Gesammeltes #10

Mehdorn 0 – Szentei-Heise 1

Die polemisch aber konsequente Bezeichung Hartmut Mehdorns als „Führer der neuen Reichsbahn“ sorgte, neben einer antisemitisch konnotierten Berichterstattung, dafür, dass der DB -Chef sich beleidigt fühlte und Anzeige erstatte. Über die Brechtigung der Bezeichnung, der Notwendigkeit der Skandalisierung des Verhaltens der DB und die typisch deutsche Presseberichte berichteten wir schon zwei-mal.
Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaf entschied nun gegen Mehdorns Klage, auch wenn Szentei-Heise per Unterlassungserklärung von der Äußerung in Zukunft Abstand nehmen muss.

Spiegel Online schreibt zur Klage:

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft befand, die Äußerungen von Szentei-Heise seien zwar „äußerst drastisch“. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit gestatte aber auch Kritik in überspitzter und polemischer Form. Zudem habe der Streit über die Trassengebühren breite Bevölkerungskreise beschäftigt und sei mit großen Emotionen verbunden gewesen. Daher sei nicht zu beanstanden, dass die Kritik auf Mehdorn als Vorstandschef der Deutschen Bahn „personifiziert“ worden sei, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Hinzu komme, dass Szentei-Heise ausdrücklich betont habe, die Äußerungen nicht gemacht und eine persönliche Auseinandersetzung nicht beabsichtigt zu haben. Gleichzeitig habe der Geschäftsführer in einer Unterlassungserklärung zugesichert, keine vergleichbaren Äußerungen mehr abzugeben. Zudem sei die Ausstellungseröffnung für Szentei-Heise als Geschäftführer der Jüdischen Gemeinde ein sehr bewegender Moment gewesen. Das hätte einen Fehlgriff in der Wortwahl erklären können.

Antisemit gesteht

Der Messerstecher Sajed A., welcher am Abend des 7. September 2007 den Frankfurter Rabbiner Zalman Gurevitch niederstach, gestand heute die Tat ein.
Trotz des Eingeständnisses bestreitet der Täter Antisemitismus als Motiv und versuchte den versuchten Mord als Notwehr zu verteidigen. In bester antisemitischer Projektion sah er sich dem Rabbiner gegenüber „unterlegen“ und stellt den Rabbiner als Angreifer, vor welchem er sich verteidigen haben wolle. Das diese Darstellung anzuzweifeln ist wird dadurch deutlich, dass sie zum einen massiver Abweichugn zu der Gurevitchs steht und zum anderen, weil der Täter schon zweimal wegen Körperverletzung verurteilt wurde. In beiden Fällen „war er ohne eigentlichen Anlass aggressiv geworden“.

Er habe gute Laune gehabt, nachdem er vier bis fünf Joints geraucht habe. Den Rabbiner, den er als Juden erkannt habe, habe er nur auf Arabisch mit «Salum Aleikum» gegrüßt (»Friede auf Ihrem Weg»). Gurevitch habe sich umgedreht, ihn am Jackenkragen gepackt und gefragt, ob er Probleme habe. Kurz danach habe der Rabbiner angefangen zu schreien und sei mit geballten Fäusten auf ihn zugegangen.
Er habe sich unterlegen gefühlt, sagte der 23-Jährige. Er sei 1,70 Meter groß. Gurevitch gab seine Große mit 1,87 bis 1,90 Meter an. Weil er befürchtet habe, geschlagen zu werden, habe er sein Klappmesser herausgeholt, erklärte der Angeklagte. «Dann ist es halt passiert.

Der Rabbiner schilderte die Tat völlig anders. Der Angeklagte habe nicht «Salem Aleikum» zu ihm gesagt, sondern ihn auf Arabisch beschimpft. Er habe das zwar nicht verstanden, aber gespürt, dass es antisemitisch gemeint sei. «Erklär‘ mir, was hast Du gesagt», habe er zu ihm gesagt. Der Angreifer habe sein Messer herausgenommen, «in den Augen ein Hass, der schwer zu beschreiben ist», sagte Gurevitch, der auch als Nebenkläger auftritt. Dann habe er einen Schlag in den Bauch gespürt. Tatsächlich erlitt er eine 18 Zentimeter lange Stichwunde, die Klinge war nur 7,5 Zentimeter lang.

(Quelle: PR-Inside „Messerattacke auf Rabbiner: Angeklagter fühlte sich bedroht Dritte Zusammenfassung“)

Oldschool-Copy/Paste

Eins muss man den autonomen Nationalisten lassen, sie scheinen sich bei der Suche nach Motiven für Transparente viel Zeit zu nehmen. Denn das Cover der Broschüre „ENTSICHERT – der Polizeistaat lädt nach…“ der Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO) aus dem Jahr ’98 ist wahrscheinlich dem Groß der jugendlichen Antifaszene kein BEgriff mehr. Die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO) widmet diese Broschüre den AntifaschistInnen, die mit dem Staatsschutzangriff vom 12.5.98 gegen eine angebliche „kriminelle Vereinigung innerhalb des antifaschistischen Spektrums Passau“ getroffen werden sollten. Mit diesem Schlag will der Staat erneut organisierten Antifaschismus kriminalisieren.


(Foto via Klarmanns_Welt)

„Latin-Electro“


(via BigStereo)