Fragmente zum Iran

Während einer Demonstration anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks solidarisierten sich einige Personen mit den revoltierenden Menschen im Iran. Sogar das national-bolschewistische Antiimp-Blatt die JungeWelt zitierte den ihr genehmen Part des Transparentes in einem Bericht zur Demonstration:

In der Mitte der Demonstration hat sich ein »sozial-revolutionärer Block« formiert. Wer hier mitläuft, hat weitergehende Forderungen: »Wir lehnen jede Flickschusterei am Kapitalismus ab«, heißt es hier. Ein Transparent verlangt kurz und knapp die »soziale Revolution«. An anderer Stelle wird auch »Solidarität mit den Studenten im Iran« bekundet.

In Hamburg rief am Samstag Peyvand, das Solidaritätskomitee für die Freiheitsbewegungen im Iran, zu einer Kundgebung unter dem Motto „Für die Revolution, zerschlagt die Islamische Republik!“auf. Der erste Absatz des Aufrufs stellte dann eine klare Absage an reaktionär Gruppierungen dar:

Die Revolution denken, sich mit dem Widerstand der Menschen im Iran solidarisieren! Gegen Tugendterrorismus, Antisemitismus und Repression – zerschlagt die Islamische Republik!

Diesen Part hatten wohl einige Wahnsinnige aus dem stalinistischen Antisemiten-Haufen SOL nicht gelesen. So griffen einige Personen aus dieser Gruppe anwesende Antideutsche (laut SOL „Zionisten“) an und hofft wohl auf das Wohlwollen der anwesenden iranischen Linken. Doch doof gelaufen. Da die Veranstalter eben keine Lust auf Stalinisten, Verehrer antisemitischer Terrorgruppen und völkisch Bewegte haben, wurden die Volksbefreier aus der B5 von der Kundgebung ausgeschlossen.(Quelle: Erklärung der Gruppen Emancipate und Freund_Innen der befreiten Gesellschaft)
Diese haben nun auch eine ganz tolle Erklärung verfasst, die ihre Enttäuschung und Wahn erneut vollends zum Ausdruck bringt. Ein Highlight des Geschreibsels soll hier zietiert sein:

Eine iranische Linke, die mit Zionisten zusammenarbeitet oder sie auf ihren Veranstaltungen toleriert, hat keine fortschrittliche Perspektive mehr. Wer mit Zionisten hantiert, holt sich auch den Imperialismus ins Boot. Im Nahen und Mittleren Osten spielt Israel eine tief reaktionäre und imperialistische Rolle, seien es die vergangenen Kriege, die von Israel ausgingen oder die Gefahr von neuen. Israel im Bündnis mit den USA gestaltet die Region nach seinem Willen und akzeptiert bis heute keine Grenzen für sich! (…)
Als KommunistInnen stellen wir uns selbstverständlich gegen den Zionismus. Dabei solidarisieren wir uns mit dem israelischen und palästinensischen Widerstand. Der Vorwurf, Antizionismus sei Antisemitismus, entbehrt jeder Vernunft und verwässert den Kampf gegen den Antisemitismus.
Um es auf antideutsch zu sagen: „Verwechselt antideutsch nicht mit links!“
Nehmen wir sie beim Wort!
Zionismus und Imperialismus bekämpfen! Nieder mit dem Mullah-Regime! Gegen imperialistische Intervention! Das iranische Volk muss und kann sich nur selbst befreien! Hoch die internationale Solidarität!

Da sich Wahnsinnige meist in genau diesem wiederfinden zeigt dann auch Nationalbolschewist Jürgen Elsässer, der einen sehr ähnlichen wahnhaften Blick auf die Geschehnisse im Iran wie die Antiimps in Hamburg hat:

Glückwunsch, Ahmadinedschad!
Zu den Wahlen und Protesten im Iran
Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO. Hat jemand die Girlies gesehen, die da in bestem Englisch in die Mikrofone von CNN und BBC heulen? Das sollen die Repräsentanten des iranischen Volkes sein, oder auch nur der iranischen Opposition? Da lachen die Hühner im Capitol! Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben. (…)

(Darüber das keine 100% Übereinstimmung besteht sind wir uns bewusst…)

Gesammeltes zum Iran:

  • Große Fotosammlungen zu den Protesten im Iran: gibt es hier und hier
  • Fotoreportage vom Boston Globe
  • Berichte aus Theran von saeed valadbaygi auf revolutionary road
  • Blog aus Hamburg zum Iran: Cosmoproletarian Solidarity

  • 6 Antworten auf “Fragmente zum Iran”


    1. 1 ANTI 22. Juni 2009 um 13:20 Uhr

      Ich hoffe sehr, dass du die person bist, die am meisten beim sogenannten angriff der sol abbekommen hat!

    2. 2 HeroHoxha 22. Juni 2009 um 22:17 Uhr

      nur so zur info es gab unterschiedliche aufrufe.
      peyvand war nur eine gruppe die mitaufrief.

      hier ein anderer aufruf:
      http://www.jonbesh-iran.com/Jonbesh/Site/Deutsch/2009/juni/DEMO%20AUFRUF%20von%20SPI.pdf

    3. 3 Administrator 23. Juni 2009 um 0:29 Uhr

      @anti: du mich auch ;)

      @HeroHoxha: Das war mir bewusst, weiß aber nicht was dies nun genau ändern soll, da der Aufruf extrem kurz ist. Davon abgesehen war die Kundgebung von der Arbeiterkommunistische Partei Iran, die Kommunistische Partei Iran und wir als Peyvand organisiert, daher ist deren Aufruf primär von Interesse.

    4. 4 HeroHoxha 23. Juni 2009 um 23:07 Uhr

      wenn die aber nich mobilisieren, sondern eine „linke plattform“ woher soll mensch denn wissen woran er/sie ist?

    5. 5 Administrator 25. Juni 2009 um 16:12 Uhr

      das letzte comment erschließt sich mir nicht.
      peyvand hat die demonstration mitorganisiert und dazu aufgerufen (mobilisiert) so what? bei dem aufruf wusste man sehr genau woran man ist genauso wenn man (wie die sol) behauptet oft an iran-kundgebungen teilgenommen hat, die position dieser gruppen (abgesehen von der spi) einschätzen könnte…

    6. 6 HeroHoxha 29. Juni 2009 um 19:24 Uhr

      also mir war nicht klar, dass das keine aktion von der spi ist, bis ich bei der kundgebung war. bis dahin dachte ich aber auch, dass es eine gemeinsame demo gibt und kein hick-hack von x verschiedenen organisationen.

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