Jubeln für die Mörder

Im nationalbolschewistischen Blatt JungeWelt weiß man die Vorgänge adequat, deutsch einzuordnen. In einem antiimperialistischen Spektrum, in welchem Selbstmordattentäter Freiheitskämpfer sind, Querfront-Begeisterte wie Elsässer bis vor kurzem schrieben oder man einen Diktator wie Mugabe hochleben lässt, kann man nur eins, sich über die Freilassung eines Mörders freuen.
Karin Leukefeld nahm sich des Gefangenenaustausches an und konstatierte stellvertend für einen Teil der Linken, in welchem das Individuum nichts, das Kollektiv alles und Antisemitismus eine berechtigte Meinung darstellt:

Im Libanon wurde am Mittwoch die Rückkehr von fünf Freiheitskämpfern, die sich seit langem in israelischer Gefangenschaft befunden hatten, gefeiert.
[…]
Unter den nun Freigelassenen befand sich Samir Kantar, der als Siebzehnjähriger in den Reihen der PLO gekämpft hatte. Er war in Israel zu fünfmal lebenslanger Haft verurteilt worden. Zudem kamen vier Hisbollahkämpfer frei, die während des Krieges 2006 gefangengenommen worden waren.
(Quelle: junge Welt „Beirut empfängt Freigelassene“ 17.07.2008)

Das der „Freiehitskämpfer“ Samir Kantar aus gutem Grund im Gefängnis saß und dort bis zum Ende seiner Tage hätte bleiben soll, sollte jedem offenbar werden, der seine „freiheitliche Handlung“ kennt, die ihn ins Gefängnis und vor ein Gericht brachte:

[…]nachdem er Danny und Einat als menschliche Schutzschilde gegen die israelischen Sicherheitskräfte missbraucht habe[6] nach Augenzeugenberichten den Vater vor den Augen seiner Tochter erschossen und dann eigenhändig das kleine Mädchen getötet, indem er dessen Schädel mit dem Kolben seines Gewehres gegen einen Fels geschmettert habe.[5]
[…]
(Quelle: Wikipedia bzw: Orly Halpern: „The man Hezbollah wants“, US News, 6. August 2006; The Washington Post: Smadar Haran Kaiser: The World Should Know What He Did to My Family, Seite B02, 18. Mai 2003)

Jemand wie Samir Kantar, der offenbar frei nach dem Grundsatz „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“ lebt, hat „selbstverständlich“ nie seine Taten bereut und ist weiterhin stolz auf diese:

Nach Aussage der Anwältin und Gründerin des Mandela Institute for Human Rights [3] in Ramallah, Buthaina Duqmaq, die Kuntar regelmäßig im Gefängnis besucht, hat Kuntar seine Taten nie bereut oder bedauert. Seiner Auffassung nach ist er Mitglied einer „Befreiungsbewegung“ und „stolz darauf„.[3]
(Quelle: Wikipedia bzw. Carolynne Wheeler: A heartless killer as political pawn, The Globe and Mail, S. A1, 28. Juli 2006)

Das Frau Leukefeld und mit ihr die junge Welt und ihre Widerlichen Sympathisanten einen widerlichen Mörder und andere Terroristen zu „Freiheitskämpfern“ erklärt und sich über deren Freilassung freut, spiegelt die abgrundtiefe Verkommenheit wieder, die dieses Spektrum darstellt.

Wären es nur ein paar Wahnsinnige in einem Teil der Linken die sich über Austausch freuen würden, könnte man dies getrost unter der Akte „Widerlich, aber nichts Neues“ abheften, jedoch feiert man den Austausch auch auf staatlicher Ebene. Hier ist man zwar klug genug sich nicht offen über den Tod der israelischen Soldaten zu freuen, doch feiert man auch hier die Freilassung der Mörder als außenpolitischen Erfolg. LizasWelt dazu:

In Deutschland feiert man unterdessen den Bundesnachrichtendienst, der den Austausch vermittelt hatte. „Mr. Hizbollah“ wird der verantwortliche Emissär Gerhard C. BND-intern genannt, und das ist als Auszeichnung gemeint. Auch die Bundesregierung ist zufrieden: Die Aktion sei ein „Erfolg“ gewesen, war ihr Sprecher Thomas Steg zu vernehmen. Deutschland habe „Brücken zu beiden Seiten bauen können“. Der Austausch sei „ein kleiner Beitrag in einem zeitlichen Umfeld, in dem sich in Nahost positiv etwas zu entwickeln scheint“. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Andreas Peschke, kündigte an, man werde in den Fällen weiterer vermisster israelischer Soldaten ebenfalls „auf humanitäre Lösungen dringen“. Den Hinterbliebenen von Ehud Goldwasser und Eldad Regev, und nicht nur ihnen, müssen diese Worte wie Hohn vorkommen.
(Quelle: LizasWelt „Die Fratze der Barbarei“ 17.7.08)

So scheint sich die Nahost-Politik Deutschlands zu rentieren und von anderen Terrorgruppen gibt es inzwischen begeisterten Applaus für die geleistet Arbeit, denn man hofft, dass die Deutschen sich für weitere Freilassungen von antisemitischen Mördern begeistern lassen könnten:

Derlei Gleichgültigkeit kann man den Deutschen weiß Allah nicht nachsagen, und deshalb bekommt der Bundesnachrichtendienst nicht nur den verdienten Beifall von der richtigen Seite, sondern auch gleich den Auftrag, die erwähnten „Interessen aller Araber“ wahrzunehmen:
Am Donnerstag sagten einige Hamas-Vertreter, sie glaubten, dass deutsche Vermittler effektiver darin seien, einen Gefangenenaustausch mit Israel einzufädeln. Osama Hamdan, der Repräsentant der Hamas im Libanon, bestätigte, dass der Wunsch in seiner Bewegung wachse, die guten Dienste der Deutschen zu beanspruchen. Bislang habe es jedoch noch keine offiziellen Bemühungen gegeben, die Ägypter durch Deutsche zu ersetzen. Die Hamas habe allerdings auch keine Eile mit dem Fall Shalit, sagte Hamdan. „Wir wollen einen gerechten und fairen Deal, um das zu erreichen, was wir wollen.“
Nämlich die Freilassung von 1.000 Gefangenen im Austausch gegen Shalit. Nicht mehr und nicht weniger.

(Quelle: LizasWelt „Humanitärer Makel“ 18.7.08)

Nichts symbolisiert den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei so deutlich wie das Bild der zwei Särge, die heute Morgen an der Grenze zum Libanon entgegen genommen wurden.“ stellte Claudio Casula treffend auf Spirit of Entebbe fest.

«Sie haben etwa 800 Mann verloren und ihre ganze Wirtschaft (im Libanonkrieg) zerstört, und wofür? Für jemanden, der eine Vierjährige ermordet hat? Kann man einen solchen Menschen als Helden bezeichnen? Er ist doch nicht mehr als ein mieser Schurke.»
Schlomo Goldwasser.

  • Welt „Analyse: Trauer und Wut in Israel“ 16.07.2008
  • Claudio Casula/Spirit of Entebbe „Ein verheerender Deal“ 16.7.08
  • Claudio Casula/Spirit of Entebbe „Verräterische Sprache“ 17.7.08
  • LizasWelt „Die Fratze der Barbarei“ 17.7.08
  • LizasWelt „Humanitärer Makel“ 18.7.081
  • Henryk M. Broder „Die Vogelscheuche, der Pitbull und der Kindermörder“ 18.07.2008

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