2mal Kommunismus, bitte!

Studiogespräch mit Bini Adamczak zu „GESTERN MORGEN – Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft“
„Vom Hitler-Stalin Pakt bis zur Oktoberrevolution kreisen die Überlegungen Adamczaks um die Figuren von Partei und Klasse von Verrat und Versprechen, um sie in ihrer Logik, aber vor allem als Erfahrungen zu rekonstruieren. Die Autorin sucht das Trümmerfeld der Geschichte nach den revolutionären Wünschen ab, die darunter begraben liegen. Aber es gibt keinen unbeschadeten Zugriff auf die vergessenen Träume. Der Weg zu den vergangenen Hoffnungen führt über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Die bergende Arbeit an der Geschichte ist somit eine Arbeit der Trauer, eine Trauerarbeit, die das Buch einfordert und zugleich performativ vollzieht. Es birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: „gestern morgen“. „Kommunismus für Kommunistinnen““ (Aus der Verlagsankündigung) Siehe auch: Gespenster revisited. Eine Rezension von Jessica Zeller in der JungleWorld

Interview des Freien Sender Kombinats

ISBN-13: 978-3-89771-465-6
Ausstattung: br., 160 Seiten
Preis: 12.00 Euro
im Unrast Verlag

Teil 1
Dauer: 35:44 min
Download/Stream unter http://www.freie-radios.net/
(leider *.ogg Dateien, daher keine Streaming Möglichkeiten über den Blog…)

Teil 2
Dauer: 27:54 min
Download/Stream unter http://www.freie-radios.net/
(leider *.ogg Dateien, daher keine Streaming Möglichkeiten über den Blog…)

Dazu recht passend (geklaut von tous et rien):

Kommunismus, allez, ade…
Während ein Teil der emanzipatorischen Linken auf Demonstrationen weiterhin lautstark Kommunismus fordert, hat ein anderer Teil dem Begriff eine Absage erteilt. Kritik am Begriff des Kommunismus gibt es aber von beiden Seiten. In einem konstruierten Streitgespräch hört Ihr Hannes von der Leipziger Gruppe in Gründung (GiG) und Andreas von Theorie.Organisation.Praxis (TOP) aus Berlin.

Eine progressive Linke fordert den Kommunismus, weil er eine Assoziation freier Individuen sein soll. Die Idee einer freien Gesellschaft wird wohl kein Linker kritisieren, wohl aber den dafür gewählten Begriff Kommunismus. Linke Kritiker des Kommunismus sagen zum einen, dass der Begriff durch die Geschichte, also den real existierenden Sozialismus und Stalinismus, nur negativ konnotiert sein kann. Dem Marxschen Ansatz sei außerdem ein elitärer Charakter immanent und das „Reich der Freiheit“ utopisch genug, um nicht umsetzbar zu sein. Diese Position vertritt auch Hannes von der Gruppe in Gründung (GiG). Er erzählt, warum der Begriff Kommunismus seiner Meinung nach nicht mehr taugt, man aber trotzdem unbedingt links emanzipatorisch denken sollte.
Andreas von Theorie.Organisation.Praxis (TOP) erklärt dagegen, warum seine Gruppe auch weiterhin zum Beispiel unter dem Motto „Just Communism“ auf die Straße geht und Kommunismus oberstes Ziel einer Linken sein sollte.
Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen will, dem sei außerdem die Veranstaltungsreihe in Leipzig der GiG zu empfehlen. Dort setzen sich die ReferentInnen unter dem Motto „Die Enttäuschung. 90 Jahre Oktoberrevolution und das Versagen des Kommunismus“ kritisch mit dem Thema auseinander. Um reflektierte Kritik am Bestehenden geht es außerdem im Dezember beim „Ums-Ganze-Kongress“ in Frankfurt am Main. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen findet Ihr einmal unter www.gig-leipzig.com, und zum anderen unter www.top-berlin.net.

Sendung von Radio Island

Dauer: 60:12 min

Download unter http://www.public-ip.org/


1 Antwort auf “2mal Kommunismus, bitte!”


  1. 1 Bini Adamczak “Gestern Morgen” « riot propaganda Pingback am 11. November 2008 um 20:02 Uhr
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