Archiv für September 2008

Don‘t miss…

Nach der Diskussionsveranstaltung am 3.10. im Übel&Gefährlich…

“Deutschland? – Nie wieder!”

Das Feuilleton wird dieser Tage mit einem Kalauer vollgebrochen: Deutschland ist volljährig. Vor genau 18 Jahre trat der Einigungsvertrag in Kraft, der die Auflösung der DDR und die Angliederung von dessen Territorium an die Bundesrepublik Deutschland besiegelte. Ein blumiges Bild ist das: eine junge Nation, die ihre Tage oder den ersten Flaum über der Oberlippe bekommen und verarbeitet hat und mit »Führerschein« und VW Golf selbstbewusst ins ernste Leben rauscht. Bei der Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) klingt das so: »Deutschland ist volljährig, aber auch noch ein Teenager. Der fühlt sich stark, hat aber noch einiges zu lernen, (…) kann bis nach Mitternacht in der Disco feiern, muss aber mit dem Kater selber klarkommen (…). Volljährig sein bedeutet aber auch: Man kann sich endlich mal so richtig das Jawort geben.«

Für die antideutsche bzw. antinationale Linke galt es hingegen in den letzten 18 Jahren, diesen Positivismus zurückzudrängen und einige Basisbanalitäten immer wieder zu betonen, so dass sie heute wie Psalme aus dem Gebetsbuch klingen müssen. Eine dieser Formeln, die Deutschland in den letzten 18 Jahren als stichelnde Erinnerung an den Nationalsozialismus und an Auschwitz begleitet hat, ist unserer Podiumsdiskussion überschrieben. »Deutschland? Nie wieder!«, hat Marlene Dietrich einmal auf die Frage eines Reporters geantwortet, ob sie sich vorstellen könne, nach dem 2. Weltkrieg aus dem us-amerikanischen Exil in einen postnazistische, deutschen Staat zurückzukehren. »Deutschland? Nie wieder!« war in Adaption auch das Motto linksradikaler Demonstrationen und einer Konferenz 1989 und 1990, die den Kristallisationspunkt einer antideutschen Strömung innerhalb der hiesigen Linken darstellte.

18 Jahre gesellschaftskritischer Interventionen gegen den Drang zur Abfertigung oder Instrumentalisierung der Shoa und unzähliger Normalisierungsbestrebungen der deutschen Nation später, wollen wir noch mal einen Blick zurück und einen nach vorn werfen. Es sollen die Metamorphosen Deutschlands, die Entwicklungen oder Verschiebungen der letzten Jahre – vom Kosovokrieg bis zur schwarz-rot-geilen WM – unter der Prämisse diskutiert werden, wie sich die Position zu Deutschland verändert hat oder zu verändern wäre. Wie hat eine treffliche Kritik an der Nation im Allgemeinen und an Deutschland im Besonderen heute auszusehen? Wo liegen die Bruchlinien und Differenzen zwischen einer antideutschen und einer antinationalen Kritik? Diese Fragen sollen am Tag der offiziellen Feierlichkeiten zur »deutschen Einheit« in Hamburg geklärt werden. Zu diesem Zweck haben wir den konkret-Herausgeber und Mitinitiator der »Nie wieder Deutschland«-Kampagne 1989/1990 Hermann L. Gremliza, die Gruppe Theorie Organisation Praxis (T.O.P.) Berlin, die Frankfurter Assoziation Sinistra!, sowie die Gruppe 8. Mai eingeladen. Das Gespräch moderiert einE VertreterIn der Zeitschrift Phase 2.

Die Podiumsdiskussion steht im Rahmen der Veranstaltungsreihe gegen deutsche Einheit.

03.10.2008 – Uebel & Gefaehrlich (Feldstr. 66) – 20 Uhr

…darf danach gefeiert werden.

Nach der Podiumsdiskussion geht es am 03.10.2008 im Übel&Gefährlich mit der Soli-Party zur Unterstützung unserer Veranstaltungsreihe weiter. Es legen “Maximal gegen Deutschland” auf:
Mikroklubbing (FourtothefloorElectroTrashDisk.o)
Max Motor (Monkeydick Music Department)
3DJ Dirch (Electromob – Keep Techno Ultra)
Addicted (Malaria/Electromob)
Doc Strange (Electromob)
Metroheads (FSK)
Wal-Mart
Tony_Torpedo (ifts – Ballonseidentechno/Elektro/…House)

Free Afro Hesse

Rapper Afro Hesse von Abschiebung bedroht – Solidaritätskonzert im Oktober

Seit dem 2. August 2008 sitzt der Darmstädter Rapper Afro Hesse in Berliner Untersuchungshaft. Festgenommen wurde er, wegen eines kleineren Delikts, das im Normalfall überschaubare Konsequenzen gehabt hätte. Für Hesse sieht die Situation jedoch anders aus: Er besitzt keinen deutschen Pass und wartet nun in seiner Zelle auf die Abschiebung. Der aus Algerien stammende Musiker floh mit seiner Familie als Kind vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland und besuchte in Darmstadt die Schule. Nachdem er 13 Jahre mit seiner Familie in Deutschland gelebt hatte, wurde seine Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert, sein Pass eingezogen und seine Abschiebung angekündigt, in ein Land, zu dem er schon lange keinen Bezug mehr hat. Mehrere Asylanträge wurden von der Darmstädter Ausländerbehörde abgelehnt, woraufhin er keine andere Alternative mehr sah, als unterzutauchen. Es folgten vier Jahre illegalisierten Aufenthalts in Deutschland, in denen sich Afro Hesse trotz aller Schwierigkeiten weiter der Musik widmete und zwei Alben veröffentlichte. „Mehr als Musik“ und „Der verschollene Immigrant“ setzen sich intensiv mit dem Leben als Papierloser in Deutschland auseinander und auch diverse Fernseh- und Zeitungsbeiträge beschäftigten sich mit der Situation des „Verschollenen Immigranten“. Ohne festen Wohnsitz, Krankenversicherung, die Möglichkeit einer Anstellung und somit finanzieller Sicherheit, teilt er das Schicksal von bis zu 1,5 Millionen Menschen in Deutschland, die von der Bürokratie als „illegal“ bezeichnet werden und ohne Papiere schutz- und rechtlos sind.

Wir sind Künstler und Einzelpersonen aus Berlin. Als Zeichen der Unterstützung für Afro Hesse und für alle Papierlosen in Deutschland veranstalten wir am 29.10.2008 ein Solidaritätskonzert. Unter dem Motto „Free Afro Hesse“ stehen im SO36 ab 18:00 Uhr u.a. Deso Dogg, MC Bogy, Tarek & Massimo sowie Mike Fiction auf der Bühne.

Wir fordern die sofortige Freilassung von Afro Hesse. Wir wollen damit zugleich ein Zeichen des Protestes gegen die rassistische deutsche Ausländerpolitik setzen. Kein Mensch ist illegal!

Die Einnahmen des Solikonzerts fließen ausschließlich in die Unterstützung von unserem Freund Afro Hesse. Alle Künstler treten ohne Gage auf. Die durch das aktuelle Verfahren und die drohende Abschiebung entstehenden Kosten gehen in die Tausende.

Freundeskreis Afro Hesse

Spendenkonto: Rote Hilfe Berlin, Stichwort Afro Hesse, Kontonr 71895 90 600, Blz 100 200 00

Mehr Informationen:
www.afro-hesse.de
www.36kingz.com

Polylux-Beitrag über Afro Hesse:
http://www.polylog.tv/monolux/videocast/12745/

Normalität

Kölle halt’s Maul oder der Aufstand der Anständigen

LizasWelt berichtet von Erfahrungen am vergangenen Samstag. An dieser Stelle nur ein Auszug aus dem sehr lesenswerten Artikel, zur Wut auf Differenz und Position jenseits von ProKöln und BRD-Antifa:

[…]Ein paar hundert Meter weiter, in einer schattigen Nebenstraße der Fußgängerzone, treffe ich auf eine weitere Kundgebung. Die ist allerdings deutlich kleiner; vielleicht dreißig Leute hören Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime zu, die engagiert für eine „dritte Kraft“ wirbt. „Wir sind gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus, aber auch gegen die menschenrechtswidrigen, antidemokratischen und patriarchalischen Grundinhalte und Praktiken des Islam“, ruft sie in ihr Mikrofon. Hinter Ahadi halten Aktivisten der Kritischen Islamkonferenz (KIK) Pappschilder in die Höhe. „Aufklären statt verschleiern“, „Frauenrechte sind Menschenrechte“ und „Gegen Faschismus heißt auch gegen islamische Herrschaftskultur“ steht auf ihnen. Der prominenteste Schildträger ist fraglos Udo Ulfkotte. Der frühere FAZ-Redakteur wollte eigentlich eine Massenpartei gegen den Untergang des Abendlandes ins Werk setzen und knüpfte zu diesem Behufe auch viele Kontakte zu europäischen Rechtsparteien, bis er sich vor ziemlich genau einem Jahr von Gruppen wie Pro Köln und dem Vlaams Belang distanzierte. Nun ist er also bei der KIK gelandet.

Eine Gruppe junger Mädchen in Antifa-Outfits bleibt kurz stehen und verfolgt Mina Ahadis Rede mit finsteren Mienen. Als Ahadi sagt: „Wir sind auch gegen den Bau von Moscheen, denn das sind keine Gebetshäuser, sondern Schulungszentren der Islamisten“, wird sie von den Mädchen ausgebuht und als „Rassistin“ beschimpft. „Ich komme aus dem Iran und bin vor dem Islam geflohen“, entgegnet sie den Aktivistinnen, doch die werden nur noch aggressiver. „Halt’s Maul“, brüllt eine von ihnen und präsentiert ein selbst gemaltes Schild, auf dem „Moschee olé!“ steht. Dann bewegt sich die Gruppe unter „Nazis raus“-Rufen Richtung Roncalliplatz, Mina Ahadi kann ihre Ausführungen fortsetzen.[…]

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Nada war auch live vor Ort und berichtet von einigen Eindrücken. Zum einen einiges Interessantes über die Leute von Political Incorrect, welche in Videos auf ihrer Seite stramm hinter „Wir sind das Volk“ gröhlendem Mob zu bewundern sind, zum anderen einiges über das „Konzept Antifa“:

[…]1. Akt: „RAF! PKK! Autonome Antifa!“
Nachdem sich eine kleinere Schar Antifas bereits am Vormittag des 19. Septembers diverse Scharmützel mit der Polizei geliefert hatte und dafür sorgte, dass eine handvoll Pro Kölner zwangsweise fünf Stunden auf einem luftigem Schiff auf dem Rhein schwanken mussten6, versammelte sich Abends die Crème des deutschen Antifaschismus zur Vorabenddemo des bewegungsfreudigen ums Ganze!-Bündnisses vor dem Kölner Dom. Unter dem tiefgründigen Motto „Fight the game! Rassismus, Islamismus, Nationalismus und Kapitalismus bekämpfen!“7 zog der ca. 2000 Köpfe zählende schwarze Block, mit einiger Verzögerung und mit einigen, durch Vorkontrollen verursachte, Verlusten, in die Kölner Innenstadt. Dabei fiel recht schnell auf, dass der Terminus antifaschistische Vorabenddemo bei den Beteiligten wohl mehr zog als das überlange und leicht schwammige Demomotto. Bis auf das, hinter massiven Polizeikräften verborgene, Fronttransparent war es auch nicht gerade ersichtlich um was es eigentlich gehen sollte. Da verwunderte es auch nicht, dass man innerhalb der Demonstration so ziemlich alle Parolen hören konnte, welche die verschiedenen Anitfagruppen so zu bieten haben; sei es die antinationale oder internationale Solidarität, das mantrahafte Beschwören eines es muss ums Ganze gehen oder der Hilferuf nach Bomber Harris.
Man hatte es also schon einmal erfolgreich geschafft die antifaschistische Bewegung zu einnen, ohne sich dabei die Nasen wegen so lächerlicher Nebenwidersprüche wie Israelsolidarität und antiimperialistischen Widerstand einzuschlagen; es schien fast so als wäre man wieder eine große Familie, als hätte man sich die vergangenen Jahre wieder verziehen und sei bei einem neuen linken Pluralismus angelangt, indem alle willkommen sind solange sie nur anständig Ketten bilden können.
Nachdem der Familienspaziergang dann irgendwann an sein Ende kam bzw. die Exekutive mal langsam ins Bett wollte, kam es noch zu den unausweichlichen Actioneinlagen, aber deswegen war man, und die Medienvertreter, ja schließlich da und die Kölner Altstadt sieht im Bengaloschein doch gleich viel schöner aus.[…]

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Sportlicher Antisemitismus

Zu der Entwicklung der Diksussion um den Göttinger Sportwissenschaftler Arnd Krüger, welchem ein „antisemitisches Menschenbild“ zuegschrieben wird, erschienen in den letzten zwei Ausgaben der JungleWorld zwei sehr interessante Artikel.
Zum einen von Ze’Ev Avrahmi und Martin Krauss in „Der Fall Krüger, eine Abwicklung“:

Die kruden Thesen eines Göttinger Sporthistorikers zum Olympiamassaker 1972 seien von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt, befand die Universität Göttingen. Aber jetzt zeigt sich: Er hatte alle Belege frei erfunden.

Noch vor wenigen Wochen war die Empörung über den »Fall Krüger« ein bisschen größer, als man sie für gewöhnlich kennt: Der Göttinger Sportwissenschaftler Arnd Krüger hatte im Juni behauptet, die elf israelischen Sportler, die beim Münchner Olympiamassaker 1972 ermordet wurden, seien freiwillig in den Tod gegangen.

Daraufhin erklärte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), aus Krügers Thesen spreche ein »antisemitisches Menschenbild«, Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland sagte, Krügers Thesen grenzten an Volksverhetzung. Und auch das Präsidium der Georg-August-Universität, an der Krüger lehrt, verurteilte dessen Vortrag, weil »durch diese Äußerungen antisemitischen Positionen Vorschub geleistet wird«. Wenige Wochen später kam eine Ombudskommission dieser Universität jedoch zu dem Schluss, Krüger sei kein wissenschaftliches Fehlverhalten nachzuweisen. Es war eine Art Freispruch.[…]

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Und in der Ausgabe vom 18.September Martin Krauss unter dem Titel „Sportlich abgewatscht“:

Während die Universität Göttingen bei Professor Arnd Krüger kein Fehlverhalten ­entdecken konnte, wurde er vom Sportwissenschaftler-Verband scharf gerügt. Im Gegensatz zu Henning Eichberg.

Eine öffentliche Rüge kassiert kein deutscher Professor gerne, handelt es sich doch um eine laute, von keinem Kollegen und keinem Studenten zu überhörende Ohrfeige. Eine solche fing sich vorige Woche Arnd Krüger ein, der Direktor des sportwissenschaft­lichen Instituts der Universität Göttingen. Die Rüge erging von der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS), die über einen Aus­schluss Krügers beraten hatte. Krüger war im Sommer dieses Jahres aufgefallen, als er in einem Vortrag behauptete, die 1972 von der palästinensischen Terrorgruppe »Schwarzer September« ermordeten elf israelischen Sportler seien freiwillig in den Tod gegangen.[…]

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Auch in der Süddeutschen Zeitung kommt man zu einem anderen Urteil als das der Uni Göttingen und zeigt sich verwundert über deren Rückendeckung für den Sprotwissenschaftler:

[…]Unbeeindruckt zeigt sich die Uni Göttingen: Schon vor Wochen teilte sie mit, eine Ombudskommission habe entschieden, das Vorprüfungsverfahren einzustellen, „weil sich der Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten als haltlos erwiesen hat“. Wie die Universität zu diesem Urteil gelangt, würde man nach der dvs-Analyse gerne erfahren. Doch interessanterweise ist der Bericht der Ombudskommission nur in Auszügen im Internet einsehbar, die vollständige Fassung wird bislang unter Verschluss gehalten.

Auch ein Brief des israelischen Botschafters Yoram Ben-Zeev an den Uni-Präsidenten vom 6. August blieb bisher unbeantwortet. Göttingen müsse selbst entscheiden, so Ben-Zeev, „ob Form und Inhalt des Vortrags von Krüger ihren wissenschaftlichen Standards und intellektuellen Ansprüchen genügen“. Krüger habe nicht nur „die Gefühle der Angehörigen der Opfer von 1972 verletzt, sondern auch die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis“.

Der Deutschland Funk berichtete ebenfalls zum Ende der Verfahren gegen Krüger sowie die Reaktionen auf diese:
[auido:http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/09/10/dlf_20080910_0524_ce5809f2.mp3]

Shimon Stein in Göttingen

Plakat Stein in klein
Das Bündnis für Israel lädt herzlich zu dem Vortrag von Herrn Shimon Stein, ehemaliger Botschafter des Staates Israel in Deutschland “60 Jahre Israel – Einmalig und noch nicht vollendet” ein.

Aula des Felix-Klein Gymnasiums (Böttinger Straße 17) | Mittwoch, 24.September | 19.00 Uhr
Veranstaltet von:
Bündnis für Israel:
Jüdisches Lehrhaus Göttingen e. V
Jüdische Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen e. V
[a:ka] Göttingen

via [a:ka] Göttingen

Gesammeltes #18

137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn

Unter diesem Titel erschien nun ein Aufruf zu einer Veranstaltungsreihe zuden nationalen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2008 in Hamburg. Innerhalb dieser Veranstaltungsreihe finden folgende Veranstaltungen statt:

  • *Arbeitswahn, Krise und Wirtschaftspolitik*
    Zum verkehrten Zusammenhang von Politischer Ökonomie und deutschen Zuständen

    mit JustIn Monday
    Freitag, 19. September 19:00, Kölibri
  • Stadtrundgang „Kolonialmetropole Hamburg“
    mit Heiko Möhle
    Freitag, 26. September 17:00, Haupteingang des Hamburger Rathauses
  • „Kulturnation Deutschland“?
    Podiumsdiskussion
    Freitag, 26. September 20:00, Rote Flora
  • Die Geschichte der antinationalen Linken
    mit Thomas Ebermann
    Donnerstag, 2. Oktober 18:00, Rote Flora
  • „Deutschlandkritik – reloaded?“
    Podiusmsdiskussion
    Freitag, 3. Oktober, Übel und Gefährlich
    nähere Infos folgen
  • This is not a lovesong – Pop und Deutschland
    mit Roger Behrens
    Freitag, 6. Oktober 19:00, Fundbureau
  • „The truth lies in Rostock“
    Film
    Donnerstag, 9.Oktober 18:30, 3001 Kino
  • Szenische Lesung gegen Deutschland
    mit souslaplage
    t.b.a., Golden Pudel Club
  • Es folgen noch Veranstaltungsankündigungen zu “Weiblichkeit und Nation” und “Antinationalismus und Israelsolidarität”.
  • Sehr lesenswert sind der Aufruf und der Artikel „Coffee to go – oder: Wofür steht der 3. Oktober?“ von JustIn Monday

    137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn
    Zu den nationalen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2008 in Hamburg

    Deutschland ist von Beginn an die prozessierende Konterrevolution geworden. Die Basis für die Reichsgründung 1871 in Versailles bildete die Niederschlagung der Pariser Commune, eine gemeinsame Aktion mit den zuvor besiegten französischen Truppen, gipfelnd in dem Massaker an 30.000 Kommunard_innen, die sich bereits ergeben hatten. Doch die Deutschen wollten mehr. Zwischen 1904 und 1908 brachten sie als Kolonisatoren im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, über 60.000 Hereros und 10.000 Namas um. Da für die Deutschen das, was sie bereits hatten, nie gut genug war, zettelten sie 1914 den ersten Weltkrieg an, der fast 10 Millionen Menschen das Leben und Deutschland endlich seine Kolonien sowie das immer noch als „deutsch“ geltende Elsass und unter anderem die seither als Verlust betrauerten Ostgebiete, Teile des heutigen Polens, kostete. Die Ansätze von Räten in verschiedenen deutschen Städten 1918/19 im Zuge der Novemberrevolution wurden von Freikorpsverbänden unter tätiger Mithilfe der SPD-Regierung zerschlagen und ihre bewusstesten Aktivist_innen zum großen Teil umgebracht. Der Geburtsort des expansiven Deutschen Reiches, Versailles, wurde der sich ständig modernisierenden aber niemals zu sich selbst kommen könnenden Volksgemeinschaft zum Schandfrieden, dem man lieber den totalen Krieg entgegensetzte. Dieses Mal starben 60 Millionen Menschen am deutschen Wahn, die Welt beherrschen zu wollen.

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    Coffee to go
    oder: Wofür steht der 3. Oktober?

    I. Nation
    Wenn die Landsleute sich ihrer nationalen Einheit versichern möchten, ist einer der häufigsten Tricks derjenige, sich des Unverständnisses des Auslands zu vergewissern. Norbert Lammert, als Bundestagspräsident zuständig für die Festrede[1] am vergangenen Tag der deutschen Einheit in Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin, bemühte zu diesem Zweck eine nicht näher genannte „französische Journalistin“, um „eine aufschlussreiche Geschichte“ zum Stand des nationalen Selbstbewußtseins zum Besten zu geben. Wie die französischen Journalistinnen zahlreicher anderer RednerInnen, die ihr Wort zu nationalen Einheit erhoben haben, habe dieses Exemplar „geradezu fassungslos registriert“, dass ein „deutscher Ladenverkäufer“ ihr das Gefühl gegeben hat, „etwas Unanständiges, jedenfalls Unpassendes gesagt“ zu haben, als sie einen „schönen Nationalfeiertag“ wünschte. So kann das ja nichts werden mit dem Ansehen Deutschlands in der Welt, dachte Lammerts, und ganz der mutige Nonkonformist, der er nun mal ist, wusste er aufmunterndes entgegen zu setzen: „Der 3. Oktober ist aber ein Tag der Freude und ein Anlass zum Feiern – mithin also auch ein Grund für Kaffee und Kuchen.“

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    Neues zum „Streit um Führungen in der Gedenkstätte Neuengamme“

    Der Deutschlandfunk berichtet über die aktuelle Entwicklung zum Streit um Führungen durch deutsche Soldaten in der Gedenkstätte Neuengamme.


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    Hingewiesen sei an dieser Stelle erneut auf schon mal Berichtetes:

    Das Freie Sender Kombinat führt ein Studiogespräch mit dem Guide Olaf K., welcher erstmal nicht mehr in der Gedenkstätte tätig sein darf, und Günther Jacob zu der aktuellen Entwicklung in der Gedenkstätte Kz Neuengamme.

    Außerdem erschien in der JungleWorld vom 19. Juni 2008 ein Artikel von Anke Schwarzer zum Thema.

  • JungleWorld – Soldaten sind Führer
  • Vergangene Artikel zu dem Konflikt um die Gedenkstätte:

  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme “Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter”
  • Fortsetzung + erste Pressereaktionen auf das “Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter”
  • Teil 1
    Dauer: 50:13 min
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    Download unter http://www.freie-radios.net/

    Teil 2
    Dauer: 49:47 min
    Leider *.ogg-Datei daher kein Streaming, nur Download…
    Download unter http://www.freie-radios.net/


    (Foto von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg/Bundeswehr)

    Moishe Postone

    Am 9. Februar 2008 hielt Moishe Postone seinen Vortrag „Aspekte der Wertkritik: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx”, zu welchem die Autonome Antifa F im Rahmen einer Veranstaltungsreihe unter anderem zur Fortführung der Fragestellungen des Kongresses nach Frankfurt eingeladen hatte.


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    found via Redical [m]

    Die Dialektik von Einheit und Differenz

    Auf Lizas Welt wurde der Vortrag „Die Dialektik von Einheit und Differenz. Zur Diskussion über Migration, Multikulturalismus und Integration in Amerika und Europa“ von Sebastian Voigt, welcher diesen am 18. August2008 in Köln auf der Vortragsveranstaltung „Integrationsdebatten – zwischen Einheit und Differenz“ gehalten hat.

    Die europäische Ignoranz gegenüber Amerika

    Zunächst gilt es, einige grundlegende Charakteristika der amerikanischen Gesellschaft aufzuzeigen, die sie fundamental von den meisten europäischen unterscheidet. Diese unter das Schlagwort American Exceptionalism zu fassenden Aspekte stoßen in Europa und besonders in Deutschland auf eine weit verbreitete Ignoranz. Amerika kann also mit gutem Recht als terra incognita im europäischen Bewusstsein bezeichnet werden. Der Fokus wird dennoch nicht auf dem Antiamerikanismus liegen, auch wenn man der Feindschaft gegen Amerika als dem Symbol der Moderne und damit einhergehend der Feindschaft gegen Liberalismus, gegen die Werte der Aufklärung, immer wieder in Alltagssituationen begegnet.

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    Weiterlesen von Teil 2