Watcha ganna do #2 **updated**

Göttingen: Arbeit im Kapitalismus

Die Redical[m] hat Nadja Rakowitz für einen Vortrag zum Thema „Arbeit im Kapitalismus“ am 16.April eingeladen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kampagne „Liberté toujours! – den alltäglichen Wahnsinn überwinden!“ statt, welche von Gruppen aus Braunschweig, Hannover und Göttingen aus dem UmsGanze-Bündnisses organisiert wird.

Arbeit im Kapitalismus

Anhand der Frage, welche Rolle Arbeit im Kapitalismus spielt und welchen Zwecken die Produktion von Gütern dient möchten wir eine einleitende Einführung in das Thema Kapitalismus geben. In dieser Veranstaltung soll das Spezifische des Kapitalismus und seiner Basiskategorien herausgearbeitet und verständlich dargestellt werden.

Auch die Frage danach wo im Bestehenden Elemente einer den Menschen adäquaten Gesellschaft bereits liegen werden dabei eine Rolle spielen.
Die Referentin Dr. Nadja Rakowitz ist Medizinsoziologin und hat sich in mehreren Veröffentlichungen mit der marxschen Analyse der Warengesellschaft auseinandergesetzt. Unter anderem hat sie im letzten Jahr beim …ums Ganze! -Kongress in einer Einführung zum Thema „Kritik der politischen Ökonomie“ referiert.

Mittwoch, 16.04.2008 / 20.30 Uhr / Theaterkeller

Das von ihr im ça ira Verlag veröffentlichte Buch „Einfache Warenproduktion – Ideal und Ideologie“ sei an dieser Stelle wärmstens empfohlen. In die Einleitung kann beim Verlag reingelesen werden.

Wer schon mal einen allgemeineren Einblick in den Themenkomplex gewinnen möchte, kann sich den von Nadja Rakowitz auf dem UmsGanze-Kongress “No way out?” gehaltenen Vortrag „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“ anhören.

Nadja Rakowit „Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie“
Dauer: 44:10 Minuten

(Download via Keimform)

Göttingen: Fetisch Arbeit?! – Zur Kritik und Krise eines modernen Heiligtums

Au0ßerdem hat die Redical[m] auch noch Norbert Trenkle von der Krisis eingeladen, welcher am 29.April einen Vortrag mit dem Titel „Fetisch Arbeit?! – Zur Kritik und Krise eines modernen Heiligtums“ halten.

Fetisch Arbeit?! – Zur Kritik und Krise eines modernen Heiligtums

Für Dienstag den 29.4. haben wir Norbert Trenkle, einen Redakteur der wertkritischen Zeitschrift „KRISIS“ eingeladen, damit er euch und uns erläutern kann, welchen Stellenwert Arbeit im heutigen Kapitalismus hat.
Dass viele Menschen keine Arbeit haben und finden, ist nicht Ausdruck einer „verfehlten Wirtschaftspolitik“, wie gerne angenommen wird, sondern ist im Kapitalismus selbst schon angelegt. Die Veränderungen in der Produktion und das was allgemein hin „Globalisierung“ genannt wird, führen dazu, dass immer weniger Menschen für die Produktion von Waren gebraucht werden.
Diese „Überflüssigen“ würden, so die KRISIS, durch „Arbeitssimulation“ beschäftigt. Dabei spielt es keine Rolle, inwiefern Arbeit produktiv ist. Wichtig ist, dass die Menschen arbeiten. Auch für Betroffene/n selbst, ist es von größter Bedeutung. Nicht nur, weil sie damit Geldverdienen und somit ihre Bedürfnisse befriedigen können, sondern weil sie auch einen Teil ihrer Identität dem „Arbeitsgötzen“ verdanken.
Bei dem Vortrag von Norbert wird dabei nicht nur die Veränderung der Produktionsmittel und steigenden Produktivkräfte eine entscheidende Rolle spielen, sondern auch, wie sich der Doppelcharakter und Fetisch der Arbeit darstellt. Die zentrale These ist dabei, dass die Arbeit in der Krise steckt.
Wie sich diese „Krise“ der Arbeit bemerkbar macht und ob sie ideell oder materiell begründet ist und ob der Kapitalismus jetzt seine eigene Apokalypse vorbereitet, würden wir gerne mit euch und Norbert diskutieren.

Dienstag, 29.April 08 / 20 Uhr / Theaterkeller

Auch hier kann man schon einen Eindruck gewinnen und sich auf die Veranstaltung einstimmen, denn di zwei Vorträge welche Trenkle auf dem UmsGanze-Kongress “No way out?” gehalten hat wurden mitgeschnitten.

Norbert Trenkle „Fetisch Arbeit?! – Zur Kritik und Krise eines modernen Heiligtumse“
Dauer: 63:06 Minuten

(Download via Keimform)

Norbert Trenkle „Podium: Zum Begriff der Krise“
Dauer: 22:13 Minuten

(Download via Keimform)

Hamburg: Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919-1969

Vom 26. April bis 16. Juli 2008 ist die Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919-1969″ zu sehen. Mit der Ausstellung soll an „das Schicksal dieser Verfolgtengruppe in der Weimarer Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik bis 1969“ erinnert werden. Der spezielle historische Hintergrund ist das im KZ Neuengammeca. 400 homosexuelle Männer inhaftiert , über die Hälfte von ihnen ist zu Tode gekommen“.
Die Ausstellung wurde erarbeitet von der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“, unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung und durch zahlreiche private Spenden.

Anhand von 48 großformatigen Schautafeln und zahlreichen Exponaten gewährt die Ausstellung einen Überblick über die Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg und Einblicke in individuelle Schicksale. Fast alle Abbildungen stammen aus dem Staatsarchiv Hamburg oder aus Privatbesitz und wurden größtenteils noch nicht öffentlich gezeigt. Zeitzeugen kommen zu Wort und Musikbeispiele spiegeln die Stimmung der jeweilige Zeit wider.
Als Beispiel für die Verfolgung sei das Schicksal des ehemaligen Direktors des Barmbeker Krankenhauses Prof. Dr. And-reas Knack genannt, einem Mitbegründer der Homosexuellenbewegung der Weimarer Zeit. Nachdem er 1933 seines Amtes enthoben wurde, ließ er sich als praktischer Arzt in Hamburg-Eimsbüttel nieder. 1934 entzog man ihm mit Einver-ständnis der Ärztekammer die Approbation. Er erlebte das Ende des NS-Regimes in der Emigration in Mukden/China. Neben der Rolle der Ärztekammer bei der NS-Verfolgung wird auch die der Hamburger Universität beleuchtet.
In der Bundesrepublik wurde die Verfolgung homosexueller Männer fortgesetzt: Unrühmliche Schlaglichter aus der ham-burgischen Nachkriegszeit sind die „Rosa Listen“, das „Tanzverbot“ und das„Toilettenverbot“, Berufsverbote, Auftrittsver-bote für Transvestiten. Während kastrierte homosexuelle Männer und KZ-Überlebende keine Entschädigung erhielten, konnten die Täter ihre Karrieren fortsetzen. Staatsanwalt Nicolaus Siemssen, in der NS-Zeit in Hamburg einer der Haupt-ankläger gegen Homosexuelle, wurde zum Oberstaatsanwalt befördert und war als Ankläger in Entnazifizierungsverfah-ren (!) beim Spruchgericht in Bergedorf tätig.
Ausführlich thematisiert wird auch die Lebenssituation lesbischer Frauen in der NS-Zeit. Obwohl es keinen Strafparagra-fen für lesbische Handlungen gab, gerieten auch sie ins Visier der NS-Politik. Als „moralisch schwachsinnig“ abgestem-pelt, hatten sie keine Chance auf gesellschaftliche Anerkennung und ein bürgerliches Leben. In der Adenauer-Ära blieben lesbische Frauen weiterhin unsichtbar, waren offiziell nicht vorhanden und erlebten so eine diskriminierende Ignoranz.

(Quelle: Pressemitteilung zur Sonderausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919 – 1939″. (26. April 2008 bis 16. Juli 2008))

Die Eröffnung findet am Samstag, 26. April 2008 um 16 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, im Südflügel der ehemaligen Walther-Werke, Jean-Dolidier-Weg 75 statt.

Ansonsten ist die Ausstellung am selbigen Ort in folgendem Zeitraum zu betrachten:
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 16. Juli 2008;
Öffnungszeiten: Mo-Mi, Fr 9.30-16 Uhr, Do 9.30-19 Uhr, Sa/So 12-19 Uhr.


4 Antworten auf “Watcha ganna do #2 **updated**”


  1. 1 soft_brain 10. April 2008 um 21:40 Uhr

    Hört sich sehr nett an. Ich komme mit auf die Veranstaltungen. :)

  2. 2 Administrator 11. April 2008 um 16:14 Uhr

    Cool, muss ich nicht alleine den Vorträgen lauschen. ;)

  3. 3 streifenstyle 17. April 2008 um 1:59 Uhr

    Nadja Rakowitz hat zudem einen hervorragenden Beitrag
    in dem Sammelband gegen die antideutsche Zumutung publiziert http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,187,5.html

  4. 4 A.M.P. 17. April 2008 um 2:33 Uhr

    @Streifenstyle: Weißt du was darin steht? Aus dem Link wird es nicht deutlich.

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