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Nachtrag zum Übergriff auf das JollyRoger

Massenpanik: Polizei stürmt FC St. Pauli Fankneipe

Hamburg, den 7. Juli 2009: Vier ausgeschlagene Zähne, schwere Stauchungen und Prellungen, Massenpanik sowie dutzende Gäste, die sich aufgrund von Reizgas übergeben – das ist die Bilanz eines massiven Polizeieinsatzes in der FC St. Pauli Fankneipe „Jolly Roger“ in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2009.

Knapp 100 Gäste feierten eine friedliche Geburtstagsparty als sich gegen 1:30 Uhr zwei Wasserwerfer und mehrere Züge der Polizei vor der Gaststätte in Stellung brachten.

Obwohl von den Gästen keine gewalttätigen Provokationen gegen die Polizeibeamten ausgingen, kam es nur kurze Zeit später ohne jede Ankündigung zu mehreren Schlagstock-, Reizgas- und Wasserwerfereinsätzen. Diese gipfelten in einer gewaltsamen Erstürmung der Lokalität, in der etwa 60 der Gäste Schutz gesucht hatten. Stephan D., Geschäftsführer des „Jolly Roger“: „Innerhalb von wenigen Minuten war die ganze Bar voll mit Reizgas. Die Gäste sind in Panik auf die Toiletten und ins Getränkelager in den Keller geflüchtet, vermummte Polizisten mit Schlagstöcken hinterher. Wir sind immer noch total geschockt und fassungslos.“ Ulrike S. war mit fast 30 weiteren Gästen im Keller: „Wir standen da und konnten nicht raus. Oben im Laden hat man keine Luft mehr bekommen und vor der Tür hielten die Wasserwerfer drauf. Wen hätten wir denn anrufen sollen? – 110?“ Auch ein Presseausweis hielt die Beamten nicht davon ab, einem anwesenden Journalisten mit dem Schlagstock vier Zähne auszuschlagen, wie bereits der Spiegel online am gestrigen Montag berichtet hat.

Der Zweck des Einsatzes bleibt nach wie vor unklar: weder wurden Festnahmen getätigt noch Personalien aufgenommen. Außer Unbeteiligte zu verletzten, einzuschüchtern und Panik zu erzeugen hatte dieses Vorgehen offensichtlich kein Ziel. Tay Eich, Aufsichtsratsmitglied des FC St. Pauli: „Der Polizeieinsatz am und im „Jolly Roger“ ist vollkommen inakzeptabel und muss lückenlos aufgeklärt werden.“

Über einhundert Betroffene versammelten sich am vergangenen Montagabend im „Jolly Roger“, um die Geschehnisse aufzuarbeiten und das weitere Vorgehen zu besprechen. Als Sofortmaßnahme wurde für die medizinische und rechtliche Unterstützung der Geschädigten ein Spendenkonto eingerichtet. Außerdem ist für den kommenden Freitag, den 10.7.2009 nach dem Freundschaftsspiel des FC St. Pauli gegen die „Hearts of Midlothian“ eine Demonstration geplant.

Ballkult e.V. (Betreiberverein „Jolly Roger“) AFM (Abteilung fördernder Mitglieder des FC St. Pauli) AGIM (Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder des FC St. Pauli) Fanclubsprecherrat der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli Fanladen St. Pauli ProFans St. Pauli

Spendenkonto:
Stichwort: „Jolly Roger“
Bankleitzahl: 20690500, Sparda Bank Hamburg
Kontonummer: 0004033256
Inhaber: Roger Hasenbein

Für weitere Informationen melden Sie sich bei: Paul K. (Vereinsrat Ballkult e.V.)

Schanzenfest oder 1312

Während der „Krawalle“ im Anschluss an das Schanzenfest, zeigte sich die Eutiner Polizei mal wieder von ihrer „besten Seiten“: Sie griff gegen 3Uhr die Fankneipe des Fc Sankt Pauli das „Jolly Roger“ an und verletzte mehrere Anwesende.
Spiegel Online berichtet ausführlich dazu:

(…)
Warum die Polizei trotzdem gegen 3 Uhr erst das Jolly Roger umstellte, dann Pfefferspray in den Gastraum sprühte, um anschließend den Laden zu räumen, bleibt unklar.

Hamburgs Polizeisprecher Ralf Meyer bestätigte zwar den Einsatz, wollte aber nichts „über weitere Einzelheiten sagen, weil derzeit das Dezernat Interne Ermittlungen eingeschaltet ist.“ Die internen Ermittler sollten laut „taz“ bereits direkt nach dem Vorfall zu der Fankneipe entsandt werden, was von Gesamteinsatzleiter Peter Born aber „fernmündlich verweigert“ worden sein soll. Daraufhin hatte der Hamburger Rechtsanwalt Manfred Getzmann Strafanzeige wegen Strafvereitelung im Amt sowie wegen Sachbeschädigung an.

Bei der Polizei-Aktion wurden zahlreiche Gäste verletzt, die meisten durch den massiven Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken. „Die Gäste haben teilweise unter Todessangst die Fenster von Innen eingeworfen, um Luft zu bekommen“, so das Vorstandsmitglied des Betreibervereins, das einräumt, dass während der Erstürmung im Innenraum Gegenstände gegen Beamte geworfen wurden. Der Vorfall käme einer Kriegserklärung gleich, so die Äußerungen diverser St. Pauli-Fans im Internet-Forum www.stpauli-forum.de.

Einen der Anhänger erwischte es besonders schlimm. Sven Klein stand beim Abzug der Polizei nach eigenen Angaben einige Meter entfernt vom Eingang der Kneipe und beobachtete die Szenerie, als „mir plötzlich einer der Polizisten mit einem Knüppel ins Gesicht schlug.“ Klein hat keine Erklärung für die Attacke, bei der er vier Zähne verlor. Der St. Pauli-Fan, dem eine aufwendige Zahn-OP droht, will jetzt rechtliche Schritte gegen die Polizei einleiten.
(…)

(Quelle: Spiegel Online)
Bild von Verletzung des Betroffenen.

Spon berichtet auch über den Verdacht von Teilen der Fanszene, dass die BFE-Einheit aus Eutin eine persönliche Fede mit der Fanszene klären will. So hatte sich beim Nord-Derby in Hamburg zwischen Sankt Pauli und Hansa Rostock ein BFEler aus Eutin (wohl vor dem Jolly Roger) schwer verletzt (Er soll, trotz seiner Schutzkleidung, eine tiefe Schnittverletzung am Bein erlitten haben. Zu vermuten ist, dass er stürzte und in eine zerbrochene Flasche fiel.).
Im Juni erfolgte dann bei der Begegnung von Sankt Paulis Zweiter mit Holstein Kiel 2 und dem folgenden Aufstieg von Sankt Pauli in die 4.Liga, die nächste Begegnung zwischen BFE und Sankt Pauli-Anhängern. Dabei verletzte die BFE-Einheit zahlreiche Fans. Dazu hier weiterlesen…
Nun erfolgte im Zusammenhang mit dem Schanzenfest der zweite Übergriff durch die Eutiner Schlägerband auf St.Pauli-Anhänger. Durch den Anwalt Getzmann sowie den Betroffenen Journalisten laufen nun Anzeigen gegen die Hamburger Polizei
Diese hat in Person von Polizeisprecher Ralf Meyer schon ihre eigenes Geschichtchen in der Mopo als Begründung ausgepackt. Klar bei der ganzen Geschichte wohl Folgendes: Das auf Grund fehlender individueller Kennzeichnung es eh kaum möglich sein wird den um sich schlagenden Beamten ausfindig zu machen. Dazu kommt, dass in Hamburg schon Beamte mit ganz anderen Übergriffen ungestraft davon gekommen sind (Brechmitteleinsatz, Schüsse in den Rücken und Übergriffe auf Demonstrationen).

Abgesehen von diesem unglaublichen Übergriff auf friedliche Fans offenbart die BFE Eutin auch ihr Verständnis von Pressefreiheit gegenüber einem Kameramann: hier zu sehen…

Innensenator Ahlhaus (CDU-Member) quatschte in einem Interview mit Hamburg1 mal fröhlich vor sich hin.
Stilblüten:

„ich kann nur all denjenigen sagen, die sagen „die anwesenheit von polizei würde provozieren“, die müssen irgendwie nen problem haben mit dem rechtsstaat und der demokratie.“

„nicht die polizei wirft steine, nicht die polizei wirft brandsätze gegen andere leute, nicht die polizei wirft mit flaschen um sich, sie sorgt für die sicherheit der menschen in dieser stadt.“

„nicht die polizei macht die gewalt, sondern die straftäter die da unterwegs sind.“

„ich habe große zweifel ob die strategie der deeskalation, dadurch das man den freiräume gibt, die ihnen nach recht und gesetz nicht zu stehen, dass diese strategie dauerhaft funktionieren kann und politisch durchsetzbar ist. ich glaube wir brauchen rechtstaatliche zustände überall und zu jedem zeitpunkt in dieser stadt.“

Fragmente zum Iran – second release

Deutsche Interessen

LizasWelt berichtet über die Sorgen deutscher Wirtschaftsvertreter und ihre Unterstützung für den Überwachungsapparat des islamistischen Regimes:

Eines der wichtigsten Mitglieder der Handelskammer ist der Großkonzern Siemens, in dessen Teheraner Räumlichkeiten auch schon mal die wöchentliche Sitzung des Kammerpräsidiums stattfindet. Die Münchner Firma setzte 2008 im Iran rund 438 Millionen Euro um, unter anderem mit der Lieferung moderner Überwachungstechnologie. Diese Technologie kann sowohl gegen Minderheiten und Oppositionelle im Iran wie auch gegen Israel eingesetzt werden. Und ein aktuelles Beispiel zeigt, was das konkret bedeutet: Gemeinsam mit dem finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia hat Siemens einem Bericht des Wall Street Journal zufolge die Anlagen und die Software geliefert, mit denen das iranische Regime nun den Zugang zu Internetseiten sperren, das Surfverhalten von Internetnutzern untersuchen, E-Mails mitlesen, Twitter-Nachrichten verändern und ganze Anschlüsse blockieren kann. Das entsprechende Kontrollzentrum sei beim iranischen Telekom-Regierungsmonopolisten „im Rahmen eines größeren Vertrags für Netzwerk-Technologie“ installiert worden, sagte Ben Roome, der Sprecher des Joint Ventures mit dem Namen Nokia Siemens Networks. Und wenn man Netzwerke verkaufe, erhalte der Käufer automatisch auch die technische Möglichkeit, die darüber laufende Kommunikation zu kontrollieren.(…)
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Mehr dazu auch auf dem Free Iran Now! Blog.

Zur Begeisterung der Rechten für die islamische Republik

Volker Weiß (Hamburger Soziologe) schreibt für den NPD-Blog über die Begeisterung der Rechten für den Iran und den theoretischen Rückgriff auf Carl Schmitt durch rechte Theoretiker:

Die deutsche Rechte: Mit Carl Schmitt für Allah und Ahmadinedschad

In der Auseinandersetzung mit der Protestbewegung gegen die Wiederwahl Mahmud Ahmadinedschads zum iranischen Präsidenten hat das Regime in Teheran Rückendeckung seitens der deutschen Rechten erhalten. Das ist wenig verwunderlich, denn die islamische Republik Iran erfreut sich dort diverser Sympathien. Sie gilt als eine gegen die Zumutungen des Westens gefeite Bastion nationaler und kultureller Souveränität.(…)
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Hamburger Wochenende

Zu den Vorfällen auf der Kundgebung am Samstag in Hamburg, zu der hier ja schon einiges geschrieben wurde, gibt es nun auch ein Statement von der mitveranstaltenden Gruppe Peyvand. Zu den um sich schlagenden Antiimps aus der B5 wird dort trocken festgestellt:

(…)
Im Übrigen: Einzelne der Angreifer des 20. Junis beteiligten sich an den antiisraelischen Aufmärschen im Januar 2009, die von der Schura, einem Joint Venture von Milli Görüş und der Islamischen Republik Iran organisiert waren. (Einer der drei Vorsitzenden ist ein iranischer Ayatollah.) Auf jenen Demonstrationen sind eifrig Fahnen der Türkei, selbst der ultranationalistischen Milliyetçi Hareket Partisi, des ba`athistischen Staates Syrien, der Hamas und eben der Islamischen Republik geschwenkt worden. Daran haben sich die antiimperialistischen Fahnenstürmer äußerst wenig gestört, einzig mit einem Fahnenschwenker der Grauen Wölfen gab es eine Rangelei und die nachdrückliche Aufforderung an den Ultranationalist die Demonstration zu verlassen – der zionistische „Todfeind der Völker“ (KPD/ML) versöhnte jedoch augenfällig mit den islamistischen Demonstrierenden. Und seit jeher wird die „Intifada“ herumgereicht, ein Heftchen, in dem ungeniert die antiimperialistische Freundschaft zur „Partei Gottes“, der libanesischen Tochterunternehmung der Islamischen Republik, beschworen wird und welches von der Wiener „Antiimperialistischen Koordination“ zu verantworten ist, die sich jüngst über Ahmadinejads Präsidentschaft freute – ebenso wie andere antiimperialistische Eiferer.
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Ps: Beste Grüße an dieser an den möchtegern Satireblog Planetegirls. Vielleicht hilft der GSP euch ja beim Verstehen…

Kotzkübel GSP-Jünger

Das die Jünger des GSP meist noch größere Abgründe als dieser selbst offenbaren zeigte nun mal wieder Wendy wenn dort über den Iran gefaselt wird:

(…)Den Demokratieidealisten, die ubik, Ali Schirasi, schildkröte, don‘t panic! und „im*moment*vorbei“ heißen, geht es darum, den zweitschlimmsten aller politischen Sonderfälle nach dem Faschismus bekämpft zu sehen: Den Islamismus. Beziehungsweise: Ihre Vorstellung vom im Islam(ismus) aktualisierten Faschismus, „Islamfaschismus“ genannt. Die Feindschaft zum Islam(ismus), dem angeblich antimodernen, antizivilisatorischen Projekt ist so groß, dass es „erstmal“ als große Erleichterung erscheint, wenn die Leute im Iran anstatt unter einem islamischen Regime bald unter einem säkulär-demokratischen Regime zu leiden hätten. Die (Antifa-)Moral vom „kleineren Übel“ setzt sich fort und als Kritiker muss man sich Zynismus oder unsolidarisches Gebahren vorwerfen lassen3. Die Wahl zwischen zwei Sorten Scheiße ist meine nicht.(…)
Ich wünsche niemandem, unter irgendeiner Ausprägung der Demokratie zu leiden und wenn sich Kommunisten, die diesen Namen auch verdient haben, einmal an die Abschaffung des Mullah-Regimes und jedweder Herrschaft an sich machen, werde ich ihnen die Daumen drücken und alles mögliche zu ihrer Unterstützung tun. Einer demokratischen Bewegung für die alternative Regierung im Stile der Tulpen- oder Nelkenrevolution verweigere ich meine Solidarität ebenso wie einer Aufstandsbewegung von enttäuschten Islamisten, wie sie sich gerade auf den Straßen einiger iranischer Großstädte austobt.(…)

(Hervorhebung meinerseits)
Sollen die dummen Iraner doch mal auf die Jünger des GSP hören und sich erklären lassen wie die Welt so funktioniert. Bis diese dann irgendwann die Revolution herbeischaffen soll man doch dann dort bitte weiter unter islamischen Republik leiden, denn eins weiß das brave Kind aus Deutschland, dass seine GSP-Broschüren im Regal stapelt: Demokratie ist doch genauso doof wie das Dasein unter der islamistischen Herrschaft. Denn so lange Wendy und Konsorten so in westlichen Demorkatie vor sich dahin leiden, sollen die Iraner bloß nicht auf die Idee kommen sich von der theokratischen Herrschaft befreien zu wollen. Befreiung darf nur sein, wenn dann der Kommunismus vor der Tür steht.
Hierzu herzlichen Glückwunsch werte GSP-Jünger…

GSP-Geschreibsel

Sozusagen Offtopic zum Iran, aber trotzdem da es an Widerlichkeit kaum zu überbieten ist: Gerade wenn man denkt der GSP-Nachwuchs habe schon seine ganze Widerlichkeit offenbart, legen sie nochmal nach. Zuerst Genosse MPunkt:

Tod durchs EU-Grenzregime oder Tod im Konzentrationslager – was soll da der große Unterschied für die Betroffenen sein?

und dann ideologische Schützenhilfe durch Difficult is Easy:

wenn es mit dir halt nicht anders geht, lässt sich für dich bestimmt ein tod durch ertrinken vor der spanischen küste einrichten. evtl. findest du auch das krepieren an einer salzwasservergiftung oder ersticken in einem container erstrebenswert gegenüber dem tod in einem kz.
ich überlge gerade, kann es sein, dass du das verrecken an einer eu-außengrenze nicht mit einem kz vergleichen magst, weil die neger sich immerhin entscheiden konnten ob sie dort oder in afrika verrecken? freiheit, immerhin!

Ps: Werte GSP-Nerds, ich werde eure Kommentare nur freischalten wenn sie meiner Erheitung oder der anderer dienen, ansonsten habe ich leider kein Interesse mit euch über diese Themen zu diskutieren. Eure „Argumente“ dürft ihr schön alleine weiter prüfen.

Fragmente zum Iran

Während einer Demonstration anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks solidarisierten sich einige Personen mit den revoltierenden Menschen im Iran. Sogar das national-bolschewistische Antiimp-Blatt die JungeWelt zitierte den ihr genehmen Part des Transparentes in einem Bericht zur Demonstration:

In der Mitte der Demonstration hat sich ein »sozial-revolutionärer Block« formiert. Wer hier mitläuft, hat weitergehende Forderungen: »Wir lehnen jede Flickschusterei am Kapitalismus ab«, heißt es hier. Ein Transparent verlangt kurz und knapp die »soziale Revolution«. An anderer Stelle wird auch »Solidarität mit den Studenten im Iran« bekundet.

In Hamburg rief am Samstag Peyvand, das Solidaritätskomitee für die Freiheitsbewegungen im Iran, zu einer Kundgebung unter dem Motto „Für die Revolution, zerschlagt die Islamische Republik!“auf. Der erste Absatz des Aufrufs stellte dann eine klare Absage an reaktionär Gruppierungen dar:

Die Revolution denken, sich mit dem Widerstand der Menschen im Iran solidarisieren! Gegen Tugendterrorismus, Antisemitismus und Repression – zerschlagt die Islamische Republik!

Diesen Part hatten wohl einige Wahnsinnige aus dem stalinistischen Antisemiten-Haufen SOL nicht gelesen. So griffen einige Personen aus dieser Gruppe anwesende Antideutsche (laut SOL „Zionisten“) an und hofft wohl auf das Wohlwollen der anwesenden iranischen Linken. Doch doof gelaufen. Da die Veranstalter eben keine Lust auf Stalinisten, Verehrer antisemitischer Terrorgruppen und völkisch Bewegte haben, wurden die Volksbefreier aus der B5 von der Kundgebung ausgeschlossen.(Quelle: Erklärung der Gruppen Emancipate und Freund_Innen der befreiten Gesellschaft)
Diese haben nun auch eine ganz tolle Erklärung verfasst, die ihre Enttäuschung und Wahn erneut vollends zum Ausdruck bringt. Ein Highlight des Geschreibsels soll hier zietiert sein:

Eine iranische Linke, die mit Zionisten zusammenarbeitet oder sie auf ihren Veranstaltungen toleriert, hat keine fortschrittliche Perspektive mehr. Wer mit Zionisten hantiert, holt sich auch den Imperialismus ins Boot. Im Nahen und Mittleren Osten spielt Israel eine tief reaktionäre und imperialistische Rolle, seien es die vergangenen Kriege, die von Israel ausgingen oder die Gefahr von neuen. Israel im Bündnis mit den USA gestaltet die Region nach seinem Willen und akzeptiert bis heute keine Grenzen für sich! (…)
Als KommunistInnen stellen wir uns selbstverständlich gegen den Zionismus. Dabei solidarisieren wir uns mit dem israelischen und palästinensischen Widerstand. Der Vorwurf, Antizionismus sei Antisemitismus, entbehrt jeder Vernunft und verwässert den Kampf gegen den Antisemitismus.
Um es auf antideutsch zu sagen: „Verwechselt antideutsch nicht mit links!“
Nehmen wir sie beim Wort!
Zionismus und Imperialismus bekämpfen! Nieder mit dem Mullah-Regime! Gegen imperialistische Intervention! Das iranische Volk muss und kann sich nur selbst befreien! Hoch die internationale Solidarität!

Da sich Wahnsinnige meist in genau diesem wiederfinden zeigt dann auch Nationalbolschewist Jürgen Elsässer, der einen sehr ähnlichen wahnhaften Blick auf die Geschehnisse im Iran wie die Antiimps in Hamburg hat:

Glückwunsch, Ahmadinedschad!
Zu den Wahlen und Protesten im Iran
Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO. Hat jemand die Girlies gesehen, die da in bestem Englisch in die Mikrofone von CNN und BBC heulen? Das sollen die Repräsentanten des iranischen Volkes sein, oder auch nur der iranischen Opposition? Da lachen die Hühner im Capitol! Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben. (…)

(Darüber das keine 100% Übereinstimmung besteht sind wir uns bewusst…)

Gesammeltes zum Iran:

  • Große Fotosammlungen zu den Protesten im Iran: gibt es hier und hier
  • Fotoreportage vom Boston Globe
  • Berichte aus Theran von saeed valadbaygi auf revolutionary road
  • Blog aus Hamburg zum Iran: Cosmoproletarian Solidarity
  • Wir, du, ich und eh alle gegen Gentrification… oder nicht?

    Am Wochenende ist mal wieder großes Demonstrieren in Hamburg angesagt. Wogegen? Gegen die ganze böse Gentrification. Daher mal ein paar Worte zu dem Aufruf zu der Demonstration.

    Erstmal ein Punkt vorweg: Wer auch immer den Aufruf geschrieben hat ist unfähig. Völliges Fehlen von Struktur, kaum nachvollziehbare Argumentation und üblicher Szenesprech sorgen dafür, dass jeder Mensch, der nicht eh gegen die Gentrification ist, den Zettel nach 1 Minute in die Ecke schmeissen wird.

    Worum es bei der sogenannten Gentrification geht bleibt bei seinen Gegnern immer mysthischen. Es wissen doch eh alle was gemeint ist und das jeder irgendwas beliebiges unter das Label fasst scheint auch wirklich niemand zu stören. So verwundert es kaum, dass der Abschnitt im Aufruf mit dem Titel „GENTRI… WAS?“ neben der Einleitung der kürzeste Part bleibt. Kurz und bündig fasst man dort:

    Heute ist der Begriff Gentrification oder Gentrifizierung nicht nur in der Stadtforschung zu Hause, sondern auch in Kämpfen um städtische Freiräume oder bei Mieter_innenprotesten. Ausgelöst wird Gentrifizierung durch gesteigerte private und öffentliche Investitions- und Modernisierungs-tätigkeiten. Mieter_innen, die sich die erhöhten Mieten nicht mehr leisten können oder wollen, verlassen das Viertel. Je attraktiver dieses wird, desto mehr nehmen auch Versuche zu, Alt-mieter_innen zu vertreiben. Vermieter_innen wollen entweder durch Luxusmodernisierung und Neuvermietung Topmieten erzielen oder durch die Umwandlung von Miet- in Eigentums-wohnungen Traumrenditen realisieren. Auch in Hamburg als Deutschlands Stadt der Millionäre profitieren diese unmittelbar (als Hauseigentümer) oder mittelbar (über Immobilienfonds) von der Umstrukturierung der inneren Stadt.

    Für Kleingewerbetreibende sind die gestiegenen Mieten ebenfalls nicht mehr tragbar. Modische Klamottenläden und immer mehr Gastronomie werden schließlich ergänzt durch Filialen der Konsumketten, bis sich der Stadtteil kaum noch von einer x-beliebigen Fußgängerzone unterscheidet. Weichen müssen dafür Geschäfte, in denen die Bewohner_innen Sachen für ihren Alltagsbedarf kaufen konnten und teilweise auch selbst gearbeitet haben.

    Der Skandal für die Gegner der Gentri… ist der, dass, in einer kapitalistischen Gesellschaft, Menschen durch ihren Wohnungs- und Grundstücksbesitz Gewinn machen und auch noch an einer Gewinnsteigerung interessiert sind. Das man anscheind nicht ein bischen die Funktionsweise des Kapitalismus verstanden hat bricht sich in aller Form bar. Primär geht es um das Erheischen von Empathie durch die Darstellung fieser Vorgänge die irgendwo Menschen vertreiben oder ihnen die Möglichkeit den Alltagsbedarf zu erstehen nehmen würden. Fraglos mögen einige der Phänomene zutreffen nur bleibt dabei beispilsweise total offen ob denn die Vermieter „damals“ in der Schanze und Sankt Pauli und eh überall denn viel netter und weniger Profit orientiert waren. Haben sie etwa aus purer Gutmütigkeit ihre Wohnungen vermietet? Vermutlich kann die Frage nur mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Und der Alltagsbedarf, welcher anscheind auch rein gar nichts mit der Herstellung von Bedürfnissen in einer durch-kapitalisierten Gesellschaft zu tuen hat, scheint auch völlig frei von Kapitalismus, Ausbeutung und Konsum zu sein. Konsum, im negativen Sinne der Stadtteil-Helden, ist halt nur dann gegeben wenn die anderen, die Fremden des Stadtteils ihren Bedarf ausleben.

    Auch wenn man erfreuliche Aktionen von Anwohnern, welche den sinnvollen Rechtsrahmen, der immerhin im geringen Maße besteht, nutzen aufzählt, wird leider auch deutlich wessen Geistes man sonst so ist. Begeistert ist man davon, dass

    Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Symbole dieser Entwicklung, wie zum Beispiel neue Läden und neugebaute Eigentumswohnblocks im Schanzenviertel, Objekte spontaner Umgestaltung der Schaufensterscheiben und Fassaden werden.

    Will heißen, es scheint unglaublich toll, links und progressiv zu sein Parolen gegen die bösen Yuppies an Wände zu hauen, in denen man dann noch progressiver mit dem Abbrennen von PKWs droht. Mindestens so radikal wie Scheiben von Läden einzuwerfen die in das Bild neu, hipp, teurer und nicht-links passen.

    Ansonst bleibt der Text ein großer Appell an den Lieben Vater-Staat. Man fordert Rechte ein (was ja gar nicht abzulehnen ist) und appelliert und kritisiert den Staat für das was er Schlechtes tut und was er doch viel besser machen könnte. Muss er doch nur mal mit den Polit-Profis der Hamburger Linken reden!
    Nur als Klarstellung, da sicherlich wieder einige angefressen sind, dass schon wieder was an ihrer heilen Welt kritisiert wird: Ich finde es super, dass Menschen um ihre Rechte kämpfen und versuchen den (meist geringen) Rahmen an Mitbestimmung an ihrem Lebensraum mitzugestalten. Aber es ist eben jenes, die brave Beteiligung an der Politik, das Agitieren als guter Bürger, der sich aktiv um seine Nachbarschaft kümmert. Widerlich und falsch bleibt dabei jedoch die vermeintliche Kapitalismus-Kritik, die gespielte Radikalität und die Abgrüde aufreissenden Ausbrüche der Stadtteil-Gangs gegen die „bösen Yuppies“, den „Kaffee-Strich“, die bösen neuen Geschäfte und eh das ganze Fremde was in die Stadtteile eindringt.
    Ebenso bleibt wie immer auch außen vor, dass die ganzen bösen Fremden, konsumgeilen Menschen die da in die Stadtteile einfallen eben auch deshalb kommen, weil diese Stadtteile als hip sowie schick gelten und gerade im Hamburger Schanzenviertel auch als links, alternativ und irgendwie anders. Die eigene Position zu reflektierten bleibt halt immer noch etwas schwieriges, was man lieber ganz sein lässt, wenn sich dann nur wieder mehr Widersprüche auftuen würden.
    Um das ganze Handfest zu machen sei der letzte Part des Aufrufs zitiert:

    Recht auf Wohnen, Recht auf Aneignung, auf Orte der Leidenschaft, Ruhe, auf dem Dach tanzen, in der Elbe schwimmen, auf Austausch und und und… Das kann nur gelingen, wenn wir uns gemeinsam gegen diejenigen wenden, die von der Verarmung, Verdrängung und Unterdrückung profitieren – damit wir morgen wieder sagen können: Stadtluft macht frei!
    Stadt für alle und zwar sofort!

    Warum auch immer Stadtluft frei machen soll, von wem man sich da frei machen will und wie, dazu will ich einfach kein Wort verlieren. Das Bedürfnis jedoch „gemeinsam gegen diejenigen“ vorzugehen die „profitieren“ spiegelt das Fehlen jeglichen Begriffs der kapitalistischen Gesellschaft wieder und greift genau dort wieder an wo man glaubt konkret einen Gegner fassen zu können. Die vermeintlichen Übeltäter, welche von der Gesellschaft profitieren, anscheind keinem gesellschaftlichen Zwang unterworfen sind und sich primär durch negative Eigenschaften auszeichnen. Das eben der Kapitalist, der Wohnungsbesitzer und so weiter eben einer gesellschaftlichen Logik unterworfen sind, die da heißt: steigere deinen Profit, sonst wirst du von den Konkurrent hinweggefegt – dies will und können jene die diesen Aufruf geschrieben haben und jene die ihn unterstützen nicht verstehen.
    Als abschließende rein rhetorische Frage: Ist denn der Yuppie in der Schanze nicht auch Teil der Stadt, darf er nicht teilhaben?

    Ps: Es sei nur noch kurz erwähnt, dass die Parallelisierung von Vertreibung von Mietern, welche sich höhere Mieten nicht leisten können, mit verdrängten, diskriminierten und größtenteils von der Gesellschaft völlig ausgeschlossenen Asylbewerbern einfach nur eins ist: widerlich. So viel Moral muss manchmal neben der reinen Gegenstandsbestimmung sein.