Business as Usual

Es war, als könnte man die Uhr danach, stellen: pünktlich um kruz vor 22 Uhr brannte das obligatorische Feuer vor der Flora und die Polizei rückte an um für die rituellen Straßenschlachten zu sorgen…

Aber ganz von vorne.
Wie jedes Jahr fand am Samstag das Schanzenfest, das Straßenfest vor und rund um die Rote Flora, statt. Ab frühmorgens wurden Stände in den Straßen aufgebaut und die Polizei zählte im Verlauf des Tages „ca. 600 Flohmarktstände und mehrere Musikbühnen“.
Poisitiv zu erwähnen ist, dass der Trend zu immer mehr Electro-Soundsystems geht.
Ansonsten war dies Jahr, wohl das am besten besuchte Schanzenfest seid langem, was aber ab Mittags eher nervtötend war und für ein eher volksfesttypischen Charakter sorgte. Jedenfalls war es unglaublich nervig voll, über allem lag ein Grill- und Fischgeruch und an zuvielen Ständen gab es Deutschlandacessoirs.
Standtechnisch überwiegt in zwischen der Trash-Flohmarktstand, was den obligatorischen Rundgang eher langweilig gestaltete. Ansonsten Polit-Stände von: Solid-Hamburg, SDAJ, AntiRepressions Gruppe, Cafe Exil, Infoläden, Tierrechtssolistand, Fau Hamburg, irgendwelche Stadtteil Initiativen und die Antiimp-Nachwuchsgruppe SoL, die mit ihrer peinlichen Hammer+Sichel Ästhetik nervte.

Musikalische konnte die Bühne vor der Flora nahezu überzeugen, einziges Tief was Ästhetik, musikalisches Können und politisches Statement betraf, war der Auftritt von SAV-Holger Burner…
Ansonsten Knarf Rellöm und Plemo und das Feuer, sowie irgendne Band die mich nicht wirklich interessierte.

Ansonsten alles wie immer…


Bild1: Fest gen frühen Abend vor der Flora
Bild2: Plemo und das Feuer performan und die Kids gehen ab!
Bild3: Das Bühnenprogramm (man beachte den untersten Punkt!)
Bild4: Transpi an´er Flora


Der Verlauf des Abends:

Es ist schon fast zum Ritual geworden. Tagsüber vergnügen sich 8000 Anwohner und ihre Familien auf dem Schanzenfest. Und abends gibt es Krawalle. Sonnabend lieferten sich rund 200 Protestler vor der Roten Flora am Schulterblatt Straßenschlachten mit der Polizei. Es waren die heftigsten Krawalle seit Jahren. Acht Polizisten und sieben Demonstranten erlitten Verletzungen. Das Einsatzprotokoll:

- 20.49 Uhr: An der Lippmannstraße zünden Unbekannte einen Müllcontainer an. Fast zeitgleich werden an der Stresemannstraße, Eifflerstraße und Juliusstraße Barrikaden errichtet.

- 21.56 Uhr: Vor der Roten Flora am Schulterblatt brennt ein Feuer. Die Flammen schlagen rund vier Meter hoch in den Himmel.

- 22.10 Uhr: Die Polizei fordert die Protestler auf, den Platz zu räumen. Kurz danach setzen die Beamten Wasserwerfer ein. Es fliegen Steine und Flaschen. Demonstranten werden festgenommen. Die Polizei setzt Schlagstöcke ein.

- 22.40 Uhr: An der Altonaer Straße brennen Müllcontainer. Barrikaden versperren die Straße.

- 23.10 Uhr: Barrikaden brennen an der Juliusstraße. Immer wieder kommt es zu Flaschenwürfen und Festnahmen.

- 2 Uhr: Die Lage beruhigt sich. Mitarbeiter der Stadtreinigung beginnen mit den Aufräumarbeiten.

- Die Bilanz: Acht Polizisten wurden verletzt. Sieben weitere Personen, darunter von Flaschen getroffene Unbeteiligte, mussten behandelt werden. Insgesamt waren 700 Polizisten im Einsatz. Sie nahmen 38 Personen fest und zehn in Gewahrsam.

(Quelle: Mopo vom 24.09.2007 / SEITE 10-11)

Sonstige Presse:
„Randale im Schanzenvierte“ N-TV (mit Video)
„“Schanzenfest“ endet in wüster Straßenschlacht“ Welt
„Polizeigroßeinsatz nach Randale im Schanzenviertel“ Hamburg1
„Verletzte nach Randale im Hamburger Schanzenviertel“ NDR
„Verletzte bei Randale nach Straßenfest in Hamburg“ AFP
„Randale im Schanzenviertel“ Süddeutsche
Verletzte bei Krawallen in Hamburg
„Randale im Schanzenviertel – Polizei-Großeinsatz mit Wasserwerfern“ Abendblatt

„Ausschreitungen nach nicht angemeldeter Veranstaltung im Schanzenviertel“ Polizeibericht

YouTube: „Krawalle auf der Schanze in Hamburg“ 5minütiges Video

Indymedia:
„HH Schanzenfest – Wie jedes Jahr und weshalb?“
HH: Impressionen vom Schanzenfest
Das Schanzenfest 2007
Auschreitungen bei Schanzenfest HH