Schanzenfest oder 1312

Während der „Krawalle“ im Anschluss an das Schanzenfest, zeigte sich die Eutiner Polizei mal wieder von ihrer „besten Seiten“: Sie griff gegen 3Uhr die Fankneipe des Fc Sankt Pauli das „Jolly Roger“ an und verletzte mehrere Anwesende.
Spiegel Online berichtet ausführlich dazu:

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Warum die Polizei trotzdem gegen 3 Uhr erst das Jolly Roger umstellte, dann Pfefferspray in den Gastraum sprühte, um anschließend den Laden zu räumen, bleibt unklar.

Hamburgs Polizeisprecher Ralf Meyer bestätigte zwar den Einsatz, wollte aber nichts „über weitere Einzelheiten sagen, weil derzeit das Dezernat Interne Ermittlungen eingeschaltet ist.“ Die internen Ermittler sollten laut „taz“ bereits direkt nach dem Vorfall zu der Fankneipe entsandt werden, was von Gesamteinsatzleiter Peter Born aber „fernmündlich verweigert“ worden sein soll. Daraufhin hatte der Hamburger Rechtsanwalt Manfred Getzmann Strafanzeige wegen Strafvereitelung im Amt sowie wegen Sachbeschädigung an.

Bei der Polizei-Aktion wurden zahlreiche Gäste verletzt, die meisten durch den massiven Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken. „Die Gäste haben teilweise unter Todessangst die Fenster von Innen eingeworfen, um Luft zu bekommen“, so das Vorstandsmitglied des Betreibervereins, das einräumt, dass während der Erstürmung im Innenraum Gegenstände gegen Beamte geworfen wurden. Der Vorfall käme einer Kriegserklärung gleich, so die Äußerungen diverser St. Pauli-Fans im Internet-Forum www.stpauli-forum.de.

Einen der Anhänger erwischte es besonders schlimm. Sven Klein stand beim Abzug der Polizei nach eigenen Angaben einige Meter entfernt vom Eingang der Kneipe und beobachtete die Szenerie, als „mir plötzlich einer der Polizisten mit einem Knüppel ins Gesicht schlug.“ Klein hat keine Erklärung für die Attacke, bei der er vier Zähne verlor. Der St. Pauli-Fan, dem eine aufwendige Zahn-OP droht, will jetzt rechtliche Schritte gegen die Polizei einleiten.
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(Quelle: Spiegel Online)
Bild von Verletzung des Betroffenen.

Spon berichtet auch über den Verdacht von Teilen der Fanszene, dass die BFE-Einheit aus Eutin eine persönliche Fede mit der Fanszene klären will. So hatte sich beim Nord-Derby in Hamburg zwischen Sankt Pauli und Hansa Rostock ein BFEler aus Eutin (wohl vor dem Jolly Roger) schwer verletzt (Er soll, trotz seiner Schutzkleidung, eine tiefe Schnittverletzung am Bein erlitten haben. Zu vermuten ist, dass er stürzte und in eine zerbrochene Flasche fiel.).
Im Juni erfolgte dann bei der Begegnung von Sankt Paulis Zweiter mit Holstein Kiel 2 und dem folgenden Aufstieg von Sankt Pauli in die 4.Liga, die nächste Begegnung zwischen BFE und Sankt Pauli-Anhängern. Dabei verletzte die BFE-Einheit zahlreiche Fans. Dazu hier weiterlesen…
Nun erfolgte im Zusammenhang mit dem Schanzenfest der zweite Übergriff durch die Eutiner Schlägerband auf St.Pauli-Anhänger. Durch den Anwalt Getzmann sowie den Betroffenen Journalisten laufen nun Anzeigen gegen die Hamburger Polizei
Diese hat in Person von Polizeisprecher Ralf Meyer schon ihre eigenes Geschichtchen in der Mopo als Begründung ausgepackt. Klar bei der ganzen Geschichte wohl Folgendes: Das auf Grund fehlender individueller Kennzeichnung es eh kaum möglich sein wird den um sich schlagenden Beamten ausfindig zu machen. Dazu kommt, dass in Hamburg schon Beamte mit ganz anderen Übergriffen ungestraft davon gekommen sind (Brechmitteleinsatz, Schüsse in den Rücken und Übergriffe auf Demonstrationen).

Abgesehen von diesem unglaublichen Übergriff auf friedliche Fans offenbart die BFE Eutin auch ihr Verständnis von Pressefreiheit gegenüber einem Kameramann: hier zu sehen…

Innensenator Ahlhaus (CDU-Member) quatschte in einem Interview mit Hamburg1 mal fröhlich vor sich hin.
Stilblüten:

„ich kann nur all denjenigen sagen, die sagen „die anwesenheit von polizei würde provozieren“, die müssen irgendwie nen problem haben mit dem rechtsstaat und der demokratie.“

„nicht die polizei wirft steine, nicht die polizei wirft brandsätze gegen andere leute, nicht die polizei wirft mit flaschen um sich, sie sorgt für die sicherheit der menschen in dieser stadt.“

„nicht die polizei macht die gewalt, sondern die straftäter die da unterwegs sind.“

„ich habe große zweifel ob die strategie der deeskalation, dadurch das man den freiräume gibt, die ihnen nach recht und gesetz nicht zu stehen, dass diese strategie dauerhaft funktionieren kann und politisch durchsetzbar ist. ich glaube wir brauchen rechtstaatliche zustände überall und zu jedem zeitpunkt in dieser stadt.“