Archiv für Februar 2009

Amnesty International über die Hamas

Amnesty International: Hamas harmed Palestinians
February 11, 2009
LONDON (JTA) — Amnesty International issued a report detailing Hamas violence against Palestinians during Israel’s military operation in the Gaza Strip.

In its report, the human rights organization states that at least two dozen men were shot dead by Hamas gunmen, and many more were kneecapped or otherwise tortured during and after Israel’s military operation. It also confirms media reports that some victims had been executed in hospitals where they were being treated for wounds.

Amnesty International sent a fact-finding team to the Gaza Strip once the cease-fire was in force.

Responding to the report, Hamas spokesman Fawzi Barhoum said, “Maybe some of them were killed because they were acting against the population, against the resistance.“

Barhoum added that certain assassinations, like that of the Hamas interior minister, Said Siyam, could not have been carried out without intelligence provided by spies.

However, human rights organizations documented cases of execution and the torture of supporters of Fatah, the party led by Palestinian Authority President Mahmoud Abbas.

In one such incident detailed in the report, Hamas forces took in for questioning Osama Atallah, a teacher and public supporter of Fatah. The following day a local hospital called his family to say he was in critical condition. He later died.

Fatah officials said Atallah was punished „because of his public and continued criticism of the performance of the Hamas militias in Gaza.“ They accused Hamas of „severely torturing and then strangling“ Atallah.

Hamas officially endorses the killing of collaborators, but denies allegations that it executes political rivals.

(Quelle: Jewish Telegraph Agency)

Gesammeltes #21

  • Da wo es keine Inhalte gibt, gibt es immerhin noch Tiere…
  • Un zweifelt an ihren eigenen Schuldzuweisungen
  • Zur JungenWelt und ihren Freunden
  • Defend the Kiez!

  • Da wo es keine Inhalte gibt, gibt es immerhin noch Tiere…

    Wer es noch nicht wusste, der „einigermaßen nennenswerte Verein“ Interventionistische Linke hat auch ein Wappentier. Warum? Weil alle anderen auch eins haben!

    Zu der Wahl des Tieres hat man sich dann auch richtig gedanken gemacht und sogar ne Unterseite auf der eigenen Homepage eingerichtet:

    Warum sollte die iL ohne ein solches symbolisches Tierchen auskommen? Wie wärs also mit dem ILTIS, dessen erste zwei Buchstaben schon das Kürzel der interventionistischen Linken beinhaltet.
    Aus den weiteren drei Buchstaben ließe sich der Slogan bilden: t – i – s -> z.B.: tut irre Sachen.

    iltis-logo03.jpg

    Tolle Sache. Ganze wissenschaftlich zitiert man dann noch „verschiedene Lexika“ (wtf?) und haut so wichtige Infos raus:

    Wie alle Marder haben sie Analdrüsen, die ein stark riechendes Sekret absondern, das zur Reviermarkierung und zur Feindabwehr dient.

    Das mit den Unsinn dann auch noch in Interviews hausieren gegangen wird lässt einen doch etwas sprachlos zurück. Die analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis ergriff die GelegenheitIL-GenossInnen zu befragen, warum sie sich an der IL beteiligen und was sie sich davon erwarten. Wir sprachen mit Katja Strobel (Institut für Theologie und Politik, itp), Moe Hierlmeier (Fantômas) und GenossInnen der Antifa KOK Düsseldorf und der Radikalen Linken Nürnberg.

    „Zum Schluss: Warum ist ein Iltis nicht so harmlos, wie er aussieht?

    Moe: Nachtaktive Wesen sind unheimlich, unfassbar dämonisch und faszinierend. In seiner Leidenschaft für die Nacht findet sich der Iltis in illustrer Gesellschaft: Bram Stoker, Caravaggio, Goya, Hopper und, und, und. Die Nacht war schon immer spannender als High Noon. Das Zuhause des Iltis ist kein fester Platz, sondern die rhizomatische Struktur der Unter- und Oberwelt. Und schließlich sieht er zwar nett aus, aber er ist kein Guter: Er stinkt und hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Also die deleuzianische Tiermaschine schlechthin. Das Gute ist für ihn nur das Böse zur falschen Zeit. Und das ist doch gut so.

    RL: Ein Grund, warum der Iltis nicht mit einem harmlosen Kaninchen verwechselt werden darf, ist folgender: Seine Fähigkeit zur Absonderung eines stark riechenden Sekretes ermöglicht es dem gemeinen Iltis, besonders kreativ bei manchen Aktionen zu agieren. So kann er bei Anti-Nazi-Aktivitäten die effizientesten Stinkbomben bauen. Um nicht erwischt zu werden, findet er die abgefahrensten Unterschlüpfe. Falls er dann doch erkannt wird, bedient er sich seiner ganz nett aussehenden Gesichtsmaske, die eher dunkel gehalten ist. Also harmlos ist echt was anderes!

    Katja: Der Iltis ist ein echter Internationalist. Es gibt ihn in Europa, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. Überall sieht er anders aus, aber überall agiert er gleich. Er ist klug genug, sich die Weiten und die Offenheit aus der Deckung, vom Rand her zu erschließen und im Ernstfall sogar abzutauchen wie das südamerikanische Wiesel, das im Amazonas lebt.

    Antifa KOK: Der wuschelige Iltis hat es faustdick hinter den Ohren. Auf den ersten Blick ein niedliches kleines Tierchen mit kleinen Knopfaugen, zählt es doch zur Gattung der Raubtiere. Auch seine vornehmliche Nachttätigkeit aus der Deckung heraus kommt einem doch irgendwie bekannt vor.

    Ob die Lea so etwas meinte als sie in der „Antifa-Debatte“ schrub:

    Was unter solchen Bedingungen noch als Diskussionsinhalt aufgegriffen wird, ist häufig ein Theorie-Ersatz aus Gewissheiten und konditionierten Parolen. Wer seine politische Arbeit auf die Effektivierung der bestehenden Praxis ausrichtet, spielt immer wieder Strategie und Taktik gegen Kritik und Theorie aus; dafür reicht es tatsächlich, mit einer geringeres-Übel-Rhetorik die Gefährlichkeit der Neonazis durch den Vergleich mit demokratischen Normen zu belegen. Die linksradikalen Ursprünge solcher Antifapraxis sind noch durch Symbole, Parolen und Kapuzenuniformierung kenntlich – abseits davon ist alles abgestellt auf die Einnahme einer Rolle als alternativer Politikberater.


    Un zweifelt an ihren eigenen Schuldzuweisungen

    Ulrich W. Sahm berichtet auf hagalil.com über aufkommende Zweifel bei der Un.

    […]
    Solange der Krieg andauerte, hatte die UNWRA ungeprüft allein Israel für dramatische Vorfälle verantwortlich gemacht, darunter dem Beschuss der UNWRA-Schule beim Flüchtlingslager Sadschaije, wo mindestens 41 Menschen umkamen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte Israel scharf. Inzwischen stellt sich heraus, dass die Schule gar nicht getroffen wurde. Israelische Granaten explodierten außerhalb des Geländes, weil angeblich israelische Truppen beschossen worden seien. Ein palästinensischer Taxifahrer, der westliche Journalisten herumfährt und Interviews organisiert sagte: „Es ist doch völlig überflüssig, diese Schule zu besuchen, weil längst erwiesen ist, dass sie von den Israelis nicht beschossen wurde.“ Auch die Behauptungen der UNRWA und der Hamas, dass die israelische Armee ein Versorgungslager der UNWRA beschossen habe, wobei viele Tonnen nicht verteilter Versorgungsgüter verbrannt seien, wurden längst von einem UNWRA-Sprecher relativiert. Sollten die israelischen Soldaten aus dem Lager heraus beschossen worden seien, hätten sich die Hamas-Kämpfer eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht. Doch müssten die Israelis dafür den Beweis erbringen, sagte UNWRA-Sprecher Christopher Gunnes.
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    Zur JungenWelt und ihren Freunden

    Der äußerst lesenswerte Blog cosmoproletarian-solidarity berichtet erneut über die Umtriebe der Redaktion der JungenWelt.

    Khavaran – der begrabene Widerstand

    Die Sympathien der „jungen Welt“ sind kaum zu übersehen: Ein lächelnder Präsident, der die Finger seiner rechten Hand zu einem „V“ spreizt. Und unter dem Photo, das die Titelseite der „jungen Welt“ vom 4. Februar 2009 schmückt, die rühmende Beschriftung: „’Wir brauchen Wissenschaft für Freundschaft, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit` – Irans Präsident Ahmadinedschad.“ Es folgt eine Vorbeugung des Autoren Rainer Rupps vor dem iranischen Ingenieurwesen und eine vor Empathie strotzende Wiedergabe der Satellitenhoffnungen des Teheraner Regimes. Jenem brüderlichen, lächelnden Präsidenten wurde bereits am 29. Oktober 2005 von Werner Pirker in der „jungen Welt“ attestiert, dass er eben Präsident geworden ist, „weil er Erinnerungen an die sozialen Gerechtigkeitsideale und den Antiimperialismus der islamischen Revolution zu wecken vermochte“. Pirker legte im selbigen Geschmiere eine handfeste Apologie des als antizionistischen Israel-Bashing ummantelten Antisemitismus des Präsidenten vor: „In seiner Grundtendenz zielt der Antizionismus nicht auf die Vernichtung der jüdischen Existenz in Nahost, sondern auf die Zerstörung eines Projekts, das auf der Herrschaft von Siedlerkolonialisten über das palästinensische Volk begründet ist.“ Wenn also einige stramme Antizionisten über die Strenge schlagen und zwischen „den Juden“ und „Zionisten“ nicht mehr unterscheiden wollen wie etwa die Hamas in ihrer Charta oder auf „al Aqsa TV“, handelt es sich lediglich um die Ausnahmen, die die „Grundtendenz“ bestätigen.[…]
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    Defend the Kiez!

    Schock für die revolutionären Bewohner von St.Pauli! Vor dem Kiez sollen an der Elbe Beachclubs errichtet werden. Sofort wittert man die gemeine Gentrification und schreitet zum unfreiwillig witzigen Aktivismus. Als dann jedoch schnell deutlich wird, dass das Ganze wohl doch nur eine Fehlinformation war und es wohl doch keine Beachclubs geben wird, übt man trotzdem fleißig weiter für die revolutionäre Politikberatung und verfasste eine tolle Resolution. Daraus kurze Ausschnitte:

    2. St. Pauli ist ein Wohngebiet, nicht nur ein Vergnügungsviertel. Die Beeinträchtigung von Wohnraum und öffentlicher Sphäre ist ohnehin groß.
    Die zusätzliche Ansiedlung der Beachclubs und deren Parkplatzsuchverkehr mit seinen Emissionen ist unzumutbar und wird von uns, besonders auch wegen der direkten Nachbarschaft zur Schule, nicht hingenommen.

    Während der nette Zuhälter von nebenan, die HellsAngels-Schutzgeld-Erpresser, Horden von betrunkenen, agressiven Idioten jedes Wochenende und unzählige andere Phänomene für die besorgten Anlieger offenbar kein Problem darstellen, sollen dann doch die Beachclubs das Böse sein. Und dies obwohl sie weiter weg von der benannten Schule wären als alle anderen Faktoren.
    Aber naja, die Beachclubs sind ja auch anscheind „Emissionen“ die das gefährdete Biotop St.Pauli gefährden…

    3. Der Fischmarkt wird beschädigt. Kommen die Beachclubs, gibt es keinen Zugang für die Händlerinnen und Händler zum oberen, östlichen Teil des Fischmarkts – sie werden aus dem Geschäft gedrückt.

    Solidarität mit den Fischverkäufern oder was? Eigentlich wollen die Gentrifikation-Gegner nur die besseren Marketing-Berater als der, welcher auf die Idee kam Beachclubs nach Pauli zu holen, sein. Das zeigt auch der Rest der Resolution, man bemüht sich um tolle Tips, wie man vieles besser machen könnte und was die Stadt doch bitte alles anders machen soll.

    5. Eventgastro eindämmen!
    Durch den eventgastronomischen Umbau wird St. Pauli mehr und mehr zu einem Erlebnis-Einkaufszentrum unter freiem Himmel – ohne jeden Charme und ohne Sperrigkeit. Die Mieten steigen, das Gleichgewicht kippt.

    Welches „Gleichgewicht“ in St.Pauli? Achja ganz vergessen, St.Pauli ist ja ein Biotop was von Emissionen bedroht wird…
    Und „eventgastronomischen Umbau“ habt ihr die letzten Jahrzehnte gepennt?

    Zu dem restlichen Unsinn werde ich dann auch mal keine Worte verlieren. Beeindruckend ist immer nur wieder, wie die sich doch revolutionär fühlenden Bewohner von St.Pauli, wenn ihre eigenen Interessen beeinträchtigt werden, in bester Spießbürgermanier aufschreien und das Ganze dann auch noch als linksradikal verkaufen müssen. Es wäre ja nichts dagegen einzuwenden, dass Anlieger mit der Stadt zusammen ihr Elend verwalten dürfen, jedoch vergisst man dabei immer die kapitalistische Vergesellschaftung und hält sich für die Avantgarde einer schlafenden Stadtteilrevolution.
    Da diese aber ausbleibt muss man jedes Jahr aufs neue beweisen, dass man als jahrelange Anlieger doch viel besser weiß was gut fürs eigene Viertel ist, was nun Fremde einen kaputt machen wollen.

    Jetzt drehen sie völlig durch – reloaded

    einfach mal so ohne Worte…