„Deutsch ist die eigene Rückständigkeit als Fortschritt zu vermitteln“

Am Wochenende ging es ab nach Bremen. Die Hinfahrt gestaltete sich schon sehr bald als schwierig, da auf Grund des langen Wochenendes wohl doch noch mehr Fahrgäste als die üblichen Berufpendler die Bahn nutzten. Nach einigen hin und her war es dann doch möglich, eingeengt zwischen „angenehm“ riechend Menschen, es war ja etwas wärmer, die Fahrt bis an den Bremer Bahnhof zu vollziehen.
Dort die GenossInnen aus Hamburger eingesammelt und ab zum Schlafplatz. Dieser war erfeulicher Weise großartig. Sehr nette Menschen, schicke Wohnung und eine tolle Dachterasse.

Nach angenehmen Erholen von der Bahnfahrt ging es dann zur Location des Kittkritik-Kongresses.
Um 18Uhr gings selbstverständlich noch nicht los und man konnte die sozialen Kontakte pflegen. Irgendwie sind solche Kongress immer wieder ein großes „Familien“-Treffen. Zur Location kann ich nur meine Begeisterung ausdrücken, so einen Veranstaltungsort wünscht man sich, auch wenn Paule schon richtig auf die nervigen Nachbarn verwieß.
Mit der üblichen, aber nicht zu bedauernden, Verzögerung ging es dann los. Begrüßung und Eröffnugnsvortrag, wobei letzterer nahezu der Bucheinführung entsprach, trotzdem gut und notwendig, es hatten ja sicherlich noch nicht alle an die Lektüre des Buches gesetzt.
Darauf folgte der Vortrag „Die Liebe zum Bild – Nostalgie, Fetisch, Dialektik. Das Bild in der Erinnerungskultur“ von Tobias Ebbrecht, welcher eine fundierte und gute Einführung in den theoretischen Rahmen des Kongresses darstellte. Als zweiter Teil des konzeptionellen theoretischen Rahmens sollte am folgenden morgen Sonja Witte referieren.

Abends dann noch bei der einen oder anderen Mate, nach Verzehr von Hotdogs und Falafel, den Abend ausklingen gelassen. Das Cafe, Lonely Planet Boy, ist wirklich nicht zu verachten. Neben einem Szene-Urgestein als „Türsteher“ bekommt man noch American-Dinger Feeling durch den Panorama Ausblick geboten. Weniger feierlich sind erneut die merkwürdigen Bremer, die dafür sorgen, dass auch hier andauernd die Fenster geschlossen werden müssen, irgendwie hat man es in der Hansestadt mit der Ruhestörung…

Next Day, früh Aufstehen, jedenfalls für meine Verhältnisse und dem Vortrag „Am „Punkt, wo die Psychoanalyse abdankt“: Freuds Rätsel der Massenbildung“ von Sonja Witte gelauscht. Nach drei weiteren Vorträgen, Auswertungen spare ich mir erstmal und hoffe auf Mitschnitte, dann noch abends zu Lars Quadfasels „Fun auf Deutsch heißt Stahlbad – Thesen zu Kulturindustrie, Nationalsozialismus und Postfaschismus“. Wer den Vortrag in schriftlicher Form lesen möchte, schaue in den 15years Conne Island Reader. Schade war das die Konzentration im Allgemeinen doch schon mau, die meisten hatten ja schon ca. 6 1/2 Stunden Vorträgen genossen, so das die Diskussion leider kurz war.
Der Tag war ansonsten erneut ein Genuss was das Wetter anging, der Bremer FastFood wirklich nicht zu verachten. Zu verachten waren hingegen die Fußballfans, welche irgendwie die Angewohnheit haben immer negativ aufzufallen und andere Menschen zu belästigen. Wirklich amüsant waren dann jedoch der in Gewahsamnahme einiger Hooligans zu zuschauen. Abends wurde dann das Wetter am Deich genossen und noch vor Kneipen „rumgelungert“.

Sonntag war dann der letzte Tag des Kongresses. Tobias Ebbrecht hielt einen sehr interessanten Vortrag mit dem Titel „Ablösungen: Wie die filmische Erzählung von Krieg und Nationalsozialismus die Bilder des Holocaust überlagert“ und knüpfte an seine Einleitung vom Freitag an. Danach Antonia Schmid „Do it again, ZDF! Die kollektive Viktimisierung Deutscher in den neuen „Event-Movies“ im Kontext von Erinnerungsabwehr und Antisemitismus“.
Das Abschlusspodium kreiste dann primär um die Frage des speziell Deutschen in der Kulturindustrie. Deutlich wurde, dass hier noch einige Arbeit zu leisten sei, dies lässt aber auch auf mehr hoffen.

Die Rückfahrt erstaltete sich dann zwar angenehmer, dafür bot die DB dann über 1stündige Verspätung. Immerhin war das Wetter gut und es gibt wirklich langweiligere Orte als Bahnhöfe.
Wie schon erwähnt, erstmal wird auf die Mitschnitte gehofft, da ich zu wenig Zeit zum Abtippen, eh völlig fragmentarischer Noitzen, habe.


(Fundstück des Wochenendes, passender kann man wohl kaum dieses Kleidungsstück bewerben…)


1 Antwort auf “„Deutsch ist die eigene Rückständigkeit als Fortschritt zu vermitteln“”


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