Gesammeltes #20

  • Mitschnitte der Veranstaltungsreihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation
  • Zum Ausschluß des Ca Ira Verlags bei den „Linken Buchtagen“
  • Weiteres zu Dresden im Februar

  • Mitschnitte der Veranstaltungsreihe „Zur Verunglimpfung der deutschen Nation

    Die von der Gruppe B17 in Göttingen durchgeführte Veranstaltungsreihe wurde in der vergangenen Woche mit einer Diskussionsveranstaltung beendet.
    Nun sind auf der Homepage der Gruppe die Mitschnitte von drei Veranstaltungen zum Herunterladen bereit gestellt worden. Außerdem wird auf weitere Texte der ReferentInnen verwiesen.
    Von folgenden Veranstaltung gibt es Mitschnitte:

  • JustIn Monday „Arbeitswahn, Krise und Wirtschaftspolitik – Zum verkehrten Zusammenhang von Politischer Ökonomie und deutschen Zuständen“
  • Sonja Witte „Nationales Vergangenheitsrecycling – Die postnazistische Allianz der Generationen im deutschen Kollektiv“
  • Diskussionsveranstaltung mit Lars Quadfasel (Hamburger Studienbibliothek) und einem Referenten des [a:ka] Göttingen „Vom Antifa-Sommer zum Irak-Krieg – Die Transformation des deutschen Nationalismus“
  • zur Homepage der Gruppe B17

    Zum Ausschluß des ça ira Verlags bei den „Linken Buchtagen“

    Nach dem Ausschluss des ça ira Verlags, welcher in der JungenWelt abgefeiert wurde (hxxp://www.jungewelt.de/2008/11-17/049.php), gibt es nun auch eine Reaktion des Verlages. Zusammen mit der AG Kritische Theorie veröffentlichte der Verlag nun eine polemische, aber sehr pointierte, Stellungnahme. (Der Blog Analyse, Kritik & Aktion spricht passend von „Informativ, erfrischend und durchaus lesenwert wird ihr Standpunkt klar und provokant erläutet.„)

    (…)“Die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft”, schreibt Marx irgendwo, und man kann ganz sicher sein, daß kein “Bahamas”-Redakteur jemals der Ditfurth ihr “Steckenpferd” vorwerfen wird. Daß die Kritik doch wohl oft ins Schwarze trifft, läßt sich aus der Heftigkeit der Reaktionen schließen. Jedes Hantieren mit Denunziationen und Beschimpfungen zeigt nur umso mehr die Unfähigkeit und den Unwillen, sich mit der Kritik auseinander zu setzen, welche die Bahamas regelmäßig und mit großer Sorgfalt veröffentlicht. Das sich ständig beleidigt Fühlen jener berufsmäßigen Feinde der Bahamas agiert nach dem projektiven Modus der “verfolgenden Unschuld”.

    Der Antizionismus und der Haß auf Israel, den die “junge Welt” schürt, zeugen allerdings nicht einmal von einer “Leidenschaft des Kopfes”, sondern von den ordinären Machenschaften der Linksdeutschen.
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    Außerdem hat das Freie Sender Kombinat mit Joachim Bruhn vom ça ira Verlag und einem Vertreter der AG Kritische Theorie eine Telefonkonferenz geführt.

    Dauer: 25:59 min

    Download unter freie-radios.net

    Weiteres zu Dresden im Februar

    In einem Vorstellungstext des Vorbereitungskreis 13. Februar 2009 wurde nun aus dem Kreis der Antifagruppe Venceremos klar Stellung genommen zu dem linken Geschichtsrevisionismus aus denen sich selbst als humanistisch, antimilitaristischen und anarchistischen bezeichnenden Kreisen.

    (…)
    In Abgrenzung zu unserer Kritik am Dresden-Gedenken hat sich in diesem Jahr ein weiterer linker Vorbereitungskreis gegen die Naziaufmärsche, mit dem Fokus auf den 14. Februar, gebildet. Dieser verteidigt das Dresdner Gedenken als „das gute Recht der Hinterbliebenen“ zur Trauer um die getöteten Deutschen und fordert alle Deutschen, die „weit älter als 80 Jahre sind“, dazu auf, „sich [zu] fragen, ob sie denn alles Mögliche getan haben, um der deutschen Terrorherrschaft ein Ende zu setzen“ (Positionspapier des Vorbereitungskreis „No Pasaran“ auf h__p://dresden1302.noblogs.org/post/2008/11/04/positionspapier, Stand 13.11.) Solche inhaltlichen Positionierungen weisen unseres Erachtens eine unerhörte Kritiklosigkeit auf; sowohl gegenüber dem historischen Nationalsozialismus wie auch dem, was am 13. Februar alljährlich in Dresden passiert. Der deutsche Opfermythos wird hier durch eine konformistische Mythenbildung von linker Seite gestützt. In jeder Hinsicht unfähig, die Manifestation deutscher Ideologie am 13. Februar auch nur zu benennen, kommt sich die linke Nachwuchs-Extremismustheorie noch nicht einmal lächerlich dabei vor, wenn die uralten „Vorwürfe“ des Gedenkens gegen die antifaschistische Kritik: diese würde „auf den Toten herumtrampeln“ und diese „abfeiern“, kopiert werden – ganz im Sinne der gängigen Rede vom „Missbrauch des Gedenkens durch links und rechts“. Ein solcher Mangel an Differenzierungsvermögen schlägt sich nur folgerichtig im falschen Wunsch eines Gedenkens an „alle Opfern“ nieder – wenn ein „wahrhaftiges Erinnern“ eingefordert wird, in welchem am 13. Februar den „deutschen Opfern“ – natürlich ideologisch unvereinnahmt – und zu gegebenen Anlass ebenso den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird (vgl. ebd.). Das geschichtsrevisionistische Dresdner Gedenken an „deutsche Opfer“ soll so durch das richtige Rahmenprogramm legitimiert werden – als hätte es jahrelange linke Auseinandersetzungen mit deutschem Geschichtsrevisionismus nie gegeben! Eine „linke“ Variante des Gedenkens an „deutsche Opfer“ ist mit uns nicht zu haben. Die gewandelte Fortexistenz des bürgerlichen Gedenkens muss vielmehr zum Anlass genommen werden, die Kritik am falschen deutschnationalen Geschichtsbewusstsein fortzuführen und zu schärfen. Die Auseinandersetzung mit davon kaum unterscheidbaren linken Welterklärungsmustern wird darin einen zentralen Platz einnehmen.
    (…)
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