Gewalt gegen Frauen im NS

Der Antifaschistische Frauenblock Leipzig (AFBL) organisierte eine Veranstaltugnsreihe mit dem Titel „Gewalt gegen Frauen im NS“ im Februar 2008. Zwei Veranstaltungen wurden von public-ip.org aufgezeichnet. Am 18.3. folgt noch die Veranstlatung „Vergewaltigung im deutschen Opferdiskurs“ mit Regina Mühlhäuser.

Sexzwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Der erste Vortrag am 7. Februar 2008 im Conne Island war zum Thema „Sexzwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“ von Christa Paul.

Kriminalisierung, Kasernierung und Verfolgung von Prostituierten waren die eine Seite nationalsozialistischer Politik. Die andere Seite war die von staatlichen Institutionen initiierte Errichtung eines Netzes von Bordellen unterschiedlicher Kategorien: Bordelle für Wehrmachtsangehörige, Bordelle für Fremd- und Zwangsarbeiter und Bordelle für Häftlinge in Konzentrationslagern.
In den Bordellen für Häftlinge der Konzentrationslager mussten Frauen aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau arbeiten. Sie hofften auf eine in Aussicht gestellte Entlassung aus den Konzentrationslagern oder auf bessere Überlebensbedingungen im Konzentrationslager.
Die staatlich errichteten Bordelle waren Teil des nationalsozialistischen Terrors und Teil der Geschichte sexualisierter Gewalt an Frauen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die staatlich errichteten Bordelle tabuisiert. Dadurch konnten die Frauen, die in den Bordellen arbeiten mussten, ihre Erfahrungen nirgendwo erwähnt finden. Nur vereinzelt sprechen Frauen über ihre Zeit in einem KZ-Bordell. Die meisten Frauen schwiegen, weil es sexualisierte Gewalt war, die sie erlitten, und weil sie befürchteten, diskriminiert zu werden. Der Bericht einer Frau, die in einem KZ-Bordell arbeiten musste, wird vorgestellt. Beleuchtet wird auch die Entschädigungspolitik, insbesondere in Hinblick auf ihre Bedeutung für das Schweigen über die Lagerbordelle.

Christa Paul ist Autorin des Buchs „Zwangsprostitution: Staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus“.

An dieser Stelle ist nur der Vortrag dokumentiert, die anschließende Diskussion leider nicht, weil die Fragen der Gäste akkustisch schlecht zu verstehen waren.

Dauer: 56:45 min

Download unter http://www.public-ip.org/

Zwangsarbeiterinnen in Ravensbrück

Die Lesung samt Filmmaterial mit Loretta Walz fand am 21. Februar 2008 im Conne Island statt. Titel des Vortrags war „Zwangsarbeiterinnen in Ravensbrück“.

In einer Mischung aus Lesung und Filmausschnitten stellt Loretta Walz Überlebende des Frauen-KZs Ravensbrück vor. In diesem Lager nördlich von Berlin waren über 130.000 Frauen und Kinder inhaftiert. Zehntausende wurden systematisch ermordet oder starben auf Grund der Lagerbedingungen.
Die meisten der Überlebenden haben nie von der Schreckenswelt des Konzentrationslagers gesprochen. Gegen Hunger, Tod und Verzweiflung täglich neu ums Überleben zu kämpfen, schließlich mit der Erinnerung an die tiefste Erniedrigung weiterzuleben – jahrzehntelang wollte es niemand wissen.Loretta Walz befragt in Ihrem Buch „Und dann kommst du dahin an einem schönen Sommertag“ Überlebende nach ihrem ganzen Leben, nicht nur den Jahren in Ravensbrück.
Neben der Arbeit der Referentin und ihren Erfahrungen bei den Interviews wird der Schwerpunkte der Veranstaltung auf Inhaftierte als Zwangsarbeiterinnen in den SS-Werkstätten und Siemenswerken liegen.

Loretta Walz ist Autorin und Regisseurin. Sie beschäftigt sich seit 1980 mit den Lebensgeschichten von Überlebenden aus Ravensbrück. Insgesamt führte sie 200 Interviews.

Dauer: 122:06 min

Download unter http://www.public-ip.org/


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