‚Here we go again‘ oder ‚es ist Fußball‘

Hach, es ist EM08 und ein bischen Nostalgie kommt dabei hoch. Denn im Juni 2006 erwachte dieser Blog zum Leben und mehrere Artikel gegen das Deutsche-Getümmel erblickten den digitalen Äther. Damals waren es 7 Artikel zur WM und dem deutsch-alternativen Schanzenviertel. [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8].
Rückblickend sorgen die „Berichte“ doch für einiges Schmunzel…

Der aktuellen EM08 kann und will man sich hier auch nicht verweigern. Die ersten Spieltage sorgten doch schon für einige Überraschungen und verspechen das die EM erstmal nicht langweilig wird (Jedenfalls wenn man dem Fußball nicht abgeneigt ist). Die deutsche Nationalmannschaft legte leider mal wieder einen nicht so schlechten Start hin, so dass man den Fußball-Deutschland-Taumel wahrscheinlich wieder länger ertragen muss.
Spannender war dann aber doch die Begenung Italien – Niederlande, die überraschend 0:3 ausging und neben einer guten Partie doch noch einen abwechslungsreichen EM-Verlauf versprach, denn hatte schon Frankreich nicht mehr als ein Unentschieden gegen Rumänien herausgeholt. Des weiteren stand gestern Abend noch das Spiel des Europameisters Griechenland gegen Schweden an, eine unglaublich langweilige Partie, welche die schwedische Mannschaft 2:0 gewann.

Nach diesem sportlichen Startup soll es doch primär um eine andere Berichterstattung gehen. Wobei in diesem ersten Beitrag erstmal auf andere gute Artikel verwiesen werden soll.

  • Lizas Welt berichtet wie erwartend und auf bekannter Höchstleistung über das sportliche Event. Die „erste kleine Miesmacherei“ ist zu lesen und lässt auf weiteres hoffen…

  • Im ConneIsland zeigt man nach den Erfahrungen bei der WM06 keine Deutschlandspiele mehr und hat kein Bock auf „Cosmopolitan Krauts“.
    Außerdem gab es im Conne einen Vortrag mit dem Titel „Moderner Nationalismus – Deutschland im Fußballrausch“, den Referenten David Schweiger, Redakteur der Phase 2, interviewte RadioCorax.

    Dauer: 15:04 min

    Download unter http://www.freie-radios.net/

  • Das Beatpunk Magazin „druckte“ den „ausgezeichnete Anti-Fussball-Essay des kürzlich verschiedenen Autors Michael Rudolf“ ab.
    Ganz Deutschland ist von Fußballfans besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Eine schweigende Minderheit hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Eine schweigende Minderheit, die noch resistent ist gegen das allgegenwärtig suppende Großklappengemisch aus Journalis­ten­­darstellern, Politikimitatoren, Wirtschaftssimulatoren und Werbeagenturen, dessen durch und durch verkommene Selbstbezogenheit sogar sittlich gefestigte Menschen daran hindert, ein fußball‑ und damit sorgenfreies Dasein zu fristen. Zu dieser Minderheit bekenne ich mich.
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  • ‚Wind in the Wires‘ berichtet über postnazistische Volksstimmung vor seiner Haustür…

    Nun marschiert der Mob, siegestaumelnd an meiner Wohnung vorbei. Es scheint, als habe die deutsche Nationalmanschaft das heutige Spiel gewonnen und obwohl ich von Fußball nicht viel halte, bin ich alleine deshalb dafür, dass die Deutschen so schnell wie möglich aus dieser Europameisterschaft rausfliegen, damit ich endlich meine Ruhe habe. Die Massen strömen an meinem Fenster vorbei, Deutschlandfähnchen schwenkend, bierselig grölend, mich davon überzeugend, dass es das Böse tatsächlich gibt: Es ist als hätte Onkel Adolf die Höllentore aufgestoßen um seine fürchterlichen Kreaturen direkt vor meiner Haustür auszuspucken.
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  • Gruppe Iskra über Fußball + Nationalismus…

    Nach dem Gruppenspiel der Fußball-EM zwischen Polen und Deutschland wurde eindrucksvoll das öffentlich zur Schau gestellt, was aufmerksamen Kritiker_innen schön längst bekannt war: Die Fußball-EM ist mehr als Sport und wird von einem Teil der deutschen Fans als Kampf unter Nationen verstanden. Dass dieser Nationalismus offen ausgetragen wird, zeigen nicht nur die Hooligan-Aktivitäten im österreichischen Klagenfurt, sondern auch Krawalle im überschaubaren Frankfurt (Oder), in jener Grenzstadt, wo es zwischen Deutschen und Polen richtig kracht, wenn es um das gegenseitige Kräftemessen geht.
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  • Waiting über deutsche „oral history“ und Nationalismus im Kontext des Fußballs.

    […]
    Wo Zeugnisablegen als Methode der Wahrheitsfindung in ihr Gegenteil, die Lüge, verkehrt wird, da lauert der Nationalismus als größte Lüge überhaupt schon um die Ecke. In Zeiten der fussballinitiierten Normalitätseuphorie drängt sich diese Lüge feist ins Rampenlicht. Bei einestages tritt Monique Bienge – eine 17jährige schwarz-rot-blonde Brandenburgerin, die durch ein zufällig entstandenes Bild beim PublicViewing 2006 auf die Titelblätter der Presse geriet – als Charaktermaske der nationalistischen Lüge auf. Auf dem Foto sieht man ein für Mainstream-Verhältnisse recht attraktives, doch nicht überdurchschnittlich schönes Mädchen mit blonden Haaren, rasierten Achseln, einem unschuldig-weißen Top und den üblichen Insignien des Party-Patriotismus (bemalte Wangen, Schal usw.). Inmitten eines Fahnemeeres schreit sie auf den Schultern eines Freundes sitzend ihre Begeisterung für ihr Team, ihr Volk, ihr Vaterland heraus. Die massenhafte Verbreitung des Bildes war wohl kein Zufall, symbolisiert sie als jugendlich-poppige, nett-unaggressive (die süßen Zähnchen!) und weibliche Person inmitten nationaler Farben doch genau das Bild, welches die Deutschen damals sich selbst und der Welt präsentieren wollten: harmlos wie ‘kleine Mädchen’, doch geschlossen wie eine Division von Elite-Soldaten.
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  • Tofu ruft zum Bekenntnis zur Fahnenflucht auf, da wollen wir uns nicht verweigern.


  • 3 Antworten auf “‚Here we go again‘ oder ‚es ist Fußball‘”


    1. 1 human traffic 11. Juni 2008 um 20:51 Uhr

      he-he-he! und die party hat gerade erst begonn… „alles nazis, oder söhne von nazis! köpfe zerschmettern!“

    2. 2 phex 11. Juni 2008 um 23:00 Uhr

      alta! Fußball ist laaaaaaaaaaangweilig!!!
      Also Deutschland ankacken ist cool, aber EM gucken ist uncool!
      echt jetz alta!

    1. 1 Fußball | Karwan Baschi | Paules Blog Pingback am 12. Juni 2008 um 20:13 Uhr
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