Archiv für November 2008

Der Neoliberalismus ist tot – Es lebe der Kapitalismus!

Mitschnitt der Veranstaltung „Der Neoliberalismus ist tot – Es lebe der Kapitalismus!“ der JungleWorld am 5.November in Berlin, mit den Referenten:
• Michael Heinrich(politwissenschaftler, redaktion prokla)
• Franziska Drohsel (Bundesvorsitzende der Jusos in der SPD)
• Thomas Ebermann (Autor, ehemaliger Fraktionssprecher der Grünen)

Teil 1
Dauer: 29:05 min

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Teil 2
Dauer: 25:38 min

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Teil 3
>Dauer: 30:07 min

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Teil 4
Dauer: 30:37 min

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Teil 5
Dauer: 22:17 min

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Teil 6
Dauer: 16:48 min

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Göttingen – Magdeburg – „criminal minded“

Für die meisten waren die Ereignisse aus Magdeburg im vergangen Jahr inzwischen schon wieder in Vergessenheit geraten, doch das lokale Racket mit dem Namen „Antifaschistische Linke International >A.L.I.< “ sorgte wohl eher unfreiwillig für eine Auffrischung des Gedächtnisses.

Am vergangenen Freitag, den 31.10. hat die >A.L.I.< eine ihrer üblichen Anti-Nazi Veranstaltungen, diesmal zum Thema Naziläden, durchgeführt. Das diese Veranstaltung jedoch eine größere Aufmerksamkeit erhielt lag sicherlich nicht am Thema. Dies gereicht wohl eher einige wenige Zivilgesellschafts-Bürger und Jugend-Antifas anzusprechen.
Das die Veranstaltung für einen Teil der Linken eine nicht zu ignorierende Provokation darstellt, war in der Einladung des Bündnisses/Gruppe "zusammen kämpfen“ aus Magdeburg als Referenten begründet. Denn diese ist nichts anderes als der Zusammenschluss der antisemitischen Magdeburger Schläger-Truppen AAMD, GIS und Frauengruppe Magdeburg.

Die Tage vor dem Freitag abend waren dann primär davon geprägt verschiedenste Theorien zum Verhalten der ali und den Magdeburger Gästen bei einer Konfrontation aufzustellen.
Als dann am Donnerstag auch öffentlich wurde, dass die Gruppen B17 und [a:ka] Göttingen gegen die Veranstaltung eine Kundgebung mit dem Titel „Kein Friede dem linken Antisemitismus“, auf dem direkt neben dem Veranstaltungsort liegenden, Platz der Synagoge durchführen würde, brodelte die Gerüchteküche und die Spekulationen über Straßenschlachten, körperliche Angriffe, antisemitische Ausfälle und eingreifende Polizei wurden immer mehr. Mein Favourite war doch eindeutig die Mutmaßungen über geworfene „Adorno-Ausgaben“ (was auch immer das sein soll…).

Am Freitag abend fanden sich dann ca. 50 Personen auf dem Platz der Synagoge ein und empfingen ab 19Uhr die Gäste und Veranstalter der unsäglichen Veranstaltung im DGB Haus. Die Mehrheit der Anwesenden war jedoch wie sich zeigte eher am Schauen und an Randale, welche es nicht gab, interessiert. So blieben die Kundgebung und der kursierende Flyer die einzigen deutlichen Zeichen gegen die Politik der ali und ihren Bündnispartnern.
Diese hatte sich mit 15 bis 20 Personen (Veranstalter plus Referenten mitgerechnet) im DGB Haus hinter zugezogenen Vorhängen eingefunden. Dort verklärte man die Kundgebung und die klare Bennung von Antisemitismus zu einem persönlichen, unpolitischen Konflikt. Währendessem durfte draußen der Veranstaltungsschutz dann auch durch begeistertes Applaudieren seine Zustimmung zu den Übergriffen in Magdeburg artikulieren.
Die Polizei schien auch ihren Spaß zu haben und erkannte in den Veranstaltern der Kundgebung vermeintliche Bündnispartner; der Einsatzleiter erklärte „Die haben auch was gegen Antisemiten und Linke. Die sind so wie wir.“ (via Dorfdisco).

Die erwarteten persönlichen und körperlichen Abstrafungen folgten dann am folgenden Tag mit einem Übergriff auf eine Person durch ein Mitglied der ali.
Ansonsten herrscht Ruhe im Studentendorf. Keine der Bündnispartner äußerte sich bisher öffentlich und auch die restliche Göttinger Linke hüllte sich in das üblichen „Schweigen der Lämmer“ der Linken.
Einzig die ali „äußerte“ sich bisher, indem sie in einer Pressemitteilung irgendwie zu der Erkenntnis kamen, dass Veranstaltung mit „50 Gästen“ „gut besucht“ gewesen sei. Vielleicht hat man da einfach mal den Gegenprotest vor der Tür mitgezählt…

Flyer zur Göttinger Kundgebung:
„Keine Zusammenarbeit mit antisemitischen Linken“

Blogs zur Veranstaltung in Göttingen:
Dorfdisco „währt ihr doch nur beim Ska geblieben…“ 30. Oktober 2008
Dorfdisco „kleiner Bericht von der Kundgebung gegen die ALI-Veranstaltung“ 1. November 2008
Hallas „Kurzstreckenbomber over G-Town“ 31. Oktober 2008
cosmojl „ladies and gentlemen…“ 29. Oktober 2008
cosmojl „a new bassline“ 2. November 2008

Artikel zu den Magdeburger Antisemiten:
Januar 2007: Übergriffe auf TeilnehmerInnen einer Shoah-Gedenk-Kundgebung in Magdeburg
Juni 2007: Angriffe auf zwei Infoveranstaltungen gegen antisemitismus in Magdeburg
Antifa Infoportal // 04.07.2007 „Im Gleichschritt Links – ein Veranstaltungsbericht“
Antifa Infoportal // 19.07.2007 „… Täter sind keine Opfer“
Antifa Infoportal // 29.01.2007 „… das Auschwitz nicht sich wiederhole“ Bericht“
Antifa Infoportal // 18.06.2007 „Angriff auf Infoveranstaltung“
„Der antisemitische Wahnsinn hat Methode – Stellungnahme zum Angriff von Antiimperialisten auf eine Veranstaltung in Magdeburg mit Referenten des Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig“

Antisemitismus und Philosemitismus in Deutschland

In unserem Kulturgespräch hören Sie eine Debatte zum Thema Antisemitismus und Philosemitismus in Deutschland.

Es diskutieren Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge in Essen, Detlev Claussen, Professor für Soziologie in Hannover und Moshe Zuckermann, Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Die Moderation hat Karin Beindorff.

Dauer: 43 min

Download unter Deutschlandfunk