
Download/Stream unter http://www.freie-radios.net/
(leider *.ogg Dateien, daher keine Streaming Möglichkeiten über den Blog…)

Blogger_innen Treffen Update 1.1

Da bis jetzt noch keine konkreten Vorschläge kamen, habe ich mich jetzt mal erdreistet einen Tag und Uhrzeit festzulegen, falls da berechtigte Einwände vorhanden sind, bitte meckern.

>>>Blogger_innen-Treffen @ Antifacamp Oberhausen< <<
Bring Yourself
Your Laptop
Propaganda
Buttons (für Buttonaustausch)
Sticker (same as Buttons)

am 3.08.07 um 21:30 Uhr (bzw nach den Workshops)

TerrorCore

Terrorgruppe

Folgende Veranstaltung hat die Redical[m] am 15.05.07 in Göttingen durchgeführt.
Die Veranstaltung gibt es jetzt zum Download auf deren Homepage.
(Eigentlich schon etwas länger, aber puk.de scheint momentan Serverprobleme zu haben…)
Wegen den Server Problemen von puk.de habe ich den Vortrag mal bei gulli.com hochgeladen.
Download via gulli.com hier möglich…

Gnadengesuche, Rachegelüste und der ganze Rest
Die aktuelle Mediendebatte zur RAF

Die Haftentlassung von Brigitte Mohnhaupt und das Gnadengesuch von Christian Klar waren wie ein Stich ins Wespennest für die bundesdeutsche Öffentlichkeit: Ein Sturm der moralischen Entrüstung brach über die Köpfe herein. Beckstein wusste gleich, dass die Taten der RAF die schlimmsten Verbrechen waren, die es jemals in Deutschland gegeben hatte. In den Medien gibt es reihenweise Portraits und Interviews von „hauptberuflichen“ RAF-Opfern und eine gesellschaftliche Grundstimmung der Rache, die es sonst nur im Zusammenhang mit Kinderschändern gibt. Deutschland back in 1977? – Und die Linke steht mit offenem Mund daneben.

Entzünden sich am Gnadengesuch von Christian Klar die alten Auseinandersetzungen einfach aufs Neue oder geht es um mehr? Was hat sich seit dem Deutschen Herbst geändert, was ist (möglicherweise) gleich geblieben? Wie kommt es, dass die öffentliche „Debatte“ um die RAF in dieser Form geführt wird? Was verbirgt sich hinter der Forderung nach der restlosen Aufklärung der Taten? Warum nehmen die Hinterbliebenen der RAF-Opfer sowie Ex-Linke eine derartig prominente Rolle ein und wie sind ihre Äußerungen in der Debatte zu verorten? Wer könnten die Adressaten der Debatte sein? Was wird uns in ein paar Monaten, im Deutschen Herbst erwarten? Und folgt die Debatte – trotz ihrer scheinbaren Unübersichtlichkeit – möglicherweise bestimmten Regeln?

Zu diesen und anderen Fragen referieren und diskutieren:

Oliver Tolmein (Rechtsanwalt, Autor der Zeitschrift konkret, Hamburg)
und Hanno Balz (Dozent, Bremen / Göttingen)
am Dienstag, den 15.05.2007 im APEX

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GameBoyNoiseCore

War dort, insgesamt ganz gut, für meinen Geschmack leider stellenweise zu langsam. Aber dann durfte ich ein absolutes Highlight der Electroszene genießen.

DOGMATECH startet in 2005 as an minimal tech projekt and a live performance at Schilleroper Bar in Hamburg.
While messing around with the Game Boy programms Nanoloop and LSDJ i found out quickly how harsh this machine can sound! It was exciting and pure fun to explore my jungle and hardcore roots with such a minimalistic device. What do you need more than a pulswave Bass and a noisy rythm to be happy? ;-P
So I released some rougher tracks online and suddenly someone wrote at vorc.org that DOGMATECH is an hardcore chiptune project. The logical consequence was the decision to put the minimal stuff in another project: Nanolo (because I use NL2 a lot. It will find it`s home at www.nanolo.info if I find the time to create a site.
The new aims for DOGMATECH are now to create an Album with a lot of noisy experiments with Commodore 64s Cirquit Bending, FX, DIY stuff and of course Casio keyboards and massive abuse of the Game Boy!
Apart from that I want to improve the live show with ill stuff and FX! I just love performing and have a good time kicking a party crowd with dirty beats and noise for their pleasure! Especially on Freepartys because I love the spirit of that movement.

Tracks als Mp3 zum Download:
(Rechtsklick, Speichern unter…)
Le truque Fuque ( Bumm Bumm, Techno, tekno, game boy, 8 bit, Chiptune )
Banglassi ( Fratzengeballer, Chip tune, 8-bit, techno, hardcore, noise )
Rave Signal ( Game Boy, french tek, hard tek )
(von muzie.co.jp)

riot sound for useless
einszwodreivier
banglassi
Schnelle Salmonelle
(von last.fm)

the 23rd massacre
(von mp3.com)


(in der ersten Minuten erkennt man nix, vorspulen is angesagt!)

Daily Stuff

Ma´ vorbei schauen

Tu ich morgen/heute mal da:

Protestkundgebung
· Mahmoud Salehi, einer der bekanntesten Arbeiteraktivisten, wurde zu einer
Haftstrafe von einem Jahr verurteilt und sitzt nun seit drei Monaten im Gefängnis.
Sein gesundheitlicher Zustand ist gefährdet, weil eine seiner Nieren nicht mehr
funktioniert.
· Mansour Osanloo, Vorsitzender der Gewerkschaft der Busbetriebe Teheran und
Umgebung (Vahed), wurde am 10. Juli auf offener Straße durch Kräfte des
Geheimdienstes verhaftet.
· Dutzende Frauenaktivisten, die ihre Stimme gegen das faschistische, islamische
Regime Irans erhoben haben, wurden in den vergangenen Wochen verhaftet und
sitzen in berüchtigten Gefängnissen der Islamischen Republik.
· Viele Studenten, die nicht mehr bereit sind unter dem Joch der Islamischen
Republik zu leben, wurden in den letzten Wochen in Bezug auf verschiedene
Protestaktionen verhaftet und warten auf ihre Verurteilung durch die islamische
Justiz.
Wir rufen alle Arbeiterorganisationen und Parteien, Frauenaktivisten und
freiheitsliebende Menschen auf, gegen die unmenschliche Islamische Republik Irans
zu protestieren.
Sa. 21.07.2007 12-14Uhr
Mönckebergstraße gegenüber „Saturn“

Solidaritätskomitee mit den iranischen ArbeiterInnenn im Iran – Hamburg
Koordinationsrat der Iranerinnen und Iraner in Hamburg e.V.

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New Footwear

Nach langem habe ich mich heute durchgerungen endlich mal neue Sneaker zu kaufen. Also ab zu meinem Sneakerladen der Wahl und mich ewig beraten lassen und festgestellt das Geoff Rowley anscheind net mehr vegan ist und deshalb auch keine neuen Promodels verursacht die aus Kunstleder sind. Schade ist das schon, da meine letzten 3 Sneakers seine Promodelle waren (das letzte Modell hatte sogar mal auch einen Blogeintrag) und ich eben diese total klasse fand…
Naja last but not least mir zich andere angeschaut, anprobiert und letztlich sogar ein herutnergesetztes Modell erstanden:


éS Norton, black

Das is des ProModell von Rick McCrank und auf der éS Homepage erfahren wir:

Rick is also a vegetarian, so he is offering two colorways that are made of 100% synthetic materials.

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Alltag

Am 14.7. war mal wieder Naziaufmarsch in Lüneburg, angemeldet von Christian Worch dem Banausen. Denn der und seine Kameraden waren „ganz doll traurig“ wegen der „gemeinen Repression“ am 2.Juni als Nazis „Juden Raus“ grölend dort maschierten.
Den üblichen Indymediabericht gibt es >>hier< <
und die Pressemitteilung der Antifa Lüneburg >>hier< <
Achja Antifainfo Hamburg hat auch was dazu geschrieben >>hier< <

Gespräch mit Jemand von der Antifa Lüneburg
Dauer: 10:24 min
Download/Stream unter http://www.freie-radios.net/
(leider *.ogg Dateien, daher keine Streaming Möglichkeiten über den Blog…)

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„ich bin so radikal mein freund war früher mal hausbesetzer!“
(Kinderzimmer Productions „Aggressions Management“)

On and on…

verdammt, da bin ich aftershow doch knapp unterlegen

78%How Addicted to Blogging Are You?
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Das Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung an der Uni Bielefeld hat ne ganz interessante Studie während des G8-Gipfels durchgeführt.

Die Soziologen und Demografen der Uni Rostock und die Bielefelder Jugendforscher sind mit ihrem Projekt „Motivstrukturen jugendlicher Globalisierungsgegner“ zwar noch nicht vollständig fertig, doch liegen jetzt – nur einen Monat nach den Protesten und Befragungen – erste repräsentative Ergebnisse vor. Die Forschung fand zielgenau im Echtzeit-Modus statt, während der Aktionstage in den Camps, sowie bei der Auftakt- und Abschlussveranstaltung.

Neben dem ganzen Rumgeheule, dass die heutige Jugend so unglaublich gewaltfreundlich wäre, gibt es auch nen paar ganz interessante Feststelltungen:

Für alle Befragten stehen klar politische Ziele im Vordergrund. „Zwar wird die Teilnahme an der Demonstration auch genutzt, um neue Erfahrungen zu sammeln, Spaß zu haben und neue Leute kennen zu lernen“, heißt es in der ersten Auswertung. Dies seien aber sekundäre Gründe. „Es geht hauptsächlich gegen eine Form der Globalisierung, als deren Konsequenz Armut und Unterdrückung der dritten Welt gesehen wird und Perspektivlosigkeit als Folge der Dominanz ökonomischer und politischer Macht.“

Die Masse der Demonstranten am Zaun vor Heiligendamm ist überdurchschnittlich gebildet. 70 Prozent gehen noch zur Schule oder studieren. Sander: „Dies spiegelt sich auch in den Elternhäusern der Jugendlichen wieder. 52 Prozent der Väter und 47 Prozent der Mütter haben einen Hochschulabschluss.“
Die Demonstranten von Heiligendamm gehören mithin nicht zu den Verlierern der Globalisierung, dennoch geben 88 Prozent als Motiv ihrer Teilnahme „Perspektivlosigkeit“ an. Projektmitarbeiter Matthias Witte erklärt das so: „An den Globalisierungsprotesten beteiligen sich vor allem die Jungen der Mittelschichten, aber auch ihre Eltern, die Angst vor dem sozialen Abstieg ihres Nachwuchses haben.“

Jugendforscher wie er und der Bielefelder Arne Schäfer sprechen von der Entstehung einer „prekären Generation“, die unter einer Art „biografischem Schock“ stehe, auf den sie schlecht vorbereitet ist. Die meisten kommen aus einer heilen Welt, haben ihre Kindheit in den Wohlstandszeiten der achtziger und neunziger Jahre verbracht, mit sozial gut situierten Eltern und angenehmen Beziehungen. Mit dem Eintritt ins Berufsleben werden sie von einer härteren Realität erfasst, „erleben eine dramatische Gleichzeitigkeit von Armut und Reichtum, Abstieg und Aufstieg, Schatten- und Sonnenseiten der Globalisierung“, sagt Schäfer.

Ansonsten darf sich auch die Linke freuen:

Konnten früher Grüne oder Sozialdemokraten sich Demonstranten als Anhängerschaft zurechnen, scheinen sich die Engagierten der Gegenwart bewusst von diesen organisierten Formen der Politik abzusetzen. Sie wollen „keine vereinnahmenden Politorganisationen“, sagt Jugendforscher Schäfer.


(Quelle: Spiegel)
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The same procedure as every year

Achja, das Event der Hamburger linken Szene, das Schanzenfest, findet dies Jahr am: 22. September statt.

tagsüber:

Rückblick zum letzten Jahr.

jedes Jahr abends: