Archiv für November 2008

Gesammeltes #20

  • Mitschnitte der Veranstaltungsreihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation
  • Zum Ausschluß des Ca Ira Verlags bei den „Linken Buchtagen“
  • Weiteres zu Dresden im Februar

  • Mitschnitte der Veranstaltungsreihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation

    Die von der Gruppe B17 in Göttingen durchgeführte Veranstaltungsreihe wurde in der vergangenen Woche mit einer Diskussionsveranstaltung beendet.
    Nun sind auf der Homepage der Gruppe die Mitschnitte von drei Veranstaltungen zum Herunterladen bereit gestellt worden. Außerdem wird auf weitere Texte der ReferentInnen verwiesen.
    Von folgenden Veranstaltung gibt es Mitschnitte:

  • JustIn Monday „Arbeitswahn, Krise und Wirtschaftspolitik – Zum verkehrten Zusammenhang von Politischer Ökonomie und deutschen Zuständen“
  • Sonja Witte „Nationales Vergangenheitsrecycling – Die postnazistische Allianz der Generationen im deutschen Kollektiv“
  • Diskussionsveranstaltung mit Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek) und einem Referenten des [a:ka] Göttingen „Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus“
  • zur Homepage der Gruppe B17

    Zum Ausschluß des ça ira Verlags bei den „Linken Buchtagen“

    Nach dem Ausschluss des ça ira Verlags, welcher in der JungenWelt abgefeiert wurde (hxxp://www.jungewelt.de/2008/11-17/049.php), gibt es nun auch eine Reaktion des Verlages. Zusammen mit der AG Kritische Theorie veröffentlichte der Verlag nun eine polemische, aber sehr pointierte, Stellungnahme. (Der Blog Analyse, Kritik & Aktion spricht passend von „Informativ, erfrischend und durchaus lesenwert wird ihr Standpunkt klar und provokant erläutet.„)

    (…)“Die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft”, schreibt Marx irgendwo, und man kann ganz sicher sein, daß kein “Bahamas”-Redakteur jemals der Ditfurth ihr “Steckenpferd” vorwerfen wird. Daß die Kritik doch wohl oft ins Schwarze trifft, läßt sich aus der Heftigkeit der Reaktionen schließen. Jedes Hantieren mit Denunziationen und Beschimpfungen zeigt nur umso mehr die Unfähigkeit und den Unwillen, sich mit der Kritik auseinander zu setzen, welche die Bahamas regelmäßig und mit großer Sorgfalt veröffentlicht. Das sich ständig beleidigt Fühlen jener berufsmäßigen Feinde der Bahamas agiert nach dem projektiven Modus der “verfolgenden Unschuld”.

    Der Antizionismus und der Haß auf Israel, den die “junge Welt” schürt, zeugen allerdings nicht einmal von einer “Leidenschaft des Kopfes”, sondern von den ordinären Machenschaften der Linksdeutschen.
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    Außerdem hat das Freie Sender Kombinat mit Joachim Bruhn vom ça ira Verlag und einem Vertreter der AG Kritische Theorie eine Telefonkonferenz geführt.

    Dauer: 25:59 min

    Download unter freie-radios.net

    Weiteres zu Dresden im Februar

    In einem Vorstellungstext des Vorbereitungskreis 13. Februar 2009 wurde nun aus dem Kreis der Antifagruppe Venceremos klar Stellung genommen zu dem linken Geschichtsrevisionismus aus denen sich selbst als humanistisch, antimilitaristischen und anarchistischen bezeichnenden Kreisen.

    (…)
    In Abgrenzung zu unserer Kritik am Dresden-Gedenken hat sich in diesem Jahr ein weiterer linker Vorbereitungskreis gegen die Naziaufmärsche, mit dem Fokus auf den 14. Februar, gebildet. Dieser verteidigt das Dresdner Gedenken als „das gute Recht der Hinterbliebenen“ zur Trauer um die getöteten Deutschen und fordert alle Deutschen, die „weit älter als 80 Jahre sind“, dazu auf, „sich [zu] fragen, ob sie denn alles Mögliche getan haben, um der deutschen Terrorherrschaft ein Ende zu setzen“ (Positionspapier des Vorbereitungskreis „No Pasaran“ auf h__p://dresden1302.noblogs.org/post/2008/11/04/positionspapier, Stand 13.11.) Solche inhaltlichen Positionierungen weisen unseres Erachtens eine unerhörte Kritiklosigkeit auf; sowohl gegenüber dem historischen Nationalsozialismus wie auch dem, was am 13. Februar alljährlich in Dresden passiert. Der deutsche Opfermythos wird hier durch eine konformistische Mythenbildung von linker Seite gestützt. In jeder Hinsicht unfähig, die Manifestation deutscher Ideologie am 13. Februar auch nur zu benennen, kommt sich die linke Nachwuchs-Extremismustheorie noch nicht einmal lächerlich dabei vor, wenn die uralten „Vorwürfe“ des Gedenkens gegen die antifaschistische Kritik: diese würde „auf den Toten herumtrampeln“ und diese „abfeiern“, kopiert werden – ganz im Sinne der gängigen Rede vom „Missbrauch des Gedenkens durch links und rechts“. Ein solcher Mangel an Differenzierungsvermögen schlägt sich nur folgerichtig im falschen Wunsch eines Gedenkens an „alle Opfern“ nieder – wenn ein „wahrhaftiges Erinnern“ eingefordert wird, in welchem am 13. Februar den „deutschen Opfern“ – natürlich ideologisch unvereinnahmt – und zu gegebenen Anlass ebenso den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird (vgl. ebd.). Das geschichtsrevisionistische Dresdner Gedenken an „deutsche Opfer“ soll so durch das richtige Rahmenprogramm legitimiert werden – als hätte es jahrelange linke Auseinandersetzungen mit deutschem Geschichtsrevisionismus nie gegeben! Eine „linke“ Variante des Gedenkens an „deutsche Opfer“ ist mit uns nicht zu haben. Die gewandelte Fortexistenz des bürgerlichen Gedenkens muss vielmehr zum Anlass genommen werden, die Kritik am falschen deutschnationalen Geschichtsbewusstsein fortzuführen und zu schärfen. Die Auseinandersetzung mit davon kaum unterscheidbaren linken Welterklärungsmustern wird darin einen zentralen Platz einnehmen.
    (…)
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    Das „Zentrum für Antisemitismusforschung“ auf Abwegen

    Mattihas Küntzel hat einen sehr lesenswerten Artikel von den neuen Abwegen des „Zentrums für Antisemitismusforschung“ veröffentlicht.

    Das „Zentrum für Antisemitismusforschung“ auf Abwegen
    Über die Gleichsetzung von Antisemitismus und „Islamophobie“ · Von Matthias Küntzel

    Ist es wieder soweit? Gleicht die „Wut der neuen Muslimfeinde“ der Judenfeindschaft der Dreißigerjahre? Dies jedenfalls suggeriert das „Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin“ in seinem „Jahrbuch 2008“, das in diesen Tagen erschien. Dessen Schwerpunktteil behandelt auf 120 Seiten das Thema: „Feindbild Islam und Islamisierter Antisemitismus“.

    Am 8. Dezember 2008 wird das „Zentrum“ seine neuesten Erkenntnisse auf einer „wissenschaftlichen Konferenz“ mit dem Titel „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ präsentieren. Thematischer Schwerpunkt ist die Frage, „welche Gemeinsamkeiten Judenfeinde und Islamfeinde teilen.“ Ob man von einer wissenschaftlichen Konferenz wird sprechen können, muss sich zeigen. Bei der Lektüre des neuen „Jahrbuchs“ kommen Zweifel auf.

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    Soli-Kram

    Sollte ich an dem Tag nicht zum Angeln sein, wäre ich wohl in Erfurt…

    Gesammeltes #19

  • Kein Rederecht für Juden
  • Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus
  • Talkin‘ about the 13th Februar in Dresden
  • Dieses Land hat diese Platte verdient


  • Kein Rederecht für Juden

    Das braune scheiss Kaff Bad Nenndorf zeigte sich bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht mal wieder von seiner widerlichsten Seite.

    Bad Nenndorf erteilt Juden Redeverbot

    Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust und im Besonderen an die Pogromnacht vor 70 Jahren haben sich im niedersächsischen Bad Nenndorf – wie in vielen anderen Städten – Menschen am Sonntag versammelt. Doch in Bad Nenndorf, wo Neonazis Jahr für Jahr aufmarschieren, sorgte der Stadtdirektor wieder einmal für einen Eklat: Er ließ die Jüdische Gemeinde nicht zu Wort kommen.

    Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese rechtfertigte sein Vorgehen mit der Behauptung, er habe für alle Bürger gesprochen. In den Schaumburger Nachrichten wird Reese mit den Worten zitiert: „Am Volkstrauertag kommen schließlich auch nicht die Parteien und Vereine zu Wort.“

    Die Jüdische Gemeinde hatte die Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal zum November-Pogrom initiiert, Veranstalter in diesem Jahr waren die Gemeinde sowie die Samtgemeinde. […]
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    Die durch den Bürgermeister verhinderte Rede der Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, Marina Jalowaja ist nun im Netz einzusehen…

    Liebe Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

    heute möchten wir uns an 70. Jahrestag der Reichskristallnacht am 9. November 1938 erinnern!

    Wir möchten der Schoah-Opfer gedenken und in einer Zeit von wieder erstarkenden rechtsextremen Parteien ein Zeichen gegen Faschismus und Antisemitismus setzen. Wir möchten das Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach halten.
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    Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus

    Am kommenden Dienstag findet die letzte Veranstaltung in der Reihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation“ der Gruppe B-17. Don‘t miss!

    Der Antritt der rot-grünen Regierung markiert einen Wendepunkt im deutschen Nationalverständnis. Die Übernahme der “deutschen Verantwortung” für die Vergangenheit und Verbrechen wurden mit dem Antritt der ehemaligen 68er-Rebellen zur Staatsräson und das “Lernen aus der Geschichte” Bezugspunkt die Legitimität deutscher Politik. Spätestens der Irak-Krieg verdeutlichte die Wende, welche sich vollzogen hatte. Geeint, über alle politischen Lager hinweg, stellte man sich gegen den Irak-Krieg und war sich in einem einig, die Deutschen seien die einzigen die aus der Geschichte gelernt und von jeder Agression und persönlichem Erfolgsstreben abgesehen hätten. Im Irak-Krieg zeigte sich, dass mit einem “Nein” zu Krieg und dem Bezug auf die deutsche Verbrechen nicht nur Krieg wie den gegen Jugoslawien rechtfertigen lassen, sondern auch Wahlen gewinnen und die komplette Bandbreite der Deutschen in einem Protest vereinen lassen. Die Transformation des Selbstverständnis und Konstatierung des deutschen Nationalismus wollen wir mit den beiden Referenten diskutieren.

    Diskussionsveranstaltung mit Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek) und einem Referenten des [a:ka] Göttingen

    veranstaltet von der Gruppe B-17
    im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe “Zur Verunglimpfung der deutschen Nation”

    am 18.11. um 20h
    im DGB Haus, Obere Masch 10


    Talkin‘ about the 13th Februar in Dresden

    In Dresden gibt es anscheind von einigen Gruppen aus dem antinationalen Umfeld und Linken, welche selbst in Dresden nicht von der Antifa-Volksfront lassen wollen, das Bedürfnis eine „Debatte“ über den Gegenprotest gegen das Gedenken am 12. und 13. Februar zu führen.
    Die Antideutsche Assoziation Dresden hat nun eine lesenswerte kurze Replik auf diese „Debatte“ und ihre Intentionen verfasst.

    […]
    Die Diskussion um den 13. Februar in Dresden ödet also weiter vor sich hin. Gespannt darf man lediglich darauf sein, inwiefern der Vorbereitungskreis „No Pasarán“ – der gestern auf der Demonstration gegen das neue Hochschulgesetz in Dresden mahnte, man solle sich auf die „Gemeinsamkeiten konzentrieren“ respektiv: die Israel und Alliiertenfahnen müssen weg, die Volksfront gegen Rechts muss her – sein Vorhaben einer antinationalen und antimilitaristischen Demo, im Sinne des antisemitischen Verbots der Flagge Israels und der Flaggen der Anti-Hitler-Koalition, praktisch umsetzten wird. Hamburg und Wernigerode reloaded.
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    Von der Antideutsche Assoziation Dresden gibt es außerdem aus diesem Jahr ein Papier zum Gedenken und Gegenprotest in Dresden mit dem Titel „Die transformierte Dresdner Gedenkkultur und Das Ausbleiben antifaschistischer Kritik“.

    […]
    Fazit – Walking the Line:
    Absurd scheint es uns daher, wenn die Dresdner Antifa mit ihrer diesjährigen spontanen Demonstration zur Synagoge, dem Platz also, wo sich die große Orgie des Versöhnens der Bürger_innen abspielen sollte, zieht, um dann dort einen gemeinsamen Durchbruchsversuch in Richtung der Nazidemo zu propagieren. Nicht zum ersten Mal reiht man sich ein, in den neuen, aus der Transformation nötig gewordenen, Komplex der Dresdner Gedenkkultur, und offenbart damit seine eigene inhaltliche Ohnmacht, seine Unfähigkeit zur Analyse und Kritik dieser neuen Form des Gedenkens, vor allem: seiner Umfasstheit, in welcher man selbst einbezogen wird, nämlich als Hammpellmann für die bürgerliche Agitation des symbolischen Bruchs mit der Vergangenheit, der Verhinderung des Naziaufmarschs.
    Prinzipiell hat sich gegenüber der Analyse von Jan Gerber zum „linken Dresden Schwindel“ im Jahr 2007 und heute also wenig getan in der Dresdner Antifa – zwar ist die Fixierung auf den Naziaufmarsch etwas zurückgegangen, an ihrer Stelle trat jedoch keine Kritik der neuen Gedenkkultur, sondern ein krudes Abarbeiten an Symbolen bürgerlichen Revisionismus. Aus den „drei Sätzen“ (Gerber), welche die Autoren_innen und versuchten Kritiker_innen des Aufrufes 2006 der neuen Dresdner Erinnerungspolitik gewidmet haben, sind 2008 sechs geworden.
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    Dieses Land hat diese Platte verdient

    Meint jedenfalls das Blatt Groove zur neuen Egotronic-Platte.
    Nach ein bischen Reinhören bleibt mein Fazit bisher kurz und knapp:

  • Wie immer zum netten Feiern, wenn es mal nicht Minimal oder ähnliches sein soll, sehr gut.
  • Jedoch ansonsten erzeugen bei mir, bis auf „Kotzen“ und „Es muss stets hell für Gottes Auge sein“, die Tracks eher Langeweile beim Hören zu hause oder auf‘m Mp3-Player.
  • Irgendwie vermisse ich den Atari-Sound von Klassikern wie „Exportschlager Leitkultur“ oder „V36“, denn diese gefallen mir musikalisch irgendwie immer noch besser.
  • Wer wissen will was so auf der Tour abgeht kann sich den vergangenen Auftritt in Hamburg anschauen… (via torsun)


    Bini Adamczak „Gestern Morgen“

    Bini Adamczak hat Leipzig mit ihrem zweiten Buch „Gestern Morgen“ besucht. Im ersten Kapitel und während der Lesung nähert sie sich auf poetischen Wegen der Frage, wie und warum man sich heute noch affirmativ zum Begriff des Kommunismus positionieren kann und sollte, obwohl in dessen Namen so viele Menschen, die sich eben zu diesem bekannten, umgebracht und verfolgt wurden. In der darauffolgenden Diskussion werden zum einen die Thesen des Buches noch mal pointiert dargestellt und zudem weite Felder eröffnet, die uns vom Verhältnis von Schrift und Wirklichkeit(en) über Fragen zum Verhältnis von Kommunismus, Freiheit und Staat bis zu geschichtsphilosophischen Ausblicken führen.

    Dauer: 103:03 min

    Download unter public-ip.org

    Das Freie Sender Kombinat hatte im November 2007 mit Bini Adamczak ein Studiogespräch zum neuen Buch geführt, welches mehr als hörenswert ist. Dieses ist im damaligen Beitrag anzuhören…