Die Neue Zürcher Zeitung macht in ihrer Wochenendausgabe klar, dass sie auch auf bester Linie des europäischen Appeasment-Kurses liegt. Victor Kocher, der NZZ-Nahostkorrespondenten und „Experte für Islamisten- und Antisemitenverstehen“, führt unter dem Titel «Wir bringen Palästina aufs Geleise zurück» ein Gespräch mit dem Hamas-Abgeordneten Mushir al-Masri. Im Gespräch darf dieser dann dem Korrespodenten „seine Sicht des Konflikts mit der Fatah“ erläutern.

(Foto Mushir al-Masri von Reuters; Foto Victor Kocher von Readers Edition)
Da gibt es dann Verschwörungsvorstellungen in Stile der internationalen jüdischen Macht, :
Es stimmt, wir stiessen auf grössere Schwierigkeiten und Komplotte als erwartet. Israel will aus der palästinensischen Behörde eine Sicherheitsagentur in ihrem Dienst machen, und die internationale Gemeinschaft unterstützt das.
Rechtfertigung des antisemitischen Terrors und Geschichtsverdrehung, :
Die Leiden und Massaker haben mit der israelischen Besetzung begonnen, nicht mit der Hamas. Unser Widerstand gegen die Besetzer ist legitim, und er hat wie jeder andere seinen Preis. Aber das ist er wert, besonders jetzt, wo wir abrutschen in einen Sumpf der Israel-Verhandlungen und der Abstriche an unseren Rechten, unserem Land und an Jerusalem. Wir bringen den Kampf wieder auf das sichere Geleise der Prinzipien zurück.
Märtyrerkult und (indirekte) Verehrung der Selbstmordattentäter und sonstiger Terroristen, :
Denn die Hamas hat sich nicht in die Privilegien der Macht geflüchtet. Sie hat auf allen Ebenen Opfer gebracht. Minister und Parlamentarier wurden von Israel ins Gefängnis geworfen. Einige Hamas-Führer haben sogar ihr Leben gelassen, andere haben ihre Söhne im Kampf verloren.
und das Gefasel von einer Besatzung, welche Wahlen behindern und Konflikte schüren würde:
Meint ihr damit, dass die Besetzung im Westjordanland enden muss, bevor ihr Wahlen zustimmt?Nein, das nicht. Aber wir brauchen Sicherheitsgarantien: Die Verhaftungswelle muss aufhören, es darf keine israelischen Vorstösse, keine Tötungsaktionen und keine Razzien geben.
Letztendlich bringt Herr Kocher dann zum Ausdruck wo die gemeinsame Linie liegt ei den beiden Brothers in Crime:
Victor Kocher: Ausgewogene Machtverhältnisse gibt es doch nirgends auf der Welt! So hat Gott es geschaffen.Mushir al-Masri: Stimmt. Wir sind unter der Besetzung, weil wir die schwache Partei sind. Doch kein Volk der Welt hat sich je durch Verhandlungen allein aus der Besetzung befreit, Verhandlungen müssen mit dem Widerstand verknüpft sein. Doch Abbas will Verhandlungen allein, und das kann nicht gelingen.
Im Ganzen Interview gibt es selbstverständlich kein Wort zu Selbstmordattentaten, Kassam-Raketen und dem antisemitischen Wahn der Islamisten mit welchen Herr Kocher gerne in Gaza plauscht. Kocher ist damit ein beispielhafter Journalist, welcher leicht zugängliche Informationen über seine Gesprächspartner ignoriert. Vielleicht auch gerade deshalb, weil sie von Exilanten aus dem Umfeld von memri stammen, mit welchem man im europäischen Jorunalismus lieber nicht spricht, da sie das eigene Weltbild erschüttern könnten.
An dieser stelle sollen die Stilblüten die Mushir al-Masri sonst von sich gibt selbstverständlich nicht ignoriert werden. In ihnen wir vom Vernichtungsantisemitismus, zum Märtyrerkult und islamistischen Tugendterror alles bedient.
(Quelle: Al-Jazeera TV vom 16.9.05 via memri)Hamas spokesman Mushir Al-Masri: „We stand here on our liberated land, near the armistice borders. We remember when Sharon said that Netzarim is like Tel Aviv. Hamas has said, via the lion of Palestine [Rantisi], that Gaza is like Tel Aviv. The promise that has been fulfilled and will be fulfilled in the future, oh Sharon, is the promise of Allah, and the promise of Hamas. Behold, Palestine is being liberated, Allah willing.“
„We Can Liberate All of Palestine – From the Mediterranean Sea to the Jordan River “
Al-Masri: „We have come here in multitudes to proclaim that Hirbiya and Ashkelon will be taken by the mujahideen. We have come here to say that the weapons of the resistance that you see here will remain, Allah willing, so that we can liberate Palestine – all of Palestine – from the [Mediterranean] Sea to the [Jordan] River, whether they like it or not.“
(Quelle: „Al-Risala (Gaza), January 16, 2006. On a different occasion, Mahmoud Al-Zahhar said that his movement „has no choice but to kidnap Israeli soldiers in order to negotiate their exchange with prisoners held in Israel.“ Al-Hayat Al-Jadida (PA), January 19, 2006.“ via memri)„The resistance plan is Hamas’s strategic policy until [we achieve] the complete liberation of our land… Hamas wants to reinforce the option of jihad and resistance in order to ensure the release of the prisoners, the return of the refugees, and the restoration of all the other rights that [the Palestinians] have been robbed of.“
(Quelle: „Al-Ayyam (PA), February 12, 2007. “ via memri)Hamas remains steadfast in its principles, and has not retreated. Hamas will not recognize Israel, will not abandon the resistance, and will not relinquish its principles.“
Aber Herr Kocher hat selbstverständlich eine gute Rechtfertigung für seine Berichterstattung , im Gespräch mit Readers Edition:
Wie gehen Sie, Ihre Heimatredaktion in Zürich, mit dieser manchmal verletzenden Kritik um?So einfach ist das, wenn jemand über Israel berichtet, muss Herr Kocher das Sprachohr der Islamisten und Antisemiten sein, sonst wäre das ja nicht „ausgewogen“…
Wir weisen auf die Arbeit des NZZ-Israel-Korrespondenten hin. Er und ich behandeln sehr häufig die Ereignisse stereo, jeder gibt die Sichtweise von seiner Seite. Ausgewogener gehts nicht.
Ansonsten fühlt er sich selbstverständlich auch von der Antisemitismus-Keule verfolgt und hat auch Alibi-Juden zu stelle, die er anscheind zu Entschärfung der Vorwürfe auspackt:
Zum einen sehr beruhigend für den Nahostexperten das der Interviewer sich auch vor der „Keule“ fürchtet, zum anderen ist es nahezu amüsant zu sehen, dass er zwar von „Selbstkritik“ redet aber diese anscheind reine Schau ist, denn eine Selbstreflexion präsentiert er nicht, sondern den üblichen reflexhaften Abwehr-Angriff auf jene die Antisemitismus thematisieren.Nun werden Sie in Blogs, Leserbriefen als “Araber-Freund” teils heftigst kritisiert. Zurecht?
Der Vorwurf kommt von Leuten, die anstatt einem Nahostkorrespondenten einen zweiten Israel-Korrespondenten haben wollen, welcher auch noch die Sicht- und Handlungsweise des jüdischen Staats rechtfertigt.
[…]Mir fällt auf, dass journalistische Kritik an Israels aktueller Politik rasch mit Anti-Semitismus vermischt wird. Erleben Sie das ähnlich?
Ja. Jüdische Freunde übrigens auch. Der Vorwurf des Anti-Semitismus ist der schmerzlichste Teil meiner Arbeit, aber er schärft auch immer wieder die Selbstkritik. Immerhin kann ich sagen, dass ich das Schlimmste schon erlebt habe: Einer der geschätzten Partner in Ihrem Blog, der als Kollege doch die journalistischen Grundsätze kennen sollte, hat mich vor einiger Zeit in seinem Blatt leichtfüssig als Anti-Semiten bezeichnet. Und er war später nicht einmal dazu bereit, sich mit seinem eigenen Urteil auseinanderzusetzen oder mit mir darüber zu reden.
Willkommen in der antisemitischen Internationale Herr Kocher und Glückwunsch an die NZZ einen solchen engagierten Experten zu haben, der auch publizistisch die europäische Appeasementpolitik vorantreibt.
Quellen + andere Blogs:
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