Gesammeltes #19

  • Kein Rederecht für Juden
  • Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus
  • Talkin‘ about the 13th Februar in Dresden
  • Dieses Land hat diese Platte verdient


  • Kein Rederecht für Juden

    Das braune scheiss Kaff Bad Nenndorf zeigte sich bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht mal wieder von seiner widerlichsten Seite.

    Bad Nenndorf erteilt Juden Redeverbot

    Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust und im Besonderen an die Pogromnacht vor 70 Jahren haben sich im niedersächsischen Bad Nenndorf – wie in vielen anderen Städten – Menschen am Sonntag versammelt. Doch in Bad Nenndorf, wo Neonazis Jahr für Jahr aufmarschieren, sorgte der Stadtdirektor wieder einmal für einen Eklat: Er ließ die Jüdische Gemeinde nicht zu Wort kommen.

    Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese rechtfertigte sein Vorgehen mit der Behauptung, er habe für alle Bürger gesprochen. In den Schaumburger Nachrichten wird Reese mit den Worten zitiert: „Am Volkstrauertag kommen schließlich auch nicht die Parteien und Vereine zu Wort.“

    Die Jüdische Gemeinde hatte die Gedenkfeier am Jüdischen Mahnmal zum November-Pogrom initiiert, Veranstalter in diesem Jahr waren die Gemeinde sowie die Samtgemeinde. […]
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    Die durch den Bürgermeister verhinderte Rede der Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, Marina Jalowaja ist nun im Netz einzusehen…

    Liebe Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

    heute möchten wir uns an 70. Jahrestag der Reichskristallnacht am 9. November 1938 erinnern!

    Wir möchten der Schoah-Opfer gedenken und in einer Zeit von wieder erstarkenden rechtsextremen Parteien ein Zeichen gegen Faschismus und Antisemitismus setzen. Wir möchten das Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach halten.
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    Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus

    Am kommenden Dienstag findet die letzte Veranstaltung in der Reihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation“ der Gruppe B-17. Don‘t miss!

    Der Antritt der rot-grünen Regierung markiert einen Wendepunkt im deutschen Nationalverständnis. Die Übernahme der “deutschen Verantwortung” für die Vergangenheit und Verbrechen wurden mit dem Antritt der ehemaligen 68er-Rebellen zur Staatsräson und das “Lernen aus der Geschichte” Bezugspunkt die Legitimität deutscher Politik. Spätestens der Irak-Krieg verdeutlichte die Wende, welche sich vollzogen hatte. Geeint, über alle politischen Lager hinweg, stellte man sich gegen den Irak-Krieg und war sich in einem einig, die Deutschen seien die einzigen die aus der Geschichte gelernt und von jeder Agression und persönlichem Erfolgsstreben abgesehen hätten. Im Irak-Krieg zeigte sich, dass mit einem “Nein” zu Krieg und dem Bezug auf die deutsche Verbrechen nicht nur Krieg wie den gegen Jugoslawien rechtfertigen lassen, sondern auch Wahlen gewinnen und die komplette Bandbreite der Deutschen in einem Protest vereinen lassen. Die Transformation des Selbstverständnis und Konstatierung des deutschen Nationalismus wollen wir mit den beiden Referenten diskutieren.

    Diskussionsveranstaltung mit Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek) und einem Referenten des [a:ka] Göttingen

    veranstaltet von der Gruppe B-17
    im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe “Zur Verunglimpfung der deutschen Nation”

    am 18.11. um 20h
    im DGB Haus, Obere Masch 10


    Talkin‘ about the 13th Februar in Dresden

    In Dresden gibt es anscheind von einigen Gruppen aus dem antinationalen Umfeld und Linken, welche selbst in Dresden nicht von der Antifa-Volksfront lassen wollen, das Bedürfnis eine „Debatte“ über den Gegenprotest gegen das Gedenken am 12. und 13. Februar zu führen.
    Die Antideutsche Assoziation Dresden hat nun eine lesenswerte kurze Replik auf diese „Debatte“ und ihre Intentionen verfasst.

    […]
    Die Diskussion um den 13. Februar in Dresden ödet also weiter vor sich hin. Gespannt darf man lediglich darauf sein, inwiefern der Vorbereitungskreis „No Pasarán“ – der gestern auf der Demonstration gegen das neue Hochschulgesetz in Dresden mahnte, man solle sich auf die „Gemeinsamkeiten konzentrieren“ respektiv: die Israel und Alliiertenfahnen müssen weg, die Volksfront gegen Rechts muss her – sein Vorhaben einer antinationalen und antimilitaristischen Demo, im Sinne des antisemitischen Verbots der Flagge Israels und der Flaggen der Anti-Hitler-Koalition, praktisch umsetzten wird. Hamburg und Wernigerode reloaded.
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    Von der Antideutsche Assoziation Dresden gibt es außerdem aus diesem Jahr ein Papier zum Gedenken und Gegenprotest in Dresden mit dem Titel „Die transformierte Dresdner Gedenkkultur und Das Ausbleiben antifaschistischer Kritik“.

    […]
    Fazit – Walking the Line:
    Absurd scheint es uns daher, wenn die Dresdner Antifa mit ihrer diesjährigen spontanen Demonstration zur Synagoge, dem Platz also, wo sich die große Orgie des Versöhnens der Bürger_innen abspielen sollte, zieht, um dann dort einen gemeinsamen Durchbruchsversuch in Richtung der Nazidemo zu propagieren. Nicht zum ersten Mal reiht man sich ein, in den neuen, aus der Transformation nötig gewordenen, Komplex der Dresdner Gedenkkultur, und offenbart damit seine eigene inhaltliche Ohnmacht, seine Unfähigkeit zur Analyse und Kritik dieser neuen Form des Gedenkens, vor allem: seiner Umfasstheit, in welcher man selbst einbezogen wird, nämlich als Hammpellmann für die bürgerliche Agitation des symbolischen Bruchs mit der Vergangenheit, der Verhinderung des Naziaufmarschs.
    Prinzipiell hat sich gegenüber der Analyse von Jan Gerber zum „linken Dresden Schwindel“ im Jahr 2007 und heute also wenig getan in der Dresdner Antifa – zwar ist die Fixierung auf den Naziaufmarsch etwas zurückgegangen, an ihrer Stelle trat jedoch keine Kritik der neuen Gedenkkultur, sondern ein krudes Abarbeiten an Symbolen bürgerlichen Revisionismus. Aus den „drei Sätzen“ (Gerber), welche die Autoren_innen und versuchten Kritiker_innen des Aufrufes 2006 der neuen Dresdner Erinnerungspolitik gewidmet haben, sind 2008 sechs geworden.
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    Dieses Land hat diese Platte verdient

    Meint jedenfalls das Blatt Groove zur neuen Egotronic-Platte.
    Nach ein bischen Reinhören bleibt mein Fazit bisher kurz und knapp:

  • Wie immer zum netten Feiern, wenn es mal nicht Minimal oder ähnliches sein soll, sehr gut.
  • Jedoch ansonsten erzeugen bei mir, bis auf „Kotzen“ und „Es muss stets hell für Gottes Auge sein“, die Tracks eher Langeweile beim Hören zu hause oder auf‘m Mp3-Player.
  • Irgendwie vermisse ich den Atari-Sound von Klassikern wie „Exportschlager Leitkultur“ oder „V36“, denn diese gefallen mir musikalisch irgendwie immer noch besser.
  • Wer wissen will was so auf der Tour abgeht kann sich den vergangenen Auftritt in Hamburg anschauen… (via torsun)