Archiv für Juni 2008

Aktuelles zu Pinneberg

Das Freie Sender Kombinat führte zu den aktuellen Angriffe auf die jüdische Gemeinde ein längeres Interview mit Wolfgang Seibert, dem Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Pinneberg. Dieser berichtet über sein Lebensgeschichte in Deutschland und in der BRD, der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betrachtung der deutschen Linken.

Gespräch mit Wolfgang Seibert
Dauer: 44:36 min
Leider *.ogg-Datei daher kein Streaming, nur Download…
Download unter http://www.freie-radios.net/

Am kommenden Samstag gibt es eine Solidaritätsdemonstration in Pinneberg, solltet ihr die Möglichkeit haben, geht zu dieser!

Kampf gegen jeden Antisemitismus!

Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Pinneberg!

Am Montag dem 16.06. kam es zu einem feigen antisemitisch motivierten Anschlag auf das Zentrum der jüdischen Gemeinde in Pinneberg. Eine noch unbekannte Anzahl von Neonazis warfen mit einem Pflasterstein die Scheiben des jüdischen Gemeindezentrums in der Oeltingsallee 20a ein. Um 11:55 Uhr bekannten sich dann die stolzen Täter telefonisch zu ihrer mutigen Tat und bedrohten die Gemeindemitglieder mit den Worten: „So etwas kann jetzt öfter passieren. Ihr habt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!“

Diese widerliche Tat war aber nicht das Ergebnis eines spontanen antisemitischen Ausfalls, sondern wurde vorher von einem offensichtlich kranken Geist geplant und später zielstrebig durchgeführt. Die ermittelnde Polizei konnte nämlich schnell feststellen, dass der verwendete Pflasterstein eindeutig nicht in der Umgebung des Gemeindezentrums entwendet worden war, sondern von den Tätern mitgebracht worden sein musste.

Noch in März diesen Jahres hieß es von Seiten der Pinneberger Polizei, es gäbe überhaupt gar kein „Naziproblem“ in Pinneberg! Man hätte die Szene doch schon vor langer Zeit zerschlagen und aufgelöst! Bei einer solch gefährlichen Fehleinschätzung bleibt uns nur zu hoffen, dass nun selbst die hartgesottensten Realitätsverdränger bei der Pinneberger Polizei die Augen nicht länger vor dem Naziterror verschließen werden!

Dieser Anschlag ist traurigerweise der bis jetzige Gipfel einer ganzen Reihe von antisemitisch motivierten Belästigungen und Störungen des jüdischen Lebens in Pinneberg. So tauchen immer wieder Aufkleber von NPD und anderen Neonazis in der Nähe des jüdischen Gemeindezentrums auf. Der Gemeindevorsitzende Wolfgang Seibert wurde bereits bepöbelt und in der Vergangenheit wurde eine jüdische Hochzeit mit den Worten gestört: „Juden und Türken sollte man verbrennen!“

Bei Veranstaltungen in der Vergangenheit verzichtete die jüdische Gemeinde Pinneberg oft auf besonderen Schutz. In der Zukunft werden nun wohl trauriger Weise auch in Pinneberg, wie in vielen weiteren Teilen Deutschlands, jüdische Veranstaltungen besonders geschützt werden müssen.

Diese beängstigende Entwicklung macht es nötig, dass jeder einzelne Einwohner sich engagiert!
Ignoriert die offensichtlichen Anzeichen einer immer größer werdenden rechtsextremen Strömung nicht!!! Achtet auf euer Umfeld und haltet die Augen auf! Wehr euch und seht nicht weg, denn nur gemeinsam können wir diesen Wahnsinn stoppen!

Darum rufen wir auf zur Antifaschistischen Demonstration „Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Pinneberg“ am 28.6. um 12:00 Uhr am Bahnhof Pinneberg! Kommt zahlreich und zeigt den Nazis, dass sie weder in Pinneberg noch sonst wo geduldet werden!

Gemeinsame Anreisen:
Treffpunkt: 11:15 Uhr S-Sternschanze

Abfahrt ab Sternschanze: 11:26 Uhr (S31/Richtung Altona)
Abfahrt ab Altona: 11:39 Uhr (S3/Richtung Pinneberg)

Gesammeltes #15

Ergänzung zum Angriff in Pinneberg

Recherche Nord hat einen (Hintergrund-)Bericht zum Anschlag und der Situation in Pinneberg veröffentlicht.

16.06.2008 / Pinneberg: »Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«

In der Nacht auf den 16.06.2007 wurde auf das jüdische Gemeindehaus in Pinneberg ein Anschlag verübt. Bislang unbekannte Täter_innen griffen Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Süden von Schleswig-Holstein an. Ein Pflasterstein wurde dazu durch die Scheiben des Gebetsraumesgeschleudert. Wenige Stunden später erhielten Verantwortliche des Gemeindehauses dann einen anonymen Telefonanruf. Die Botschaft des Anrufers war unmissverständlich. »Das kann öfters passieren. Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«

Bereits vor einigen Jahren machte die Stadt als vermeintliche Hochburg militanter Neonazis unbequeme Schlagzeilen. Damals, im April 2005 wurden Mitglieder der Gruppe »Combat 18 — Pinneberg« durch das Flensburger Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Ein Teil der angeklagten Neonazis wurden im folgenden Prozess zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt.[…]
Weiterlesen

Die amerikanische Erfahrung in der Kritischen Theorie

Heuschreck hat den Vortrag von Detlev Claussen „Intellectual Transfer. Die amerikanische Erfahrung in der Kritischen Theorie“ aus der Ringvorlesung 2004 an der Uni Göttingen…

Visit the Heuschreck

JustIn Monday zum BAK Shalom, Zensurversuchen des Linksjugend ZKs und Susann Witt-Stahl

JustIn Monday hat auf der Seite der McGuffin Foundation einen sehr treffenden Artikel zu dem Versuch des BSPR/ZK der Linksjugend den BAK Shalom zu zensieren, sowie der Reaktion der Berufs-Anti-Antideutschen Susann Witt-Stahl geschrieben.

»Nie wieder Hegde-Fond« – Artiges zum Wunsch in der Linkspartei, ihre AntizionismuskritikerInnen wieder loszuwerden

“Unseriös und dürftig” sei die Theoriearbeit des BAK Shalom, weil dieser “Kapitalismus bloß als entpersonalisiertes, subjektloses »System« von »abstrakten Zwängen«” begreife. Dies sei, so Susann Witt-Stahl am 7.6. im ND in ihrem Artikel ” »… irgendwie sehr, sehr antisemitisch«“, 
neben dem “inflationären Gebrauch des Antisemitismusbegriffs”, ein Teil der “mystische[n] Verklärung der Herrschaftsverhältnisse”, die der BAK mit seiner antideutsch-neoliberalen Offensive innerhalb der Linkspartei betreibe.
Weiterlesen

Hamburg: Verschwörungstheorien in der GWA St. Pauli Süd / „Kölibri“

Die Hamburger Studienbibliothek und die antifaschistische Gruppe »Bad Weather« haben auf Grund einer Vorführung antiamerikanischen Films „Unter falscher Flagge“ von Frank Höfer im Kölibri einen Offenen Brief an den Veranstaltungsort verfasst.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass in Ihrem Veranstaltungsprogramm für Donnerstag, den 19. Juni, eine Vorführung des Films »Unter falscher Flagge« von Frank Höfer angekündigt ist. Belegen soll dieser Film, dass die New Yorker Twin Towers am 11. 9. 2001 nicht von islamistischen Attentätern zum Einsturz gebracht worden seien – sondern, so wird nahegelegt, von der US-amerikanischen Regierung selber, um einen Krieg gegen ›die islamische Welt‹ führen zu können[…]
Wie alle konformistischen Rebellen projizieren die Verschwörungstheoretiker nur die eigenen dunklen Antriebe auf die Objekte ihres Wahns: »Anstatt in sich zu gehen, um das Protokoll der eigenen Machtgier aufzunehmen, schreibt es die Protokolle der Weisen von Zion den andern zu.« (Adorno / Horkheimer, »Dialektik der Aufklärung«)
Höfer und seine Gesinnungsgenossen mögen Wirrköpfe sein; allerdings, wie die Erfahrung lehrt, gefährliche Wirrköpfe. Als Gruppen, die Ihre Räume auch für eigene Veranstaltungen genutzt haben, können wir uns nicht vorstellen, dass sie solcherart Veranstaltungen dulden oder gar befürworten mögen. Wir bitten Sie daher eindringlich, antiamerikanischen und zum Antisemitismus tendierenden Verschwörungstheorien kein Forum zur Verfügung zu stellen und die geplante Vorführung von »Unter falscher Flagge« abzusagen.[…]
Weiterlesen

Hingewiesen sei an dieser Stelle noch darauf, dass das Kölibri schon am 22.3.08 den Antisemiten der SOL – Sozialistische Linke für eine Antirepressionsveranstaltung Raum bot.

Göttingern Freunde Israels? – Oder Freunde die Niemand braucht

Das es gerade den christlichen Gruppierungen, welche unter Namen wie Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit firmieren, primär um die Stillung eigener, deutscher Bedürfnisse geht ist keine neue Erkenntnis. In diesen Zusammenschlüssen dürfen das zumeist ältere, christliche Deutsche sich gegenseitig versichern, dass sie nichts (mehr) gegen „die Juden“ hätten und ihre Vorstellungen zum Nahen Osten und speziell Israel vorstellen.
Das man dabei meist auf bekannte Schuldabwehrmuster und Ressentiments gegen den Staat Israel trifft ist da nur folglich. Um dieses Bild aufs neuste zu bestätigen zeigt nun die Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. in Zusammenarbeit mit dem linksalternativen (Kultur-)Kino eine Filmreihe zum 60. Jahrestag Israels. Anstatt jedoch die Entstehung Israel als Zufluchtsort für die vom Antisemitismus bedrohten Juden, speziell nach der Shoa zu zeigen, geht es offensichtlich um die Bedienung althergebrachter Ressentiments.
Die Gruppe [a:ka] Göttingen hat an die Besucher der Vorstellungen, das Lumière und die Gesellschaft einen offenen Brief verfasst.

[…] Den Tiefpunkt Ihrer Reihe bildet jedoch ohne Frage der Film „Kadosh“, den Sie am 22. und 23. Juni zeigen. „Kadosh“ gibt vor, die gewiss nicht schönen Verhältnisse in den ultraorthodoxen Vierteln Jerusalems zu zeigen, liefert tatsächlich jedoch nichts als Ethnoklischees und Tränendrüsendramatik. Der jüdische Journalist Hannes Stein schreibt von einem „voyeuristischen Streifen“, der viele Europäer vor allem deshalb entzücke, „weil sie unter verdrucksten Schuldgefühlen leiden, die nur durch authentische Geschichten über gemeine Juden gelindert werden können.“ Steins Fazit: Ein „antisemitischer Film aus Israel“ – der auch nicht durch eine Empfehlung von der israelischen Botschaft zu retten ist. (Den vollständigen Artikel von Hannes Stein dokumentieren wir auf der Rückseite.)

Wer Adornos kategorischen Imperativ ernstnimmt, wonach heute alles zu unternehmen sei, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, der muss sich mit Israel solidarisch erklären – auch und gerade wenn das eine unbequeme Position ist, mit der man sich weder unter Deutschen im Allgemeinen noch unter der linksalternativen Programmkino-Klientel im Besonderen viele Freunde macht. Ihre Filmreihe hätte die Möglichkeit geboten, genau das zum Thema zu machen. Statt jedoch diese Gelegenheit zu nutzen, verweigern sie jede Positionierung für die israelische Seite und beschweigen den Nahost-Konflikt in scheinbarer Äquidistanz. Tatsächlich aber kann es Äquidistanz in Bezug auf Israel nicht geben, denn der Versuch, sich herauszuhalten, sich die Hände nicht schmutzig zu machen, gerät zur ungewollten Zustimmung zu jenen, die die Vernichtung Israels zu ihrem Existenzzweck erklärt haben.
[…]
Weiterlesen

Verwiesen sei an dieser Stelle auf den Artikel Eike Geisels „Biotop mit toten Juden“ zum vermeintlichen deutsch-jüdischen Dialog und Philosemitismus, sowie den Artikel auf LiazsWelt zum 10.Todestag Geisels.

Über die Bindung an die Scholle und die Furcht „nicht gut weggekommen zu sein“

Elbe über alles? Über eine Veranstaltung zur regionalen Identität und einen Zensurversuch in Dessau

Die Podiumsdiskussion „Meine Kuh, meine Scholle, mein Block? – Über den Standortfaktor Heimatbindung“ fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe: “Die Barbarei des flachen Landes” am 23.01.2007 statt. Im Schwabehaus Dessau diskutierten Tom Fischer (Stadtplaner, Siedlungserneuerung Dessau) und Jan Gerber (Politikwissenschaftler, Halle).

Spätestens seit der “Spiegel” im vergangenen Jahr über das “verlassene” und “sterbende Land” berichtete, die “Zeit” fragte, wer sich Städte wie “Altenburg, Torgau, Sangerhausen” in Zukunft noch leisten könne, und die “Süddeutsche Zeitung” in den verlassenen Regionen der Republik einen “Ozean von Armut und Demenz” erkennen wollte, sind “sterbende Städte” in aller Munde. Auch Dessau zählt zu diesen schrumpfenden Orten: Die Einwohnerzahl ist seit 1989 um ein Viertel gesunken; die Stadt ist inzwischen weit von der Großstadtgrenze entfernt. Parallel zum Schrumpfungs- und Entvölkerungsprozess, der nicht nur, aber vor allem im Osten zu beobachten ist, suchen Stadtplaner, Raumpioniere und Stadtentwickler nach neuen Konzepten, wie infrastrukturell geschwächte Regionen belebt werden können. Ihr Zauberwort heißt “regionale Identität”. Durch die Wiederbelebung oder die Neuschaffung von Traditionen sollen Heimatbindungen vertieft und Zusammengehörigkeitsgefühle gestärkt werden. Regionale Identität, so wird regelmäßig erklärt, ist eine der zentralen Voraussetzungen regionaler Entwicklung.

Kritiker sehen hinter der Forderung nach regionaler Identität hingegen nichts anderes als das Verlangen nach Lokalpatriotismus. Und Lokalpatriotismus, so erklärt der Politikwissenschaftler Jan Gerber, ist der kleine Bruder des Nationalismus: “Genauso wie Nationalismus ist Lokalpatriotismus nicht nur umso stärker ausgeprägt, je weniger Berechtigung er hat; er ist zugleich ähnlich barbarisch wie der Nationalismus.”

Der Stadtplaner Tom Fischer vom Büro für Siedlungserneuerung Dessau und der Politikwissenschaftler Jan Gerber diskutieren vor dem Hintergrund der Entwicklung Dessaus über sterbende Städte, die Möglichkeiten, Aufgaben und Chancen von Stadtplanern und Raumpionieren und die Frage nach regionaler Identität.

via ag no tears for krauts – halle

Radiobeitrag für Radio Corax, April 2008 via Materialien zur Aufklärung und Kritik
Dauer: 10:52 min

Download unter AG No Tears for Krauts

Antisemitischer Anschlag in Pinneberg

In der vergangenen Nacht wurde das Zentrum der jüdischen Gemeinde Pinneberg mit Steinwürfen angegriffen.

Anschlag auf jüdisches Zentrum

Unbekannte haben gestern zwischen 6 und 11 Uhr auf das Zentrum der jüdischen Gemeinde Pinneberg an der Oeltingsallee einen Anschlag verübt. Sie haben aus etwa zwei Metern Entfernung einen Pflasterstein durch die Scheibe geworfen. Um 11.55 Uhr, so berichtete der Gemeindevorsitzende Wolfgang Seibert im Gespräch mit unserer Zeitung, meldete sich ein anonymer Anrufer. Die Botschaft sei eindeutig gewesen: „So etwas kann öfter passieren. Ihr habt keine Ruhe mehr. Sieg Heil.“ Danach, so Seibert, wurde sofort aufgelegt.
Polizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen. Seibert hat keine Zweifel, dass der Stein-Wurf eine Attacke von Neo-Nazis war. „Die Sache reiht sich in eine Serie rechtsradikaler Vorfälle im Umkreis der Gemeinde ein“, betonte der Vorsitzende. NPD-Klebezettel in der Nähe des Zentrums, Beschimpfungen mit antisemitischen Inhalten und die versuchte Störung einer Hochzeit seien nur einige Beispiele. Eine Veranstaltung der jüdischen Gemeinde mit Klezmermusik am Donnerstag in der Heilig-Geist-Kirche soll nun von einem Wachdienst geschützt werden.

(Quelle: Pinneberger Tageblatt 17.06.2008)

Mit dem Vorsitzenden der Gemeinde Wolfgang Seibert führte das FSK vor kurzem ein Interview zu Beschimpfungen auf der antifaschistischen 1.Mai Demosntration in Hamburg, auf welches wir hingewiesen hatten.

***UPDATE***

Interview mit Wolfgang Seibert zu dem Angriff auf die Gemeinde.

Dauer: 7:57 min
Leider *.ogg-Datei daher kein Streaming, nur Download…
Download unter http://www.freie-radios.net/

‚Here we go again‘ oder ‚es ist Fußball‘

Hach, es ist EM08 und ein bischen Nostalgie kommt dabei hoch. Denn im Juni 2006 erwachte dieser Blog zum Leben und mehrere Artikel gegen das Deutsche-Getümmel erblickten den digitalen Äther. Damals waren es 7 Artikel zur WM und dem deutsch-alternativen Schanzenviertel. [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8].
Rückblickend sorgen die „Berichte“ doch für einiges Schmunzel…

Der aktuellen EM08 kann und will man sich hier auch nicht verweigern. Die ersten Spieltage sorgten doch schon für einige Überraschungen und verspechen das die EM erstmal nicht langweilig wird (Jedenfalls wenn man dem Fußball nicht abgeneigt ist). Die deutsche Nationalmannschaft legte leider mal wieder einen nicht so schlechten Start hin, so dass man den Fußball-Deutschland-Taumel wahrscheinlich wieder länger ertragen muss.
Spannender war dann aber doch die Begenung Italien – Niederlande, die überraschend 0:3 ausging und neben einer guten Partie doch noch einen abwechslungsreichen EM-Verlauf versprach, denn hatte schon Frankreich nicht mehr als ein Unentschieden gegen Rumänien herausgeholt. Des weiteren stand gestern Abend noch das Spiel des Europameisters Griechenland gegen Schweden an, eine unglaublich langweilige Partie, welche die schwedische Mannschaft 2:0 gewann.

Nach diesem sportlichen Startup soll es doch primär um eine andere Berichterstattung gehen. Wobei in diesem ersten Beitrag erstmal auf andere gute Artikel verwiesen werden soll.

  • Lizas Welt berichtet wie erwartend und auf bekannter Höchstleistung über das sportliche Event. Die „erste kleine Miesmacherei“ ist zu lesen und lässt auf weiteres hoffen…

  • Im ConneIsland zeigt man nach den Erfahrungen bei der WM06 keine Deutschlandspiele mehr und hat kein Bock auf „Cosmopolitan Krauts“.
    Außerdem gab es im Conne einen Vortrag mit dem Titel „Moderner Nationalismus – Deutschland im Fußballrausch“, den Referenten David Schweiger, Redakteur der Phase 2, interviewte RadioCorax.

    Dauer: 15:04 min

    Download unter http://www.freie-radios.net/

  • Das Beatpunk Magazin „druckte“ den „ausgezeichnete Anti-Fussball-Essay des kürzlich verschiedenen Autors Michael Rudolf“ ab.
    Ganz Deutschland ist von Fußballfans besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Eine schweigende Minderheit hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Eine schweigende Minderheit, die noch resistent ist gegen das allgegenwärtig suppende Großklappengemisch aus Journalis­ten­­darstellern, Politikimitatoren, Wirtschaftssimulatoren und Werbeagenturen, dessen durch und durch verkommene Selbstbezogenheit sogar sittlich gefestigte Menschen daran hindert, ein fußball‑ und damit sorgenfreies Dasein zu fristen. Zu dieser Minderheit bekenne ich mich.
    Weiterlesen

  • ‚Wind in the Wires‘ berichtet über postnazistische Volksstimmung vor seiner Haustür…

    Nun marschiert der Mob, siegestaumelnd an meiner Wohnung vorbei. Es scheint, als habe die deutsche Nationalmanschaft das heutige Spiel gewonnen und obwohl ich von Fußball nicht viel halte, bin ich alleine deshalb dafür, dass die Deutschen so schnell wie möglich aus dieser Europameisterschaft rausfliegen, damit ich endlich meine Ruhe habe. Die Massen strömen an meinem Fenster vorbei, Deutschlandfähnchen schwenkend, bierselig grölend, mich davon überzeugend, dass es das Böse tatsächlich gibt: Es ist als hätte Onkel Adolf die Höllentore aufgestoßen um seine fürchterlichen Kreaturen direkt vor meiner Haustür auszuspucken.
    Weiterlesen

  • Gruppe Iskra über Fußball + Nationalismus…

    Nach dem Gruppenspiel der Fußball-EM zwischen Polen und Deutschland wurde eindrucksvoll das öffentlich zur Schau gestellt, was aufmerksamen Kritiker_innen schön längst bekannt war: Die Fußball-EM ist mehr als Sport und wird von einem Teil der deutschen Fans als Kampf unter Nationen verstanden. Dass dieser Nationalismus offen ausgetragen wird, zeigen nicht nur die Hooligan-Aktivitäten im österreichischen Klagenfurt, sondern auch Krawalle im überschaubaren Frankfurt (Oder), in jener Grenzstadt, wo es zwischen Deutschen und Polen richtig kracht, wenn es um das gegenseitige Kräftemessen geht.
    Weiterlesen

  • Waiting über deutsche „oral history“ und Nationalismus im Kontext des Fußballs.

    […]
    Wo Zeugnisablegen als Methode der Wahrheitsfindung in ihr Gegenteil, die Lüge, verkehrt wird, da lauert der Nationalismus als größte Lüge überhaupt schon um die Ecke. In Zeiten der fussballinitiierten Normalitätseuphorie drängt sich diese Lüge feist ins Rampenlicht. Bei einestages tritt Monique Bienge – eine 17jährige schwarz-rot-blonde Brandenburgerin, die durch ein zufällig entstandenes Bild beim PublicViewing 2006 auf die Titelblätter der Presse geriet – als Charaktermaske der nationalistischen Lüge auf. Auf dem Foto sieht man ein für Mainstream-Verhältnisse recht attraktives, doch nicht überdurchschnittlich schönes Mädchen mit blonden Haaren, rasierten Achseln, einem unschuldig-weißen Top und den üblichen Insignien des Party-Patriotismus (bemalte Wangen, Schal usw.). Inmitten eines Fahnemeeres schreit sie auf den Schultern eines Freundes sitzend ihre Begeisterung für ihr Team, ihr Volk, ihr Vaterland heraus. Die massenhafte Verbreitung des Bildes war wohl kein Zufall, symbolisiert sie als jugendlich-poppige, nett-unaggressive (die süßen Zähnchen!) und weibliche Person inmitten nationaler Farben doch genau das Bild, welches die Deutschen damals sich selbst und der Welt präsentieren wollten: harmlos wie ‘kleine Mädchen’, doch geschlossen wie eine Division von Elite-Soldaten.
    Weiterlesen

  • Tofu ruft zum Bekenntnis zur Fahnenflucht auf, da wollen wir uns nicht verweigern.

  • Gesammeltes #14

    Die Linke und die Israel Fahne auf dem Hamburger 1. Mai gegen den Nazi-Aufmarsch

    Das FSK interviewte Wolfgang Seibert, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Pinneberg, welcher auf der antifaschistischen 1.Mai Demonstration auf Grund seiner Israelsoldiarität angefeindet wurde.
    Er berichtet über seinen politischen Werdegang und Reaktionen auf der Demonstration.

    Dauer: 10:04 min
    Leider *.ogg-Datei daher kein Streaming, nur Download…
    Download unter http://www.freie-radios.net/

    Bernd Langer und so wird Geschichte konstruiert

    UglyDresden berichtet über die Irrungen Bernd Langers und die Fortsetzung der „Plakate des Schreckens“ des AntifaCamps Buchenwald.

    Seit nunmehr 20 Jahren findet an der Gedenkstätte Buchenwald ein Antifa Camp statt, welches sich der Pflege der Anlage, aber vor allem der Auseinandersetzung mit den Nazis in der Region beschäftigt. Schaut man sich die Einlassungen der OrganisatorInnen hierzu an kann der Eindruck entstehen es handelt sich um eine Art linker Traditions- bzw. Friedhofspflege. Es gibt nicht nur ein ganz zackig-preussisches Ablauf-, sondern auch ein entsprechende ideologisches Begleitprogramm.

    Jedenfalls hat Bernd Langer in diesem Jahr ein Gemälde produziert, welches als Vorlage für das Mobilisierungsplakat dient und in ganz bemerkenswerter Art und Weise Geschichtsrevisionismus der ganz anderen Art, aber im Sinne der KuK Ideologie, betreibt.
    Weiterlesen

    1rst Party

    Goldener Salon: Ambient, Easy Listening, Trip Hop mit Radio Gagarin, Martin, Steppin Warrior

    Gr. Floor/ Keller: Electro, Techno mit Bodi Bill (live/ Berlin), Mikroklubbing (Göttingen), de-cay (Hamburg), Metroheadmusic (Hamburg), GumboFrisstSchmidt (Hamburg)

    Kl. Floor/ Keller: Electrobreakpunk mit antiartich (8-bitbreaks und sampels, Goldrand/ Hamburg), gladbeck city bombing (Electropunk, Goldrand), istari lasterfahrer (Hamburg)

    Seit nunmehr 10 Jahren hat FSK eine sogenannte Vollfrequenz, was bedeutet: wir senden seit 10 Jahren rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Freies Radio stellt dabei den Versuch dar, ein Medium aus seinem Verwertungszusammenhang zu lösen, das Verhältnis Sendende – Empfangende anders zu bestimmen. Freies Radio lädt zum Mitmachen, zur Mitarbeit ein, welches durch ein ganzes Spektrum von Motiven gespeist werden kann. Somit bietet und entwickelt Freies Radio eine Grundlage für Arbeit, deren Perspektiven immer in Gespräch, Auseinandersetzung, Aufklärung, Emanzipation liegt, auf Bildung abzielt.
    10 Jahre Vollfrequenz steht für eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, schönen und sehr unschönen Szenen und einem Umzug in neue Räumlichkeiten, die Lust auf weitere 10 Jahre machen. Heute ist der Tag, an dem wir all dieses Revue passieren lassen wollen und mit Euch kräftig feiern möchten. Daher laden die Radiogruppe projekt-r und FSK zu einer Nacht voll von elektronischen Klängen ins Hafenklang Exil ein. Kommt zahlreich, werdet Fördermitglied und kauft keinen Scheiß- kauft Radios!! Wir freuen uns auf Euch!

    13. Juni 08 | Eintritt: 6.00 € | Open: 22:00 | Start: 22:00

    Visit: www.fsk-hh.org
    und werdet Förder-Mitglied!

    2nd Party


    Benno Blome [Sender Rec. – Berlin]
    manu harmilapi [plainaudio, e.m.h.]
    mushimara [e.m.h.]
    markus redux [e.m.h.]
    vj: yoonar