„Einigung“ in Hamburg

Der Konflikt um den Aufenthalt des „Zuges der Erinnerung“ im Hamburger Hauptbahnhof scheint beigelegt. Nach öffentlichem Druck war die Bahn inzwischen so „gutherzig“ einem Aufenthalt des Zuges im HBF am Ostermontag zur Begrüßung zuzustimmen. Ausschlaggebend hierfür ist sicherlich die große mediale Aufmerksamkeit gewesen, wobei auch gerade die Anwesenheit von Shoa-Überlebenden aus Hamburg, Israel und New York eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte. Denn eine möglicher Skandal um die Verdrängung des Zuges auf Abstellgleis, hätte internationale Aufmerksamkeit erlangt.
Trotzdem wird deutlich, dass die DB ihre Position der Kampagne gegenüber klar ausspielt und sich ihren Möglichkeiten zur Verhinderung des Gedenkens bewusst ist. Denn der Kompromiss der nun gefunden, kam nach Aussage der Kampagne nur zustande, da um die „Würde des Gedenkens zu wahren und nicht durch weitere Aueinandersetzungen mit der Führung der DB AG zu beschädigen, hat der Verein „Zug der Erinnerung“ diesen Kompromiss akzeptiert“.
Es zeigt sich, dass die Bahn immer noch bestrebt ist, dass Gedenken nach Kräften zu be- und verhindern. Neben den unglaublichen finanziellen Forderungen seitens der Bahn, welche, wie schon berichtet, einem Eintreiben der bei der Deportation „entfallenen“ Gewinne gleichen, scheint die Bahn aktuell auch mediale Öffentlichkeit mit ihrer Verweigerung nicht zu scheuen.
Deutlich ist auch geworden, dass die vorgebrachten Gründe, Rauchmelder im HBF und Behinderung des Verkehrs, pure Fiktion sind. Wurde der Aufenthalt einer Dampflok im HBF vorher zur Unmöglichkeit erhoben, ist die Fiktion dieses Grundes nun offenbar. Denn zum einen scheint der Aufenthalt ja nun doch kein Problem darzustellen, zum anderen gibt es mehr als genug andere Anlässe bei denen Gleise gesperrt oder reserviert werden. Beispielsweise bei Fußballspielen, Gleisbauarbeiten, Kinderfesten des NDR und vielen anderen Anlässen.

Der Aufenthalt wird sich in Hamburg nun wie folgt gestalten:

  • Ostermontag: Hauptbahnhof – Gleis 12b – 9:00 bis 19 Uhr
  • Dienstag bis Samstag: Altona – Gleis 5 – 9:00 bis 19:30 Uhr
  • Pressemitteilung der Kampagne:

    Zug der Erinnerung hält am Ostermontag im Hamburger Hauptbahnhof

    Anschließend ganztägige Ausstellung im Bahnhof Altona

    HAMBURG -Der „Zug der Erinnerung“ wird am Ostermontag von 9:00 bis 19:00 Uhr im Hauptbahnhof auf Gleis 12b zum Gedenken an die ermordeten Kinder und Jugendlichen bereit stehen. An den folgenden fünf Tagen kann die Ausstellung von 9:00 bis 19:30 Uhr im Bahnhof Hamburg-Altona auf Gleis 5 besichtigt werden.

    Um die Würde des Gedenkens zu wahren und nicht durch weitere Aueinandersetzungen mit der Führung der DB AG zu beschädigen, hat der Verein „Zug der Erinnerung“ diesen Kompromiss akzeptiert. Er war nach massiven Interventionen zahlreicher Hamburger Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft — insbesondere durch den DGB-Nord — zustande gekommen. Zuletzt hatte sich die Spitze der Hamburger Senatsverwaltung eingeschaltet und die DB AG dringend aufgefordert, den erzielten Kompromiss auszuweiten. Ob es dem Ersten Bürgermeister Ole von Beust gelungen ist ,die Standzeiten im Hauptbahnhof verlängern, steht noch nicht fest. […]