Frieden? Welcher Frieden?

Zu einer Demonstration in Hamburg „gegen das israelische Vorgehen im Gaza-Streifen“ hatte die Schura (SCHURA e.V. – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg) aufgerufen. Ab kurz vor 14Uhr sammelten sich daraufhin an der Centrums-Moschee in Stadtteil St.Georg, in der Nähe des Hauptbahnhofs und in der Innenstadt, mehrere Tausend Personen.

Als ein klares politisches Statement muss begriffen werden, dass als Startpunkt die Centrums-Moschee in St.Georg gewählt wurde. Diese ist zum einen im Islamisten-Verband milli görüs organisiert und zum anderen machte sie in letzter Zeit dadurch von sich reden, dass sie ein Stadtteilgespräch absagt, weil auf diesem homophobe Übergriffe im Stadtteil St.Georg thematisiert werden sollten.

An der Demo nahmen laut Presse ungefähr 4000 Personen teil; wovon die absolute Mehrheit von der Schura mobilisiert wurde oder einen migrantischen Hintergrund hatte.
Auch die Mitglieder der Hamburger Antiimp-Szene dem Aufmarsch nicht fern. Diese waren grob in 3 Gruppen aufzuteilen; zum einen Mitglieder aus der Linkspartei, zum anderen ältere Antiimps aus der Friedensbewegung und Personen aus der B5.

Unter den üblichen Parolen wie „Israel Kindermörder – Israel Frauenmörder“ „maschierte“ man dann durch die Hamburger Innenstadt. Wie sich das jedoch bei der Schura gehört in geschlechtlich getrennten Blöcken, welches vom Lautsprecherwagen mehrmals instruiert wurde und auch größtenteils „funktionierte“. Ganz vorne durften dann auch die Kinder laufen, welchen man irgendwelche Schilder in die Hand gedrückt hatte, die sie nun brav den Reportern entgegen recken durften (Never underestimated den Kindereffekt).
Ansonsten zählt zu den Parolen auch „Stoppt den Holocaust in Palästina“ oder „allahu akbar“.
Neben Fahnen des Irans, des Iraks und der Türkei überwiegten Palästina-Fahne, jedoch wurden auch mindestens 2 größere Hizbullah Fahnen und zahlreiche Hamas-Fahnen mitgeführt.
Auch Transpis hatte man brav mitgebracht: „Stoppt den Völkermord in Gaza!“, „Stoppt Israels Massaker in Gaza!“, „Stoppt den Krieg gegen Zivilisten“, „Schulen werden bombadiert“, „Freiheit für Palästina – Schluß mit der Besatzung“, „Deutsche Waffen deutsches Geld töten mit in aller Welt“.
Hinter dem Fronttransparent „Freiheit für Palästina – Stoppt den Völkermord“, standen dann brav die Frauen samt Kindern und hielten die Schilder hoch die die Veranstalter ihnen mitgebracht hatten: „Israel – Vom Opfer zum Täter“, „Geben sie Zionismus keine Chance“, „Steine vs Panzer“, „Gaza – größtes Gefängnis der Welt“ und „Töten mit deutscher Technik“. Und wer so kreativ war selber eines zu basteln, hielt dann „Israel erbaut auf Leichen“ oder „Stoppt die Ausrottung“ in die Höhe.


(Quelle: Archiv der Sozialen Bewegungen)

Immerhin waren die Organisatoren konsequent, kein Schild oder Transparent von ihnen forderte Frieden und nach ihm rufen tat man auch nicht, anscheind war einem der Widerspruch zwischen einer, mit Hamas Fahnen durchsetzen, Demo und dem Ruf nach Frieden irgendwie klar. Auch ansonsten blieb man auf dem verteilten Flyer konsequent:

„Wir wollen, dass weder Zivilisten in Israel ums Leben kommen, noch wollen wir aber aucch, dass Palästinenser sterben müssen. Jeder hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.“

Wird bei Israelis brav zwischen Soldaten und Zivilisten getrennt, lässt man dies sofort bei den Palästinensern wegfallen, wäre ja auch sonst wohl zu widersprüchlich. Aber immerhin geschickt formuliert.
Das die Forderung nach einem „menschenwürdigen Leben“ in jedem Fall zu unterschreiben wäre, leuchtet auch ein, jedoch hindert eben die Hamas die eigene Bevölkerung eben an diesem, während sie gleichzeitig „die Juden“ mit ihrer Ermordung bedroht. Ansonsten quatschte man dann auch mal von „Jahrzenten der Vernichtung, Vertreibung, Demütigung durch Israel“; es geht halt eben nicht ohne den subtilen Ns-Vergleich.
Kryptisch bleibt dann die Haltung gegen „die meist illegitimen Regime, Despoten und Diktatoren in der islamischen Welt“, wenn man doch eben mit deren Symbolen demonstriert und die meist noch schlimmeren Terrororganisationen ganz offen unterstützt.

Die anwesenden Linken schien an der Demo offenbar nichts zu stören.
Lief man schön mit der Pace-Fahne der Linkspartei neben Hamas-Fahnen und relativierte auf Transparenten die Shoa durch die Parole „Stoppt den Vernichtungskrieg in Gaza“.
Für den geübten Demogänger ansonsten das übliche Rumgelatsche, so dass das Highlight für den Nachwuchs aus der B5, den antisemitischen-stalo/leninisten-Haufen Sol, dann wohl einzig der Moment, als sie, hinter Hizbullah-Fahnen laufend, „Intifada bis zum Sieg“ Personen entgegengröhlen konnten, die sie für Antideutsch oder proisraelisch hielten.
Eine Stufe krasser ist dann sicherlich nur noch der „Bilder-Bericht“ des Betreibers von steinbergrecherche.com. Diese Person, die sich nicht mal zu blöde ist die „geistigen Väter“ des NS in die USA zu projezieren, und anscheind Gegner des „zionistische Mörderrregime“ ist, zeigt dann auch ohne jegliches kritische Kommentar in seinem Bericht relativistische Schilder auf der Demonstration und präsentiert mit Hizbullah-Fahnen rumfuchtelnde Person mit der Bildunterschrift „Junge Männer eroberten das Lessingdenkmal mit der Fahne der Hisbollah“. Man spührt förmlich das revolutionäre Gehalt dieses Tuens.

Auf der Abschluss-Kundgebung durfte dann noch der deutsche Völkerrechtler Norman Paech eine Rede halten. Der außenpolitische Sprecher der Linkspartei, welcher auf der Suche nach dem „Frieden zwischen den beiden Völkern im Nahen Osten“ ist, wusste dann auch zu berichten, dass „Die Politik der letzten Jahre hat nie ein ernsthaftes Anzeichen für einen wirklichen Friedenswillen erkennen lasse“. Was zum Beispiel der Abzug der israelischen Armee aus dem Gaza, sowie die Räumung der Siedlungen war, kann Paech sicherlich dann auch sehr plausibel erklären.
Dank seiner jahrelangen Militärtaktischen Ausbildung weiß Paech dann auch, dass der militärische Einsatz der israelischen Armee „eindeutige Kriegsverbrechen, eine vollkommen unverhältnismäßige Reaktion auf die Raketen der Hamas“ sei.
Wer Sätze schreibt wie:

„Wie jedes Volk unter rechtswidriger Besatzung haben auch die Palästinenser ein Recht auf Widerstand.“

kann als einfach nur wahnsinnig bezeichnet werden. Den islamistischen Terror der Hamas und die fanatischen Selbstmordattentäter des „palästinensichen Widerstandes“ unter ein „Recht auf Widerstand“ zu subsumieren, ist nicht anderes als die politische Zuarbeit für menschenverachtenden, fanatische Antisemiten.
Wer derartiges behauptet, kann dann auch zum x-mal das Märchen ausgraben, dass

eine Politik der Strangulierung und Entwürdigung verfolgt, darf sich nicht wundern, wenn aus der Verzweiflung und Ohnmacht der Opfer Terrorakte entstehen, die die israelische Bevölkerung in der Nachbarschaft des Gazastreifens treffen.

Aber Paech, der Friedensstifter unter den Völkern kann da nur verzweifeln, dass niemand mit seinen Freunden von der Hamas reden möchte. Und das obwohl er der festen Überzeugung ist,

die Hamas [habe] das Ruhen der Waffen angeboten.

So muss er dann auch als Vereinzelter weiter auf Demonstration wie dieser in Hamburg seine Reden für den „Frieden zwischen den beiden Völkern“ neben Hamas-Fahnen halten, denn mit diesen hat jedenfalls er schon seinen Frieden geschlossen.


8 Antworten auf “Frieden? Welcher Frieden?”


  1. 1 riema 06. Januar 2009 um 21:21 Uhr

    DER JENIGE DER DEN BERICHT GESCHRIEBEN HAT,HAT WAS GEGEN DIE MOSLIMS

    BEVOR MAN DIE PALÄSTINENSER ALS TERRORISTEN SIEHT UND DIE JUDEN ALS DAS ARME UNSCHULDIGE VOLK SOLLTE MAN SICH MIT DER GESCHICHTE VOR 60 JAHREN AUSEINANDERSETZEN ODER????

    ICH MÖCHTE NICHT WISSEN WAS MAN GEMACHT HÄTTE,WÜRDE DIE SITUATION HIER IN DEUTSCHLAND,VIELLEICHT WÜRDE MAN DIE DEUTSCHEN DANN AUCH ALS TERRORISTEN BEZEICHNEN NUR WEIL SIE IHR LAND VERTEIDIGEN MÖCHTEN.

    DER BERICHT IST VÖLLIG DANEBEN UND ICH WERDE NOCH EINE BESCHWERDE SCHREIBEN

  2. 2 Administrator 07. Januar 2009 um 1:45 Uhr

    wo man auch immer aus dem bericht herausliest, dass ich „WAS GEGEN DIE MOSLIMS“ habe, naja…

    über beschwerden freue ich mich immer

  3. 3 skp 07. Januar 2009 um 3:10 Uhr

    in der nächsten beschwerde sollte mal ausgeführt werden, wie das denn mit der verteidigung der deutschen gemeint ist. beschwert sich da etwa jemand darüber, daß die deutschen sich nicht gründlich genug „verteidigt“ hätten?

  1. 1 Hamburger Skinheads wissen’s genau! « Missy Pingback am 06. Januar 2009 um 13:42 Uhr
  2. 2 Solidarität mit Israel « gruppe emancipate Pingback am 09. Januar 2009 um 17:14 Uhr
  3. 3 last post on the bugle « cosmojl Pingback am 10. Januar 2009 um 19:46 Uhr
  4. 4 Gegen “Querfront”-Tendenzen! « LAK Shalom Hamburg Pingback am 12. Januar 2009 um 21:06 Uhr
  5. 5 “Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder!“1 | New Kid On The Blog Pingback am 13. Januar 2009 um 20:59 Uhr
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