Archiv der Kategorie 'Gesammeltes'

Gesammeltes #16

Arndt Krüger, die Uni-Göttingen und die wirkliche Wahrheit über das München-Attentat

Der Direktor des Institut für Sportwissenschaften an der Universität Göttingen Prof. Dr. Arnd Krüger hat in seinem Vortrag, mit dem großartigen Titel „Hebron und München. Wie vermitteln wir die Zeitgeschichte des Sports, ohne uns in den Fallstricken des Antisemitismus zu verhaspeln?“, auf der Jahrestagung der Sektion Sportgeschichte der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft in Göttingen antisemitische Theorien zu dem Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft vertreten.

LizasWelt hat einen guten, zusammenfassenden Artikel zu den Ereignisse, Stellungenahmen und Erklärung verfasst.

Göttinger Verschwörungstheorien
Vor knapp zwei Wochen vertrat ein Göttinger Universitätsprofessor in einem Vortrag vor akademischem Publikum die Ansicht, die elf während der Olympischen Spiele 1972 in München von palästinensischen Terroristen ermordeten israelischen Sportler hätten von dem bevorstehenden Attentat gewusst und seien freiwillig in den Tod gegangen, um sich für Israel zu opfern. Nach Protesten sahen sich nun sowohl der Sportwissenschaftler als auch das Präsidium der Hochschule veranlasst, Stellung zu beziehen.
[…]
Update 3. Juli 2008: Der Druck auf Krüger wächst, wie diese Meldung zeigt: „Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, und DOSB-Generaldirektor Michael Vesper haben den Göttinger Sportwissenschaftler Professor Arnd Krüger aufgefordert, seine abstrusen Thesen zum Tod der israelischen Geiseln anlässlich des palästinensischen Terroranschlags auf die Olympischen Spiele von München 1972 öffentlich zurückzunehmen. Vor allem aber, so Bach und Vesper weiter, solle sich Krüger unverzüglich bei den Hinterbliebenen der damaligen Terroropfer entschuldigen. Krüger hatte seine Thesen bei der Jahrestagung der Sektion Sportgeschichte der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaften am 20. Juni 2008 in Göttingen vorgetragen. Diese seien ‚völlig inakzeptabel’ nicht nur, weil sie sich auf keinerlei Belege stützten, sondern vor allem wegen des daraus sprechenden antisemitischen Menschenbildes, so Bach und Vesper.“
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Dieser Aufforderung ist Arndt Krüger inzwischen nachgekommen, in einer Stellungnahme zieht er seine Thesen zurück und bedauert, dass seine „Ausführungen Anlass dafür gegeben haben könnten, das Leid der Angehörigen zu vergrößern“. Wenige Tage vorher hatte er seien Thesen noch verteidigt.

Inzwischen weicht die Uni von Professor Arndt Krüger zurück, das Präsidum setzt die leichte Maßnahme einer „universitäre Ombudskommission“ ein um “ zu prüfen, ob Prof. Krüger mit den von ihm vertretenen Thesen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verletzt“ haben. Außerdem distanzierte man sich von seinen Thesen, dies wohl offensichtlich auf Grund von Reaktionen der israelischen Botschaft, anderen Wissenschaftlern und öffentlicher Kritik:

Im Rahmen seines Beitrags hat Prof. Krüger Auffassungen vertreten, die von einer breiten Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb der Universität als Angriff auf den Staat Israel und seine Bürger wahrgenommen werden. Das Präsidium der Georg-August-Universität distanziert sich mit aller Entschiedenheit von dem politischen Gehalt der von Prof. Krüger geäußerten Thesen und verurteilt, dass durch diese Äußerungen antisemitischen Positionen in unserer Gesellschaft Vorschub geleistet wird.

Deutschandfunk berichtete zweimal über Arndt Krügers „Theorien“.

Bericht vom 22.Juni

Bericht vom 22.Juni

**Update**
Auf der Seite der Deutschen Vereinigung für Sportwisssenschaft gibt es eine umfassenden Dokumentation der Debatte, sowie zahlreiche Presseartikel.

Im Nachgang zur Veranstaltung haben sich Teilnehmer der Tagung öffentlich über den Vortrag von Prof. Dr. Arnd Krüger geäußert (u.a. in einem Schreiben an den Präsidenten der Universität Göttingen vom 24.06.2008). Außerdem wurde über den Vorgang bereits von den Medien und in verschiedenen Internet-Foren und Blogs berichtet, z.B.:
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Müllhaufen der Geschichte

Über eine, von der Stadt Hamburg vorgelegten, nationalistischen Alltagssymbolik und eienr kleineren Reaktion berichtet die McGuffin-Foundation.

Sondermüll

Im Gegensatz zu Nationen die auf irgend etwas stolz sind was Leute wann auch immer in ihrem Namen fabriziert haben feiern die Deutschen wenn sie schwarzrotgoldene Fahnen schwenken zumeist, dass es sie überhaupt gibt.

So, wie deutsche Fußballfans nicht nur dann jubeln, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt, sondern auch dann, wenn sie überhaupt an einem Turnier teilnimmt oder dieses wahlweise auch verliert, dehnt sich das deutsche Nationalgefühl als uferlose Stimmung einer rassistischen und antisemitischen Gemeinschaft auch auf Gefilde aus, in denen der besinnungslose Fahnenwahn vollkommen zu sich selbst kommt. Denn was schwarzrotgolden ist, spricht meistens für sich selbst. So auch im Umfeld einiger „Public Viewing“-Gegenden. Die McGuffin-Foundation, Sektion Hamburg, hat einige der passend angemalten Deko-Objekte dokumentiert.

Ausländerfeindlichkeits-Oskar

Das aktuelle Cover der JungleWorld zu Oskar Lafontaine und dem 15Jahrestag der Abschaffung des Asylrechts kann man einfach nicht ignorieren.

Markus Ströhlein in seinem Artikel „Die Scheinantirassisten“ über »Die Linke« und die Flüchtlinge.

[…]Bereits als Oberbürgermeister von Saarbrücken hatte sich Lafontaine für Sachleistungen und Sammellager für Asylbewerber eingesetzt. 1990, als im saarländischen Lebach angesichts von 1 400 im Ort lebenden, aus Rumänien geflüchteten Roma Pogromstimmung aufkam, sprach sich der SPD-Kanzlerkandidat Lafontaine für ein härteres Vorgehen gegen »Scheinasylanten« und für eine Änderung des Asylrechts aus. Der Wunsch ging 1993 in Erfüllung.

Das ist lange her. Lafontaine kann zufrieden zurückblicken auf die Anfänge einer Flüchtlingspolitik, der er seither treu geblieben ist. Nachdem die »Asylanten« zahlenmäßig zu einem beinahe vernachlässigbaren Gegner geworden waren, forderte Lafontaine in seiner Kolumne in der Bild-Zeitung im März 2002, den Zuzug von Aussiedlern zu begrenzen. Ebenfalls in der Kolumne verteidigte er 2004 den Vorschlag des damaligen SPD-Innenministers Otto Schily, in Nordafrika Auffanglager für Flüchtlinge einzurichten.

Warum das Ganze? »Wir können nicht zulassen, dass viele Menschen arbeitslos werden, weil das Problem der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte nicht geregelt ist«, sagte Lafontaine in einem Interview nach seiner »Fremdarbeiter«-Rede im Juni 2005. Auf die soziale Frage folgt die nationale Antwort – dieser Automatismus ist in Deutsch­land bekannt. Lafontaine hat ihn nicht nur in der Flüchtlingspolitik verinnerlicht.[…]
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Hässliches Hamburg

Mit rassistischen Parolen ist eine Peruanerin (57) am 01. Juli 2008 laut der Welt am S-Bahnhof Ohlsdorf bepöbelt worden. Der betrunkene Täter wurde immer aggressiver. Schließlich prügelte der 21 Jahre alte Mann mit seinem sechs Kilo schweren Rucksack, in dem Flaschen und Rollerskates steckten, auf die Frau ein. Mehrfach traf er sein Opfer im Gesicht. Dann flüchtete er. Von Bahnmitarbeitern alarmierte Bundespolizisten nahmen den Täter noch im Bahnhof in einer S-Bahn fest. “Dabei leistete der Mann erheblichen Widerstand”, sagt Bundespolizei-Sprecher Rüdiger Carstens. Noch während der Schläger abgeführt wurde, pöbelte er weiter. Dabei rief er mehrfach lautstark rechtsradikale Parolen.[…]

(via: NPD-Blog „Hamburg: Rassist verprügelt Peruanerin auf S-Bahnhof Ohlsdorf“ 3. Juli 2008)

[…]nach dem Halbfinalspiel der Türkei gegen Deutsch­land[…]
Im Hamburger Stadtteil St. Pauli griff eine Gruppe Deutscher ein Auto türkischer Anhänger an. Umstehende Deutsche bewarfen Polizisten, die die Attacke unterbinden wollten, mit Flaschen.

(via: JungleWorld „Deutsches Haus Extra“ 3. Juli 2008)

Gesammeltes #15

Ergänzung zum Angriff in Pinneberg

Recherche Nord hat einen (Hintergrund-)Bericht zum Anschlag und der Situation in Pinneberg veröffentlicht.

16.06.2008 / Pinneberg: »Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«

In der Nacht auf den 16.06.2007 wurde auf das jüdische Gemeindehaus in Pinneberg ein Anschlag verübt. Bislang unbekannte Täter_innen griffen Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Süden von Schleswig-Holstein an. Ein Pflasterstein wurde dazu durch die Scheiben des Gebetsraumesgeschleudert. Wenige Stunden später erhielten Verantwortliche des Gemeindehauses dann einen anonymen Telefonanruf. Die Botschaft des Anrufers war unmissverständlich. »Das kann öfters passieren. Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«

Bereits vor einigen Jahren machte die Stadt als vermeintliche Hochburg militanter Neonazis unbequeme Schlagzeilen. Damals, im April 2005 wurden Mitglieder der Gruppe »Combat 18 — Pinneberg« durch das Flensburger Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Ein Teil der angeklagten Neonazis wurden im folgenden Prozess zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt.[…]
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Die amerikanische Erfahrung in der Kritischen Theorie

Heuschreck hat den Vortrag von Detlev Claussen „Intellectual Transfer. Die amerikanische Erfahrung in der Kritischen Theorie“ aus der Ringvorlesung 2004 an der Uni Göttingen…

Visit the Heuschreck

JustIn Monday zum BAK Shalom, Zensurversuchen des Linksjugend ZKs und Susann Witt-Stahl

JustIn Monday hat auf der Seite der McGuffin Foundation einen sehr treffenden Artikel zu dem Versuch des BSPR/ZK der Linksjugend den BAK Shalom zu zensieren, sowie der Reaktion der Berufs-Anti-Antideutschen Susann Witt-Stahl geschrieben.

»Nie wieder Hegde-Fond« – Artiges zum Wunsch in der Linkspartei, ihre AntizionismuskritikerInnen wieder loszuwerden

“Unseriös und dürftig” sei die Theoriearbeit des BAK Shalom, weil dieser “Kapitalismus bloß als entpersonalisiertes, subjektloses »System« von »abstrakten Zwängen«” begreife. Dies sei, so Susann Witt-Stahl am 7.6. im ND in ihrem Artikel ” »… irgendwie sehr, sehr antisemitisch«“, 
neben dem “inflationären Gebrauch des Antisemitismusbegriffs”, ein Teil der “mystische[n] Verklärung der Herrschaftsverhältnisse”, die der BAK mit seiner antideutsch-neoliberalen Offensive innerhalb der Linkspartei betreibe.
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Hamburg: Verschwörungstheorien in der GWA St. Pauli Süd / „Kölibri“

Die Hamburger Studienbibliothek und die antifaschistische Gruppe »Bad Weather« haben auf Grund einer Vorführung antiamerikanischen Films „Unter falscher Flagge“ von Frank Höfer im Kölibri einen Offenen Brief an den Veranstaltungsort verfasst.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass in Ihrem Veranstaltungsprogramm für Donnerstag, den 19. Juni, eine Vorführung des Films »Unter falscher Flagge« von Frank Höfer angekündigt ist. Belegen soll dieser Film, dass die New Yorker Twin Towers am 11. 9. 2001 nicht von islamistischen Attentätern zum Einsturz gebracht worden seien – sondern, so wird nahegelegt, von der US-amerikanischen Regierung selber, um einen Krieg gegen ›die islamische Welt‹ führen zu können[…]
Wie alle konformistischen Rebellen projizieren die Verschwörungstheoretiker nur die eigenen dunklen Antriebe auf die Objekte ihres Wahns: »Anstatt in sich zu gehen, um das Protokoll der eigenen Machtgier aufzunehmen, schreibt es die Protokolle der Weisen von Zion den andern zu.« (Adorno / Horkheimer, »Dialektik der Aufklärung«)
Höfer und seine Gesinnungsgenossen mögen Wirrköpfe sein; allerdings, wie die Erfahrung lehrt, gefährliche Wirrköpfe. Als Gruppen, die Ihre Räume auch für eigene Veranstaltungen genutzt haben, können wir uns nicht vorstellen, dass sie solcherart Veranstaltungen dulden oder gar befürworten mögen. Wir bitten Sie daher eindringlich, antiamerikanischen und zum Antisemitismus tendierenden Verschwörungstheorien kein Forum zur Verfügung zu stellen und die geplante Vorführung von »Unter falscher Flagge« abzusagen.[…]
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Hingewiesen sei an dieser Stelle noch darauf, dass das Kölibri schon am 22.3.08 den Antisemiten der SOL – Sozialistische Linke für eine Antirepressionsveranstaltung Raum bot.

Göttingern Freunde Israels? – Oder Freunde die Niemand braucht

Das es gerade den christlichen Gruppierungen, welche unter Namen wie Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit firmieren, primär um die Stillung eigener, deutscher Bedürfnisse geht ist keine neue Erkenntnis. In diesen Zusammenschlüssen dürfen das zumeist ältere, christliche Deutsche sich gegenseitig versichern, dass sie nichts (mehr) gegen „die Juden“ hätten und ihre Vorstellungen zum Nahen Osten und speziell Israel vorstellen.
Das man dabei meist auf bekannte Schuldabwehrmuster und Ressentiments gegen den Staat Israel trifft ist da nur folglich. Um dieses Bild aufs neuste zu bestätigen zeigt nun die Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. in Zusammenarbeit mit dem linksalternativen (Kultur-)Kino eine Filmreihe zum 60. Jahrestag Israels. Anstatt jedoch die Entstehung Israel als Zufluchtsort für die vom Antisemitismus bedrohten Juden, speziell nach der Shoa zu zeigen, geht es offensichtlich um die Bedienung althergebrachter Ressentiments.
Die Gruppe [a:ka] Göttingen hat an die Besucher der Vorstellungen, das Lumière und die Gesellschaft einen offenen Brief verfasst.

[…] Den Tiefpunkt Ihrer Reihe bildet jedoch ohne Frage der Film „Kadosh“, den Sie am 22. und 23. Juni zeigen. „Kadosh“ gibt vor, die gewiss nicht schönen Verhältnisse in den ultraorthodoxen Vierteln Jerusalems zu zeigen, liefert tatsächlich jedoch nichts als Ethnoklischees und Tränendrüsendramatik. Der jüdische Journalist Hannes Stein schreibt von einem „voyeuristischen Streifen“, der viele Europäer vor allem deshalb entzücke, „weil sie unter verdrucksten Schuldgefühlen leiden, die nur durch authentische Geschichten über gemeine Juden gelindert werden können.“ Steins Fazit: Ein „antisemitischer Film aus Israel“ – der auch nicht durch eine Empfehlung von der israelischen Botschaft zu retten ist. (Den vollständigen Artikel von Hannes Stein dokumentieren wir auf der Rückseite.)

Wer Adornos kategorischen Imperativ ernstnimmt, wonach heute alles zu unternehmen sei, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, der muss sich mit Israel solidarisch erklären – auch und gerade wenn das eine unbequeme Position ist, mit der man sich weder unter Deutschen im Allgemeinen noch unter der linksalternativen Programmkino-Klientel im Besonderen viele Freunde macht. Ihre Filmreihe hätte die Möglichkeit geboten, genau das zum Thema zu machen. Statt jedoch diese Gelegenheit zu nutzen, verweigern sie jede Positionierung für die israelische Seite und beschweigen den Nahost-Konflikt in scheinbarer Äquidistanz. Tatsächlich aber kann es Äquidistanz in Bezug auf Israel nicht geben, denn der Versuch, sich herauszuhalten, sich die Hände nicht schmutzig zu machen, gerät zur ungewollten Zustimmung zu jenen, die die Vernichtung Israels zu ihrem Existenzzweck erklärt haben.
[…]
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Verwiesen sei an dieser Stelle auf den Artikel Eike Geisels „Biotop mit toten Juden“ zum vermeintlichen deutsch-jüdischen Dialog und Philosemitismus, sowie den Artikel auf LiazsWelt zum 10.Todestag Geisels.

Über die Bindung an die Scholle und die Furcht „nicht gut weggekommen zu sein“

Elbe über alles? Über eine Veranstaltung zur regionalen Identität und einen Zensurversuch in Dessau

Die Podiumsdiskussion „Meine Kuh, meine Scholle, mein Block? – Über den Standortfaktor Heimatbindung“ fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe: “Die Barbarei des flachen Landes” am 23.01.2007 statt. Im Schwabehaus Dessau diskutierten Tom Fischer (Stadtplaner, Siedlungserneuerung Dessau) und Jan Gerber (Politikwissenschaftler, Halle).

Spätestens seit der “Spiegel” im vergangenen Jahr über das “verlassene” und “sterbende Land” berichtete, die “Zeit” fragte, wer sich Städte wie “Altenburg, Torgau, Sangerhausen” in Zukunft noch leisten könne, und die “Süddeutsche Zeitung” in den verlassenen Regionen der Republik einen “Ozean von Armut und Demenz” erkennen wollte, sind “sterbende Städte” in aller Munde. Auch Dessau zählt zu diesen schrumpfenden Orten: Die Einwohnerzahl ist seit 1989 um ein Viertel gesunken; die Stadt ist inzwischen weit von der Großstadtgrenze entfernt. Parallel zum Schrumpfungs- und Entvölkerungsprozess, der nicht nur, aber vor allem im Osten zu beobachten ist, suchen Stadtplaner, Raumpioniere und Stadtentwickler nach neuen Konzepten, wie infrastrukturell geschwächte Regionen belebt werden können. Ihr Zauberwort heißt “regionale Identität”. Durch die Wiederbelebung oder die Neuschaffung von Traditionen sollen Heimatbindungen vertieft und Zusammengehörigkeitsgefühle gestärkt werden. Regionale Identität, so wird regelmäßig erklärt, ist eine der zentralen Voraussetzungen regionaler Entwicklung.

Kritiker sehen hinter der Forderung nach regionaler Identität hingegen nichts anderes als das Verlangen nach Lokalpatriotismus. Und Lokalpatriotismus, so erklärt der Politikwissenschaftler Jan Gerber, ist der kleine Bruder des Nationalismus: “Genauso wie Nationalismus ist Lokalpatriotismus nicht nur umso stärker ausgeprägt, je weniger Berechtigung er hat; er ist zugleich ähnlich barbarisch wie der Nationalismus.”

Der Stadtplaner Tom Fischer vom Büro für Siedlungserneuerung Dessau und der Politikwissenschaftler Jan Gerber diskutieren vor dem Hintergrund der Entwicklung Dessaus über sterbende Städte, die Möglichkeiten, Aufgaben und Chancen von Stadtplanern und Raumpionieren und die Frage nach regionaler Identität.

via ag no tears for krauts – halle

Radiobeitrag für Radio Corax, April 2008 via Materialien zur Aufklärung und Kritik
Dauer: 10:52 min

Download unter AG No Tears for Krauts

Gesammeltes #14

Die Linke und die Israel Fahne auf dem Hamburger 1. Mai gegen den Nazi-Aufmarsch

Das FSK interviewte Wolfgang Seibert, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Pinneberg, welcher auf der antifaschistischen 1.Mai Demonstration auf Grund seiner Israelsoldiarität angefeindet wurde.
Er berichtet über seinen politischen Werdegang und Reaktionen auf der Demonstration.

Dauer: 10:04 min
Leider *.ogg-Datei daher kein Streaming, nur Download…
Download unter http://www.freie-radios.net/

Bernd Langer und so wird Geschichte konstruiert

UglyDresden berichtet über die Irrungen Bernd Langers und die Fortsetzung der „Plakate des Schreckens“ des AntifaCamps Buchenwald.

Seit nunmehr 20 Jahren findet an der Gedenkstätte Buchenwald ein Antifa Camp statt, welches sich der Pflege der Anlage, aber vor allem der Auseinandersetzung mit den Nazis in der Region beschäftigt. Schaut man sich die Einlassungen der OrganisatorInnen hierzu an kann der Eindruck entstehen es handelt sich um eine Art linker Traditions- bzw. Friedhofspflege. Es gibt nicht nur ein ganz zackig-preussisches Ablauf-, sondern auch ein entsprechende ideologisches Begleitprogramm.

Jedenfalls hat Bernd Langer in diesem Jahr ein Gemälde produziert, welches als Vorlage für das Mobilisierungsplakat dient und in ganz bemerkenswerter Art und Weise Geschichtsrevisionismus der ganz anderen Art, aber im Sinne der KuK Ideologie, betreibt.
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1rst Party

Goldener Salon: Ambient, Easy Listening, Trip Hop mit Radio Gagarin, Martin, Steppin Warrior

Gr. Floor/ Keller: Electro, Techno mit Bodi Bill (live/ Berlin), Mikroklubbing (Göttingen), de-cay (Hamburg), Metroheadmusic (Hamburg), GumboFrisstSchmidt (Hamburg)

Kl. Floor/ Keller: Electrobreakpunk mit antiartich (8-bitbreaks und sampels, Goldrand/ Hamburg), gladbeck city bombing (Electropunk, Goldrand), istari lasterfahrer (Hamburg)

Seit nunmehr 10 Jahren hat FSK eine sogenannte Vollfrequenz, was bedeutet: wir senden seit 10 Jahren rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Freies Radio stellt dabei den Versuch dar, ein Medium aus seinem Verwertungszusammenhang zu lösen, das Verhältnis Sendende – Empfangende anders zu bestimmen. Freies Radio lädt zum Mitmachen, zur Mitarbeit ein, welches durch ein ganzes Spektrum von Motiven gespeist werden kann. Somit bietet und entwickelt Freies Radio eine Grundlage für Arbeit, deren Perspektiven immer in Gespräch, Auseinandersetzung, Aufklärung, Emanzipation liegt, auf Bildung abzielt.
10 Jahre Vollfrequenz steht für eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, schönen und sehr unschönen Szenen und einem Umzug in neue Räumlichkeiten, die Lust auf weitere 10 Jahre machen. Heute ist der Tag, an dem wir all dieses Revue passieren lassen wollen und mit Euch kräftig feiern möchten. Daher laden die Radiogruppe projekt-r und FSK zu einer Nacht voll von elektronischen Klängen ins Hafenklang Exil ein. Kommt zahlreich, werdet Fördermitglied und kauft keinen Scheiß- kauft Radios!! Wir freuen uns auf Euch!

13. Juni 08 | Eintritt: 6.00 € | Open: 22:00 | Start: 22:00

Visit: www.fsk-hh.org
und werdet Förder-Mitglied!

2nd Party


Benno Blome [Sender Rec. – Berlin]
manu harmilapi [plainaudio, e.m.h.]
mushimara [e.m.h.]
markus redux [e.m.h.]
vj: yoonar

Gesammeltes #13

Logik

Auf dem Cafe Critique Blog über „palästinensische Logik“ vom Islamischen Djihad und Co.:

[…]
Aber so sieht die palästinensische Logik eben aus: Greife die wichtigste Versorgungsstelle an und beschwere dich danach über ausbleibende Hilfslieferungen; beschieße die israelische Stadt Ashkelon, in der ein Großteil des Stromes für den Gazastreifen produziert wird, und jammere anschließend über mangelnde Stromversorgung; erschieße zwei zivile Arbeiter beim Treibstoffdepot am Nahal Oz-Grenzübergang und sudere danach über ausbleibende Treibstofflieferungen; feuere tausende Raketen nach Israel und schrei laut: “Völkermord!”, wenn sich die Israelis zur Wehr setzen.[…]
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(via: CoxandForkum)

Pallywood reloaded

Lizas Welt berichtet über das Verleumdungs-Verfahren von France2 gegen Philippe Karsenty, welcher über die Falschdarstellung durch France2 im „Fall al-Dura“ berichtete. Diese Klage wurde nun erneut abgewiesen und hat France 2 zur Offenlegung gezwungen:

[…] Medienkommentator Tom Gross, der schon vorher für HonestReporting im Fall al-Dura Nachforschungen angestellt hatte, äußerte sich zum Urteil: „Der Urteilsspruch heute zeigt, dass die Version der von France 2 dargestellten Ereignisse ernsthaft angezweifelt werden muss und dass die gesamte Weltpresse, darunter auch amerikanische TV-Sender – unverantwortlich genug war, die Behauptungen eines palästinensischen Kameramanns, der für France 2 arbeitet, für bare Münze zu nehmen – ein Kameramann, der seine Parteilichkeit zugegeben hat.“ […]
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Ehrenmord in Hamburg

Die JungleWorld berichtet über den Ehrenmord in Hamburg in der vergangenen Woche:

Am Dienstag voriger Woche starb die 16jährige Morsal O. in Hamburg an Stichverletzungen. Ihr Bruder gestand die Tat mit der Begründung, das Mädchen habe sich von der Familie abgewandt. Der 23jährige ist bereits wegen eines Gewaltdelikts vorbestraft. Ein weiterer Prozess stand ihm bevor, weil er Morsal und eine andere Schwester verprügelt hatte.
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Die Welt schrieb zum Konflikt in der Familie

Der Tod von Morsal O. ist offenbar das schreckliche Ende eines familiären Kampf der Kulturen. Vor 13 Jahren war die Familie aus Afghanistan gekommen. Morsal war damals ein kleines Kind. Sie wuchs hier auf. Als Jugendliche wollte sie hier so leben, wie es die meisten gleichaltrigen Mädchen tun. Doch ihr Bruder, der vor fünf Jahren wie Morsal die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, kam nie in dieser Kultur an. Schon im Januar 2007 hatte er deswegen seine Schwester verprügelt. „Die kleidest dich wie ein Schlampe“, lautete damals sein Vorwurf. Es war nicht das einzige Mal, dass Morsal O. misshandelt wurde. Auch ihr Vater (45) soll sie geschlagen haben.

Der Bruder der Getöten Morsal O. gestand die Tat freizügig:

In seiner Vernehmung bei der Mordkommission versuchte Ahmad O. nicht, die Tat zu leugnen. Freimütig gab er zu, dass er seine Schwester getötet hatte, weil sie sich von der Familie abgewandt habe.

(Quelle: beiden letzten Zitate aus Welt „Bluttat – Ehrenmord an junger Deutsch-Afghanin aufgeklärt“ 16. Mai 2008)

  • JungleWorld „Verprügelt und erstochen“ 22. Mai 2008
  • Welt „Familientragödie – Das lange Leiden der Morsal 0.“ 19. Mai 2008
  • Welt „Bluttat – Ehrenmord an junger Deutsch-Afghanin aufgeklärt“ 16. Mai 2008
  • Leseben im NS

    In der Weiberwirtschaft in Halle wird heute eine Ausstellung eröffnet, bei der es um Frauen im Nationalsozialismus geht. Dieses Thema ist wissenschaftlich bis dato kaum bearbeitet. Um so schöner, dass ich Claudia Schoppmann im Studio begrüßen kann. Sie hat die Eröffnungsrede zu der Ausstellung halten, da sie sich intensiv mit diesem Thema außeinandergesetzt hat. Judith sprach mit ihr im Abendmagazin Widerhall auf Radio Corax.

    Dauer: 8:07 min

    Download unter http://www.freie-radios.net/

    Verwiesen sei an dieser Stelle nochmals auf die Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919-1969″ der Initiative Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme kann vom 26. April bis 16. Juli 2008 auf dem Gelände der Gedenkstätte angeschaut werden verwiesen.

    An das Schicksal der verfolgten Homosexuellen in der Weimarer Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Deutschland bis 1969 wird in dieser von der Initiative Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer erarbeiteten Ausstellung erinnert.
    Sie wird in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gezeigt und außerdem von der Landeszentrale für politi-sche Bildung unterstützt.
    Im Konzentrationslager Neuengamme waren ca. 400 homosexuelle Männer inhaftiert, über die Hälfte von ihnen ist zu Tode gekommen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird an 57 dieser Opfer mit Stolpersteinen in der Freien und Hansestadt Hamburg erinnert.

    Mehr Infos… (pdf-Datei)

    Gesammeltes #12

    Linkspartei + Antisemitismus

    Sebastian Voigt Artikel „An Israels Seite“ über Auseinandersetzungen um Antisemitismus + Antizionismus innerhalb der Linkspartei, welcher im morgigen Tagesspiegel erscheint, ist online schon zu lesen.

    Eine emanzipatorische Linke darf sich nicht auf die Seite von Diktaturen schlagen. Neben dem bedingungslosen Kampf gegen Antisemitismus und Antizionismus, gerade auch in den eigenen Reihen, ist jede Revolutionsromantik zu verwerfen, die in Staaten wie Venezuela den Sozialismus des 21. Jahrhunderts erblickt. Ebenso ist einem linken Populismus eines Lafontaine, der, rassistische Ressentiments bedienend, gegen „Fremdarbeiter“ hetzt, eine konsequente Absage zu erteilen. Die Diskussion über diese Fragen hat begonnen. Der BAK Shalom wird alles tun, um sie weiter zu forcieren. Die Entwicklung in der Linkspartei dürfte spannend werden.
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    Gruppe ISKRA über Nabka-Mythen

    Die Gruppe ISKRA setzt sich mit einer Erklärung von 100 prominenten britischen Juden mit dem Titel „Wir feiern Israels Geburtstag nicht” auseinander.

    Die Gleichsetzung der Nakba mit der Shoa zieht sich sprachlich durch den gesamten Text, „Todesmarsch“, „ethnische Säuberung“, „Massaker“. Das Ziel dieser Erklärung scheint klar, es geht in keiner Weise um fundierte Kritik an Israel, sondern darum, seine Existenz infrage zu stellen. Das ist der Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment – ersteres tangiert das Verhalten, zweiteres bezieht sich auf die Existenz.
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    FFM oder its buissnes as ususal

    Nada berichtet über die „Rückfälle“ der Frankfurter Antifaszene, ewig-gestrige Antiimps und andere Obskuritäten:

    In der linken Szene Frankfurts (West) grassiert dieser Tage wieder ein Retro-Virus der Marke unschön und nicht zum anfassen. Nada berichtet für Sie live aus einer geteilten Stadt, aus dem Auge des Orkans, aus der Hölle Hessens.
    Stellungen wurden bezogen und Schützengräben besetzt; auf den Straßen herrscht gespenstische Ruhe, die Frankfurter Skyline blutet im rotem Farbenmeer der untergehenden Sonne. Hinter den Fenstern des Exzess wirft ein alternder Autonomer einen besorgten Blick auf die Leipziger Straße und stellt sicherheitshalber noch zwei Kisten Leergut an die Tür.

    Der Verlierer berichtet von der Veranstaltung „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer” der Gruppe Morgenthau + Antiimp-Störversuchen; Problemchild über gescheiterte „Verschwörungsversuche“ gegen die „bösen AntiDs“ der Schurkenohnestaat; Lea über die „großartigen“ „7 Thesen zur antideutschen Ideologie“ der Gruppe “Schurken ohne Staat / S.O.S.” (a.k.a. “Zusammen e.V.”, “Stadtteilprojekt Rödelheim” oder “kritischebildung”); Dissidenz hat eh schon immer gerne über diese Antisemiten/Antizionisten berichtet; Waiting über den Frankfurter Evangelen H.-C. Stoodt der sich „etwas“ in seinen anti-antideutschen Hass reinsteigert.

    Antifa-Chainsaw-Massacre reloaded?

    The Protocols

    Zur Doku über den antisemitischen Bestseller “die Protokolle der Weisen von Zion” welche bei arte gesendet wurde, hat Dissidenz einiges zusammengefasst, außerdem kann man die Doku via Rapidshare downloaden. Don‘t miss it.

    Teil 1

    Teil 2

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    Star Wars Simpsons-Style/Simpsons Star Wars Style

    Neulich gefunden, ist zwar noch vom letzten Jahr, aber einfach sehenswert!

    (via Nerdcore)