Gesammeltes #18

137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn

Unter diesem Titel erschien nun ein Aufruf zu einer Veranstaltungsreihe zuden nationalen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2008 in Hamburg. Innerhalb dieser Veranstaltungsreihe finden folgende Veranstaltungen statt:

  • *Arbeitswahn, Krise und Wirtschaftspolitik*
    Zum verkehrten Zusammenhang von Politischer Ökonomie und deutschen Zuständen

    mit JustIn Monday
    Freitag, 19. September 19:00, Kölibri
  • Stadtrundgang „Kolonialmetropole Hamburg“
    mit Heiko Möhle
    Freitag, 26. September 17:00, Haupteingang des Hamburger Rathauses
  • „Kulturnation Deutschland“?
    Podiumsdiskussion
    Freitag, 26. September 20:00, Rote Flora
  • Die Geschichte der antinationalen Linken
    mit Thomas Ebermann
    Donnerstag, 2. Oktober 18:00, Rote Flora
  • „Deutschlandkritik – reloaded?“
    Podiusmsdiskussion
    Freitag, 3. Oktober, Übel und Gefährlich
    nähere Infos folgen
  • This is not a lovesong – Pop und Deutschland
    mit Roger Behrens
    Freitag, 6. Oktober 19:00, Fundbureau
  • „The truth lies in Rostock“
    Film
    Donnerstag, 9.Oktober 18:30, 3001 Kino
  • Szenische Lesung gegen Deutschland
    mit souslaplage
    t.b.a., Golden Pudel Club
  • Es folgen noch Veranstaltungsankündigungen zu “Weiblichkeit und Nation” und “Antinationalismus und Israelsolidarität”.
  • Sehr lesenswert sind der Aufruf und der Artikel „Coffee to go – oder: Wofür steht der 3. Oktober?“ von JustIn Monday

    137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn
    Zu den nationalen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2008 in Hamburg

    Deutschland ist von Beginn an die prozessierende Konterrevolution geworden. Die Basis für die Reichsgründung 1871 in Versailles bildete die Niederschlagung der Pariser Commune, eine gemeinsame Aktion mit den zuvor besiegten französischen Truppen, gipfelnd in dem Massaker an 30.000 Kommunard_innen, die sich bereits ergeben hatten. Doch die Deutschen wollten mehr. Zwischen 1904 und 1908 brachten sie als Kolonisatoren im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, über 60.000 Hereros und 10.000 Namas um. Da für die Deutschen das, was sie bereits hatten, nie gut genug war, zettelten sie 1914 den ersten Weltkrieg an, der fast 10 Millionen Menschen das Leben und Deutschland endlich seine Kolonien sowie das immer noch als „deutsch“ geltende Elsass und unter anderem die seither als Verlust betrauerten Ostgebiete, Teile des heutigen Polens, kostete. Die Ansätze von Räten in verschiedenen deutschen Städten 1918/19 im Zuge der Novemberrevolution wurden von Freikorpsverbänden unter tätiger Mithilfe der SPD-Regierung zerschlagen und ihre bewusstesten Aktivist_innen zum großen Teil umgebracht. Der Geburtsort des expansiven Deutschen Reiches, Versailles, wurde der sich ständig modernisierenden aber niemals zu sich selbst kommen könnenden Volksgemeinschaft zum Schandfrieden, dem man lieber den totalen Krieg entgegensetzte. Dieses Mal starben 60 Millionen Menschen am deutschen Wahn, die Welt beherrschen zu wollen.

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    Coffee to go
    oder: Wofür steht der 3. Oktober?

    I. Nation
    Wenn die Landsleute sich ihrer nationalen Einheit versichern möchten, ist einer der häufigsten Tricks derjenige, sich des Unverständnisses des Auslands zu vergewissern. Norbert Lammert, als Bundestagspräsident zuständig für die Festrede[1] am vergangenen Tag der deutschen Einheit in Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin, bemühte zu diesem Zweck eine nicht näher genannte „französische Journalistin“, um „eine aufschlussreiche Geschichte“ zum Stand des nationalen Selbstbewußtseins zum Besten zu geben. Wie die französischen Journalistinnen zahlreicher anderer RednerInnen, die ihr Wort zu nationalen Einheit erhoben haben, habe dieses Exemplar „geradezu fassungslos registriert“, dass ein „deutscher Ladenverkäufer“ ihr das Gefühl gegeben hat, „etwas Unanständiges, jedenfalls Unpassendes gesagt“ zu haben, als sie einen „schönen Nationalfeiertag“ wünschte. So kann das ja nichts werden mit dem Ansehen Deutschlands in der Welt, dachte Lammerts, und ganz der mutige Nonkonformist, der er nun mal ist, wusste er aufmunterndes entgegen zu setzen: „Der 3. Oktober ist aber ein Tag der Freude und ein Anlass zum Feiern – mithin also auch ein Grund für Kaffee und Kuchen.“

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    Neues zum „Streit um Führungen in der Gedenkstätte Neuengamme“

    Der Deutschlandfunk berichtet über die aktuelle Entwicklung zum Streit um Führungen durch deutsche Soldaten in der Gedenkstätte Neuengamme.


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    Hingewiesen sei an dieser Stelle erneut auf schon mal Berichtetes:

    Das Freie Sender Kombinat führt ein Studiogespräch mit dem Guide Olaf K., welcher erstmal nicht mehr in der Gedenkstätte tätig sein darf, und Günther Jacob zu der aktuellen Entwicklung in der Gedenkstätte Kz Neuengamme.

    Außerdem erschien in der JungleWorld vom 19. Juni 2008 ein Artikel von Anke Schwarzer zum Thema.

  • JungleWorld – Soldaten sind Führer
  • Vergangene Artikel zu dem Konflikt um die Gedenkstätte:

  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme “Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter”
  • Fortsetzung + erste Pressereaktionen auf das “Berufsverbot für kritischen Mitarbeiter”
  • Teil 1
    Dauer: 50:13 min
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    Teil 2
    Dauer: 49:47 min
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    (Foto von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg/Bundeswehr)

    Moishe Postone

    Am 9. Februar 2008 hielt Moishe Postone seinen Vortrag „Aspekte der Wertkritik: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx”, zu welchem die Autonome Antifa F im Rahmen einer Veranstaltungsreihe unter anderem zur Fortführung der Fragestellungen des Kongresses nach Frankfurt eingeladen hatte.


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    found via Redical [m]

    Die Dialektik von Einheit und Differenz

    Auf Lizas Welt wurde der Vortrag „Die Dialektik von Einheit und Differenz. Zur Diskussion über Migration, Multikulturalismus und Integration in Amerika und Europa“ von Sebastian Voigt, welcher diesen am 18. August2008 in Köln auf der Vortragsveranstaltung „Integrationsdebatten – zwischen Einheit und Differenz“ gehalten hat.

    Die europäische Ignoranz gegenüber Amerika

    Zunächst gilt es, einige grundlegende Charakteristika der amerikanischen Gesellschaft aufzuzeigen, die sie fundamental von den meisten europäischen unterscheidet. Diese unter das Schlagwort American Exceptionalism zu fassenden Aspekte stoßen in Europa und besonders in Deutschland auf eine weit verbreitete Ignoranz. Amerika kann also mit gutem Recht als terra incognita im europäischen Bewusstsein bezeichnet werden. Der Fokus wird dennoch nicht auf dem Antiamerikanismus liegen, auch wenn man der Feindschaft gegen Amerika als dem Symbol der Moderne und damit einhergehend der Feindschaft gegen Liberalismus, gegen die Werte der Aufklärung, immer wieder in Alltagssituationen begegnet.

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    1 Antwort auf “Gesammeltes #18”


    1. 1 subwave - exakt neutral :: veranstaltungen gegen die ganze scheisse :: September :: 2008 Pingback am 14. September 2008 um 15:29 Uhr
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